Dezember 2025 – Seit Jahren spiele ich mit dem Gedanken, nach über 30 Jahren wieder einmal eine Radreise nach England zu machen. Nun war ich mehr oder weniger überall im einigermaßen erreichbaren Süden Europas (Kroatien, Italien, Spanien, Portugal) und somit rückte die Idee, es einmal mit dem Norden zu probieren, in den Fokus, als ich gleich nach der Rückkehr aus Spanien überlegte, wohin es denn 2026 gehen könnte.

Als grobe Orientierung für die Routenplanung habe ich die europäischen Fernradwege EV1 und EV2 genommen. Sie verlaufen teils auf britischen Fernradwegen. Canterbury, Cambridge und Peterborough will ich besuchen, dann auf der Westseite Lancaster, Lake District und Dumfries. Weitere mehr oder weniger bekannte gotische Kathedralen kamen dabei mit auf die Liste der Reiseziele. Im Familien- und Bekanntenkreis gibt es einige Schottlandfans, die mir touristische Highlights in den Low- und Highlands empfehlen konnten. Erst wollte ich nur bis Glasgow/Edinburgh hinauf, habe mich dann aber doch auch für die Highlands begeistern lassen. Die recht menschenleeren Galloways scheinen mir auch ein lohnenswerte Ziel zu sein.
An- und Abreise
Ich würde gerne von zu Hause aus losradeln. Aber die Woche, die für die Strecke an die Nordsee nötig gewesen wäre, verbringe ich lieber in den Highlands. Die Anreise geht mit der Bahn bis zum belgisch-französichen Grenzbahnhof in De Panne. Bis Dünkirchen und zum dortigen Fährhafen ist es nicht mehr weit. Die Rückreise trete ich bereits in Edinburgh an, nehme den Zug nach Newcastle und abends von dort die Nachtfähre nach Ijmuiden bei Amsterdam. Von Ijmuiden nach Amsterdam radle ich und steige dort in den durchgehenden Zug nach Siegburg. Einundvierzig Tage, knapp sechs Wochen ist die Reise lang, also nur einige Tage kürzer als letztes Jahr.
4. Februar – Die Fähre von Newcastle nach Ijmuiden und der ICE von Amsterdam nach Siegburg sind gebucht. Fehlt nur noch der Zug in Schottland. Noch kann ich dafür keinen Fahrrdstellplatz buchen. Anscheinend gibt es je Zug nur Platz für zwei Räder. Daher will ich das durchaus so bald meine möglich machen.
28. März – Endlich konnte ich auch die Fahrt mit ScotRail von Edinburg nach Newcastle buchen.
Kälte, Regen, Wind
Ein paar Videos von Radreisen in Schottland haben mir ein Gefühl für die Wetterwechsel gegeben, mit denen ich rechnen muss. Mit den doch recht vielen Regenerfahrungen der letzten Jahren und den hochalpinen Pässen, die ich schon gefahren bin, hoffe ich, bezüglich Ausrüstung und Einstellung sowohl technisch als auch mental einigermaßen vorbereitet zu sein. Der Wind allerdings wird wohl diesmal eine noch größere Rolle spielen. Mit heißem Gegenwind, wie nördlich von León oder in Andalusien, ist wohl eher nicht zu rechnen.
Unterkünfte
27. Januar – Alle Etappen sind geplant, alle Hotels gebucht. Noch haben nicht alle bestätigt, dass sie einen Platz für das Rad haben. Es kamen aber schon Aufforderungen, das Rad zu säubern, bevor es ins Haus gebracht wird.
19. April – Bis auf eine Unterkunft haben alle zugesagt, dass sie Platz für das Fahrrad haben, ggf. auf dem Zimmer. Bei der einen findet sich aber bei Booking unter den Fragen anderer Gäste die Antwort, dass sie eine Unterstellmöglichkeiten haben.
Letzte Vorbereitungen
19. April – Ich bin dabei, alle Etappen und Unterkünfte noch einmal durchzugehen. Am Ende kommt dann die Aufteilung in einzelne Tagestouren, damit ich immer sehe, wie weit ich es zur Unterkunft habe.
Einzelne eher schlecht aussehende Feldwege, über die Komoot mich leiten möchte, habe ich schon gefunden und umgeplant.
Es bleiben auch noch einige Besorgungen zu erledigen: einen Regenhut, der den Schirm ersetzen soll, Riemchen für die abgerissenen Stücke an den Radtaschen, etc.

1. Mai – Ich lege immer mal wieder ein Ausrüstungsstück dazu. Mittlerweile ist fast alles beisammen. Die Badehose nehme ich doch mit, auch ein Handtuch. Wer weiß…
Die gerissenen Laschen an den Carradice-Taschen habe ich durch Stücke von einem Riemen an der Lenkradtasche ersetzt, der mit der Klickfix-Halterung nicht mehr gebraucht wird. Die Taschen habe ich alle an einem der vielen sonnigen Tage im April nachgewachst. Die Regenjacke wurde gewaschen und imprägniert. Die Bremsklötze vorne habe ich ersetzt. Der Regenhut ist auch besorgt.
Gute Fahrt, mein Lieber!
Die Vorbereitungen sehen, wie immer perfekt aus!!!!!!!!!!!!!!!!!!!