6.41 Uhr – Gestern Abend hatte ich, nach einer unachtsamen Bewegung, einen Krampf im Bein. Ich nehme morgens und abends Magnesium, das mindert das Risiko. Zur Lösung des Krampfs habe ich etwas Franzbranntwein einmassiert. Das hat schnell geholfen.
Ich habe gestern nur sehr wenig getrunken. Vielleicht kommen die Kopfschmerzen daher. Gleich nehme ich ein ASS und trinke den Rest aus der Wasserflasche.
Draußen ist es trocken und leicht bewölkt. Regen ist erst für den späten Nachmittag angekündigt.

Heute radle ich an der Themse entlang in das Herz von London, über Greenwich, Westminster und St. Paul’s.
7.40 Uhr – Ich sitze in der Sonne am Fenster und es ist schön warm. Heute könnte es 13° C warm werden. Immerhin!
Zum Frühstück gibt es leider keinerlei Käse. Aber Müsli, Joghurt und Toast mit Marmelade sind auch ok, also, viel davon.
Kopfschmerztablette habe ich doch keine gebraucht.

8.26 Uhr – Habe relativ lange gebraucht für die Morgenroutine. Das Wetter sieht weiter gut aus.
8.40 Uhr – Die Kette habe ich auch noch eben gereinigt und geölt. War nötig nach der Matschtour gestern. Der Reifen vorne hat keine Luft verloren. Nun los.

Erstmal wieder ein Stück an der Autobahn entlang. Aber mit der Sonne im Rücken.

9.08 Uhr – Hier mal ein Foto von den eingegitterten Fußgängerüberwegen. Man muss fast immer für jeden Abschnitt neu drücken und dann in die nächste Gitterbox kurven. In der Stadt kostet das unglaublich viel Zeit.

9.46 Uhr – Die Straßen sind sehr voll. Ich fahre gemütlich auf dem Radweg und bin froh über die, wenn auch komplizierten Fußgängerampeln. Gleich geht es runter an die Themse.

10.10 Uhr – An der Themse, nach vielen Ampeln, Unterführungen, Wechseln der Straßenseite.

Eine Verladestation nach der anderen. Unterschiedliche Gerüche liegen in der Luft.

Auf dem Themse-Radweg.
Ein Wanderer, Mark, sprach mich an. An seinen langen Wochenenden wandert er rund um die Insel. Dabei will er das Ufer der Themse bis zur Quelle und zurück laufen. Am Stück wären es wohl drei Jahre, die man braucht. Etwa zwanzig Meilen läuft er am Tag. Sah sehr entspannt aus und guter Dinge.

10.41 Uhr – Klärschlammverbrennungsanlage zur Stromerzeugung, die ein bisschen wie eine Kirche aussieht.

10.51 Uhr – Man kann schon die ersten Hochhäuser sehen.

11.07 Uhr – Assembly. Kunstwerk in Woolwich, unweit der ehemaligen Kanonenfabrik.

11.15 Uhr – Immer wieder gibt es alte Kanonenstellungen. Auf der gegenüberliegenden Seite läuft wahrscheinlich ein Kohlekraftwerk.

11.24 Uhr – Themes Barrier Gate mit dem das Wasser bei Ebbe zurückgehalten werden kann.

11.31 Uhr – Die Hochhäuser der Greenwich-Halbinsel mit einem weißen Mast der Seilbahn, die über die Themse läuft. Geht doch!
Hier zweige ich zum Observatorium ab.

11.56 Uhr – Nach einem langen Anstieg und einer Runde durch den Greenwich Park bin ich am Observatorium angekommen.

Blick über die Köpfe der vielen Besucherinnen auf die Hochhäuser der Docklands bzw. Canary Wharf. Die weiße Kuppel rechts ist der Millenium Dome.

Um sich selber auf dem Null-Meridian fotografieren zu können, muss man £24 Eintritt zahlen. Ich suche mir eine Bank und esse mein Mittagsmüsli.

Die englischen Längenmaße.

Sehr leckereres Müsli gegessen. Der Kaffee aus dem Hotelzimmer, gekocht mit den «Tea and coffee making facilities», ist noch schön warm und ersetzt erneut den selbstgekochten.

12.32 Uhr – St. Paul’s und davor die Tower Bridge kann ich erkennen. Ein paar Tropfen fallen. Ich packe zusammen und mache mich auf ins Getümmel der City.

Alles wirklich sehr fotogen hier oben, besonders, wenn die Sonne rauskommt. Jetzt aber weiter!

13.03 Uhr – Eher kleinstädtisch hier. Am Geldautomaten der Post, hier links, hole ich mir mal ein paar Pfund.

Kleine Hafenbecken mit Schleusen, die das Wasser bei Ebbe zurückhalten

13.27 Uhr – Wie ein Urwald stehen die Häuser, die älteren erscheinen geradezu winzig.

Im Russia Dock Woodland.

13.46 Uhr – Tower Bridge und St. Paul’s rechts daneben.

13.53 Uhr – Toller Radweg. Überhaupt ist der Themse-Radweg toll ausgeschildert. Hier sind jetzt deutlich mehr Radler unterwegs, viele mit sehr schnellen E-Bikes.

Schnell ein bisschen Luft nachgefüllt. 3 bar hatte ich mit der Handpumpe geschafft. Jetzt sind es wieder 3,8 bar.

Alles steht, weil die Tower Bridge hochgeklappt ist. Rechts in dem Hotel, dem grauen Kasten, habe ich mehrfach übernachtet, wenn ich dienstlich hier war. Ich fahre aber nicht hier über die Themse, erst in Westminster.

Das Kreuzfahrtschiff wird durch die geöffnete Brücke geschleppt.

14.38 Uhr – Ausnahmsweise ein Hochkantfoto an der Blackfriars Bridge.

St. Paul’s ist ausgeschildert, kommt aber erst später dran.

14.50 Uhr – Westminster Bridge mit separatem Radweg rechts von den Fußgängern. Das gab es 1990 natürlich noch nicht.

London Eye.

Westminster Cathedral.

Parlament.
In der Downing Street gibt es gerade Stress. Gestern ist der Gesundheitsminister zurückgetreten. Er will wohl gegen den angeschlagenen Premierminister Keir Starmer antreten. Die Nachrichten hier und in Deutschland sind voll davon.

Kopfkapelle, Lady Chapel, der Westminster Abbey. St. Paul’s ist das dazugehörige East Minster. Die Kapelle wurde 1503-1519 im Perpendicular Style erbaut und gilt als eines der schönsten spätgotischen Bauten Europas.

15.08 Uhr – Französische Hochgotik in England, begonnen unter Heinrich III. 1245 unter Leitung eines Baumeisters aus Reims. Der Stein stammt teils aus Caen in Frankreich, von einer Kanalinsel und dem Loiretal.
In Westminster Abbey werden seit Wilhelm dem Eroberer die Könige von England bzw. des Vereinigten Königreichs durch den Erzbischof von Canterbury gekrönt.
Heute ohne Besichtigung.
Es ist total voll. Ständig treten Fußgänger aller Herren Länder ohne zu schauen auf die Straße.

Viel Platz für Radfahrer neben dem St. James Park.

Buckingham Palast. Charles III. kam nicht zur Begrüßung vorbei.

Vorne grüßt aber Queen Victoria. Und weiter.

Trafalgar Square mit Nelson auf der Säule.

National Gallery und St. Martin-in-the-fields.

15.59 Uhr – Breiter Radweg auf dem linken Themseufer.

Die ganzen neuen Wolkenkratzer im Querformat.

St. Paul’s Cathedral, wird heute ebenfalls nicht besichtigt. Ich war aber schon mal drin. Jetzt weiter zum Tower of London.

16.28 Uhr – 22° C im Schatten hier am Tower, mit der Brücke im Hintergrund. Ich kurve noch etwas drum herum, danach geht es nach Tottenham.

Für Schiffe geschlossene Tower Bridge.

Die viertürmige Burg im Inneren, White Tower genannt, wurde von Wilhelm dem Eroberer bauen lassen. Kurz darauf beauftragte er den Bau der Burg in Rochester.

16.57 Uhr – In einem der Gebäude auf der linken Seite war das erste Büro von T-Motion, für die ich von 2000 bis 2005 von Bonn aus gearbeitet habe.

17.32 Uhr – Mit vielen Radfahrenden auf dem Weg durch die Vorstadt.
Noch sechs Kilometer zum Hotel.

Hier stehen ganz viele dieser Fahrradgaragen.

Ein Kanal über den früher Güter in die Stadt geliefert wurden.

Das Wasser, rechts ein großer Park: Hier lebt es sich sicher gut.

Großes Ruderhaus des Clubs am River Lea.

Mit sehr viel Rennmaterial. Vorne rechts das Fahrtenbuch.

18.12 Uhr – Volle Einkaufsstraße. Brauche viel Geduld. Noch vierhundert Meter.

18.17 Uhr – Ankunft. Bin ja mal gespannt.
18.45 Uhr – Der Check-In und die Unterbringung des Rades haben fast eine halbe Stunde gedauert. Der Barmann musste zuerst noch viele Biere zapfen, dann wusste er nicht, wohin das Rad soll. Er meinte, ich soll es vor dem Haus lassen. Aber ich hatte ja eine Bestätigung von einem der Leute, dass es einen sicheren und trockenen Platz gibt. Es steht jetzt in der Baustelle des Hotel-Eingangs, der derzeit neu und größer gemacht wird.
Als Frühstück gibt es mehrere Päckchen Cornflakes und Milch aus dem Kühlschrank. Der Wasserkocher ist ohnehin vorhanden.
Soweit alles ok. Jetzt duschen und Wäsche waschen, dann geht es auf die Suche nach dem Abendessen.
19.49 Uhr – Sitze in einem Dönerladen ein Stück zurück auf der Hauptstraße. Das Angebot an afrikanischem Essen hat mich heute etwas überfordert.

22.13 Uhr – Ich habe sehr lecker und ausreichend gegessen und dabei dem bunten Treiben, drinnen und draußen, zugeschaut.
Es gibt hier Menschen aus allen Teilen der Welt. Besonders vertreten sind Afrikaner und Leute aus der Karibik, scheint es. Einige Straßen weiter sah ich viele orthodoxe Juden in traditioneller Kleidung, auch viele kleine Jungs mit Schläfenlocken.
Diese kulturelle Vielfalt ist ein großer Reichtum. Hoffentlich kommen die Leute klar miteinander. Im Dönerladen war es so.
Nach dem Essen habe ich noch Nudeln, Bolognese-Sauce und Käse für das morgige Abendessen im einsamen Cottage, und Joghurt und Apfel für Frühstück und Mittagessen gekauft.
22.46 Uhr – Ich habe noch alles Korrektur gelesen und einiges zur Westmister Abbey ergänzt. Jetzt freue ich mich auf eine ruhige Nacht und morgen eine wieder mehr ländliche Fahrt.
Gute Nacht!
Mal wieder sehr schön um deine Radreise-Erlebnisse so intensiv und zeitnah verfolgen zu können!
Selber bin ich heute auf meine Radtour über Belgien in die Niederlande gestartet
Good evening Leonhard,
vielen Dank für die herrlichen Bilder aus London. Und auch überhaupt von Deiner Reise.
Ich freue mich, Deine Tour mal wieder «begleiten» zu dürfen.
Good luck! 🚴
Lisa
Super Leonhard ! Letztes Jahr stand ich mit Lena und Wolfgang auf der gleichen Stelle auf der Tower Bridge !
Danke für deine Eindrücke ! Weiter so viel Power und Freude !
LG Anja