Sa. 06.06. – Killin – Pitlochry – 64 km/1110 Hm

6.50 Uhr – Gut geschlafen. Mehr geträumt als sonst. Wieder ein breites, aber zu kurzes Bett, in das ich mich etwas schräg legen konnte.

Es regnet. Die Vorhersage behauptet, dass es von zehn bis um drei trocken bleibt. Wow, da bin ich aber mal gespannt. Wäre wirklich toll.

7.48 Uhr – Das Frühstück ist außergewöhnlich reichhaltig. Es gibt frischen Obstsalat für das Müsli, es gibt sogar gekochten Schinken und abgepackte kleine Hartkäsestückchen. Da brauche ich keinen Bacon heute. Der Kaffee ist ebenfalls gut.

8.54 Uhr – Es ist trocken. Die Sonne kommt sogar etwas heraus: unglaublich! Abfahrt.

Da stand ein Mann in Radkleidung und wartete. Stellte sich raus, er ist mit seinen zwei Brüdern aus den USA hier, um eine einwöchige Mountainbike-Tour mit Gepäcktransfer zu machen. Haben noch nett gequatscht.

Heute fahre ich lange an Loch Tay entlang und wechsle dann über einen Pass zum Loch Tummel. Der Pass ist mit 400 m nicht hoch. Ich fahre über eine B-Straße. Das nehme ich in Kauf, weil der See so schön sein soll. Der Radweg NCN-7 folgt dem River Tay und kommt ohne den Pass aus.

Am oberen Ende des Loch Tay gibt es im Scotish Crannog Centre die Rekonstruktion eines Pfahlrundhauses, Crannog genannt. Vielleicht kann ich es von der Südseite aus, auf der ich fahre, erkennen. Loch Tummel bietet vor alle schöne Landschaft. Es gibt den Queen’s View, den Queen Elizabeth besonders geliebt haben soll. Auch er ist auf der anderen Seite von mir. Am Ende des Lochs soll es imposante Wasserfälle geben. 1842 waren Prince Albert und Queen Victoria in Pitlochry und beschlossen danach, Balmoral zu kaufen. Der Ort ist ein weitgehend im viktorianischen Stil erbautes Städtchen. 1863 bekam es einen Bahnanschluss. In der Nähe befindet sich Schloss Blair. Daran müsste ich morgen vorbeikommen. An Balmoral, dass mitten in den Bergen liegt, komme ich auf dieser Reise nicht vorbei.

Mal sehen, wie Wetter, Verkehr und Aussicht so sind.

Ich musste ohnehin zu der Brücke zurück.

9.16 Uhr – Daher noch zwei Fotos von den Falls of Dochart.

9.28 Uhr – Bin relativ weit oberhalb des Sees. Läuft sehr gut. 14° C. Sehr still hier.

Die drei Amerikaner überholen mich mit ihrem E-Bikes.

9.40 Uhr – Blick zurück.

9.50 Uhr – Der Weg ist ein ständiges Auf und Ab. Da wird mir ordentlich warm.

Blick nach Norden. Kuckuck, Fasan, Schafe und Wasser machen Geräusche. Ah, ja, und ein Flugzeug.

10.08 Uhr – Auch in Adeonaig ist die Telefonzelle ein Bücherschrank.

Ob da schon das Ende ist?

10.34 Uhr – Da konnte ich einfach nicht vorbeifahren. Habe länger mit dem Mann rechts, Stuart, gesprochen. War etwas mühsam, da er sehr stotterte, aber er hat mir erzählt, wie er hier in der ganzen Gegend kleine Reparaturen in den Ferienhäusern erledigt. Die Frau an der Kaffeemaschine ist Farmerin. Nächste Woche verkaufen sie Schafe in Dalmally.

Dabei fielen drei Tropfen.

Blick zurück Richtung Killin.

11.00 Uhr – Morgengruß: Zeit für Begegnungen, Langsamkeit, Genießen, Freude an der Natur.

Erstaunlich viele Autos hier auf dem kleinen Sträßchen. Sicher alle auf dem Weg zur Kaffeebude.

Die Hauptstraße verläuft auf der gegenüberliegenden Seite auf der Höhe der Farmhäuser.

11.23 Uhr – Wiederbewaldung mit Plantagen.

Eines der vielen schicken Häuser, die entlang der Straße stehen.

Entspannter Rehbock, der mich lange anschaute. Vorhin sah ich einen Hirsch äsen. Der Zaun dürfte nicht wirklich ein Hindernis sein.

11.50 Uhr – Auf meiner Seite befindet sich eine Fischfarm. Auf der gegenüberliegenden Seite steht der Nachbau eines Crannog. Ich dachte, das hätte ich verpasst. Bin schon 26 km am See entlang geradelt und habe im Auf und Ab 420 Höhenmeter überwunden.

Kleine schwimmende Hütten.

12.01 Uhr – Kenmore am Ende des Sees.

Wunderbar, hier mache ich Kaffeepause!

Einfach ein tolles Fotomotiv. Die Anregung habe ich aus Wikipedia.

12.26 Uhr – Es wird mir ein bisschen zu kalt. Weiter.

Der River Tay fliesst hier aus dem See.

12.45 Uhr – Das sieht aber verwunschen aus.

12.54 Uhr – Ich werde links aus dem Tal des Tay rausfahren und an einem Bach entlang aufsteigen.

Hier also links ab.

13.09 Uhr – Läuft gut!

13.26 Uhr – 100 Höhenmeter in 12 Minuten, jetzt kann ich drei Minuten pausieren. Wenn ich das vier Mal hintereinander mache, komme ich auf 400 Hm pro Stunde. Das ist mit Gepäck sehr schnell. Ich habe leichten Rückenwind und eine angenehme Steigung von 5% bis 7%. Weiter.

13.36 Uhr – Zu viel Nieselregen. Ich ziehe die Regensachen komplett an. Regensachen anziehen ist wie Heizung aufdrehen. Es wird einem sofort warm.

13.50 Uhr – Kurz vor oben.

13.55 Uhr – Kalkbrennofen aus dem 19. Jhd. Trotz Regen schaue ich mir sowas gerne an. Geht ja auch gleich bergab.

Rosinante steht derweil geduldig im Regen.

14.00 Uhr – Auf 392 m Höhe. Jetzt runter.

14.12 Uhr – Wieder unten auf 177 m. Eine sehr angenehme, aber nasse Abfahrt. Hier unten ist es trocken. Ich war wohl einfach oben in den Wolken. Die Regensachen lasse ich noch etwas im Fahrtwind trocknen.

14.17 Uhr – Loch Tummel.

14.43 Uhr – Es nieselt jetzt auch hier. Ich bräuchte eine trockene Stelle, um mein Müsli zu essen.

Blick zum Ausgang des Tals.

14.50 Uhr – Ich setze mich einfach mit dem Sitzkissen auf diesen Stein dort und genieße beim Essen die tolle Aussicht.

15.05 Uhr – Trocken, ganz bequem, Mücken, natürlich, aber egal: Hunger!

15.21 Uhr – Und weiter!

Blick zurück.

Der Queen’s View ist irgendwo auf der gegenüberliegenden Seite.

Der See sieht aus, wie ein breiter Fluss.

Es nieselt.

Die Staumauer mit der man den Wasserspiegel erhöht hat und ein Wasserkraftwerk betreibt.

Tummel Falls. Etwas weiter oberhalb sind die Fälle noch wilder, in einer engen Schlucht. Schlauchboote fahren das Wildwasser.

Die Stufe werden sie kaum fahren, denke ich.

16.07 Uhr – Das Wasserkraftwerk, das zum Damm gehört, steht hier unten am Hang. Noch 4,3 km.

Ende der 1940er Jahre wurde ein Tunnel vom Damm zum tiefergelegenen Generatorhaus gegraben. Der Durchmesser beträgt 6,9 m, wie bei diesem Denkmal für die beim Bau ums Leben gekommenen Arbeiter. Das Wasserkraftwerk hat die umliegenden Orte erstmals mit Strom versorgt.

16.18 Uhr – Loch Fascally. Langsam müsste Pitlochry aber mal auftauchen.

Na endlich. Es gibt den Ort also doch!

16.31 Uhr – Schönes Touristendörfchen.

16.36 Uhr – Ankunft.

Das Einzelzimmer ist recht klein. Rosinante darf mit rein, einen anderen Platz können sie nicht anbieten. Ich probiere es aus.

17.07 Uhr – Geht doch! Der Kaffee ist auch schon fertig!

17.57 Uhr – Telefoniert und Kaffee getrunken. Jetzt aber zügig waschen und duschen. Danach muss ich mir ein Restaurant suchen, da es hier im Hotel keines gibt.

Auf eine etwas gereizte Stelle meiner Sitzfläche habe ich, wie gestern auch schon, ein bisschen von der Hametum-Wundersalbe aufgetragen. Die Reizung ist quasi schon weg. Das ist wirklich gut, da es beim Fahren sonst sehr unangenehm werden kann.

19.23 Uhr – Ich sitze geduscht beim Inder, der auch Pizza und was es sonst so geben könnte anbietet.

Da ich hungrig bin, ist die Bestellung relativ lang.

20.05 Uhr – Das war sehr lecker und ausreichend viel. Ich bleibe noch etwas sitzen und lese.

21.10 Uhr – Es kam niemand fragen, ob ich Nachtisch möchte. Deshalb habe ich in Ruhe weitergelesen und werde jetzt zum Kaffeetrinken auf das Zimmer gehen.

Morgen könnte ab 14 Uhr ein bisschen die Sonne rauskommen. Vorher kommt wohl der übliche Nieselmix.

Ich bin aus den gleichen Gründen wie gestern trotz den Regens guter Dinge.

Es gab noch Aufregung im Restaurant. Eine junge Kundin beschwerte sich und sagte mehrfach, sie rufe die Polizei. Die Besitzerin hat mir anschließend erklärt, dass die junge Frau es nicht hinnehmen wollte, dass das Restaurant um 21 Uhr schließt. Sie hat die Polizei angerufen. Die wollten die Besitzerin sprechen. Die Polizei hat der Besitzerin geraten, die junge Frau zur Tür zu begleiten und hinter ihr abzuschließen. Sachen gibt es.

22.02 Uhr – Auf dem Weg zurück zum Hotel hat es noch fies geregnet. Der nassen Wäsche habe ich eine kleine warme Luftdusche mit dem kräftigen Hotelfön verpasst. Vielleicht muss ich das morgen früh noch einmal machen. Jetzt trinke ich einen Kaffee und nehme mir den leckeren Golden Oak Crumble dazu, der bei den Coffee making facilities dabei lag.

Draußen hängt dichter Nebel im Tal.

Soviel für heute. Gute Nacht!

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