6.23 Uhr – Gut geschlafen. Habe aber Kopfschmerzen, wahrscheinlich vom Heineken gestern Abend. Ich sollte es wirklich sein lassen.
8.32 Uhr – Großer Mist: Das Garmin Navi geht nicht an. Ich probiere rum. Startet nicht mit Powerbank. Vielleicht an der Steckdose. Sonst muss ich mit Handy fahren, was nur zwei Stunden gehen wird. Mist!
8.41 Uhr- Im Netz gesucht, mit dem Hinweis aus dem ersten Treffer probiert: Aus-Taste 30 Sekunden festhalten. Es startete! Oh, Mann!!!!
8.46 Uhr – Dann jetzt mal los und auf dem Rad die Aufregung rausradeln. Danke für den Support von zu Hause!

Die heutige Strecke ist noch etwas länger als die gestrige, aber mit etwas weniger Höhenmetern. Das Gelände der Schlacht von Culloden schaue ich mir vielleicht nur von außen an. Dann kommt Castle Brodie. In Findhorn fahre ich mal zum Gelände der Gemeinschaft. In Elgin gibt es die Ruine der Kathedrale aus dem 13. Jhd. zu sehen.

Das B&B lag auf der Westseite des Ness. Ich radle jetzt in die Innenstadt.

Kilt-Shop.

Kamel und Elefant neben dem Kreuz oben in der Mitte der Fassade des Rathauses sind eine Referenz and die Handelsbeziehungen der Stadt.
Viele schöne Geschäfte gibt es. Es ist mit 15° C ideal zum Radfahren, aber nicht zum Rumstehen.

9.39 Uhr – Blick über den Moray Firth auf die nördlichen Highlands. Jetzt ist mir warm, Sonne im Gesicht, langer Anstieg von 130 Hm. Kurz vor Culloden.

9.47 Uhr – Alle wichtigen Infos.

Der Radweg führt über das Gelände.

Blaue Fahnen entlang der schottischen Gefächtslinie, rote entlang der englischen.



10.00 Uhr – Schon jetzt sind sehr viele Besucherinnen hier, auf dem Parkplatz stehen mehrere Reisebusse. Am Museum fahre ich nicht vorbei. Weiter.

10.10 Uhr – Ganz in der Nähe befindet sich der Nairn Viaduct.

29 Steinbögen, 39 m hoch. Ende des 19. Jhd. gebaut.

Hübsch, finde ich, und stabil.

10.24 Uhr – Uff, 14% Steigung mit Gepäck, das kostet Kraft. Daher ein kurzer Fotostopp. Hinter den Wäldchen oberhalb des Viadukts liegt das Schlachtfeld.

10.33 Uhr – Sehr schöner Ort für den Morgengruß: Loslassen, Zuversicht, Freude am Schönen, Heiterkeit.
In Blickrichtung, also nördlich, schon Schauer. Toller Rückenwind schiebt mich.
Ein Bussard bei der Jagt. Er steht mit langsamen Flügelschlägen über einer Stelle über der Wiese, geht dann in mehreren Stufen runter, dann zu Boden. Ob er erfolgreich war?

Links Kühe, rechts Schafe.

Jetzt eine Schussfahrt.

10.54 Uhr – Wieder ein Anstieg, wieder eine kleine Fotopause. Der Moray Firth am Horizont.

Fahrstunde für 6 PS-Kutschführerschein.

Viel Regen an der Küstenlinie. Hinter mir ist es auch sehr dunkel.

11.43 Uhr – Kaffeepause mit Müsliriegel und Nüssen unter einem Baum als Regenschutz. Es sieht nicht nach raschem Ende aus. Also Regensachen an und los.

11.50 Uhr – Es hört auf! Nur noch 9° C. Jetzt brauche ich Sonne zum Wärmen.

Ich rolle runter zum Meer.

12.41 Uhr – Große Müslipause im Park am Nairn in der gleichnamigen Stadt. Kurz wieder Regentropfen, aber jetzt intensive Sonne. Es fehlt noch ein Café am Nachmittag, ansonsten ist alles erledigt. Bald habe ich die Hälfte der Strecke. Checkin heute nur bis 18 Uhr, aber ich habe schon im Februar angekündigt, dass ich mich melde, falls es später wird auf dieser langen Etappe. Weiter.

13.27 Uhr – Teils im Wald, teils, wie hier, über offene Felder, mehr Ackerbau als Schafweiden.

Anfahrt auf Castle Brodie.

13.39 Uhr – Brodie Castle – Sehr hübsch. Die heutige Anlage wurde 1567 erbaut. Seit 1980 ist es im Besitz des National Trust.

Rodney’s Stone, aus dem 9. Jhd. Es gibt eine Inschrift in Ogham, einem frühmittelalterlichen Alphabet. Hat man aber noch nicht entziffert.

13.57 Uhr – Feldweg, hatte ich lange nicht mehr.

Die Brücke ist mir dann doch zu eng zum Fahren. Schieben wird aber auch eng.

Oh lala, ob ich das abkriege?

14.10 Uhr – River Findhorn, so sieht man sich wieder!

Rechts geht es zur Findhorn Community, dort will ich hin.

14.46 Uhr – Zuerst bin ich bei den super netten Momos (Referenz auf den Beueler Bioladen) der Findhorns gelandet. In dem Bioladen riecht es so gut, wie damals im noch kleinen Bioladen Momo in Beuel. Im Laden ist aber nicht das Café. Es ist in dieser coolen Hütte. Jetzt kann es gerne für eine halbe Stunde schütten, damit das auch erledigt ist. Vielleicht zieht der Regen auch knapp südlich vorbei.
Hier ist auch der Veranstaltungsraum des Zentrums.

Hmmmm!
Die Findhorn Foundation, die von zwei ehemaligen Mitarbeitenden eines nahegelegenen Hotels als spirituelle Gemeinschaft begann, bietet ein großes Seminarangebot. Der Campingplatz, auf den Eileen und Peter Caddy nach ihrer Kündigung vom Hotel gezogen sind, gehört inzwischen der Foundation. Neben dem Seminarbetrieb baut man jetzt auch ökologische Häuser, hat eine biologische Kläranlage, Solaranlagen und Windräder. Seit 2001 gibt es ein College und seit 2006 ein Schulungsgebäude für nachhaltige Entwicklung. Hieran sind auch die Vereinten Nationen beteiligt.
15.15 Uhr – Die Sonne scheint. Mal weiter.


Hier findet der Roman von Stephan Frey ein neues Zuhause.

Der Bioladen.


15.29 Uhr – Der Park, von Camping Park, umfasst ein großes Gelände, mit großem Parkplatz. Jetzt aber weiter.

Blick nach Westen über die Bucht des Findhorn.

15.44 Uhr – Kinloss Abbey, gleich nebenan.

Friedhof auf dem Gelände der ehemaligen Zisterzienser-Abtei.

16.06 Uhr – Ich liege gut in der Zeit. Trete eigentlich viel zu viel in die Pedale. Also, mal langsamer machen.

16.28 Uhr – Ich sause gemütlich über die Felder. Jede Ecke am Himmel sieht anders aus. Vielleicht komme ich ja trocken bis Elgin. Noch sieben Kilometer.


16.58 Uhr – Elgin, Säule mit Statue von George V. Duke of Gordon, auf dem Old Elgin Castle Hill, genannt Lady Hill, nach der Marienkapelle, die zum Old Castle gehörte.

Zugang zum Castle Hill/Lady Hill.

Am Kreisverkehr beginnt die High Street.

Es riecht nach Fish and Chips: Ich habe Hunger!

17.18 Uhr – Elgin Cathedral, hat schon geschlossen, sagt mir ein Deutscher aus einer Reisegruppe.

Ich wurde von der Kathedralenführerin angesprochen, die gerade Feierabend machte. Sie hat mir erzählt, dass die Kathedrale nach der Reformation im 16. Jhd. aufgegeben wurde. Das Bleidach wurde irgendwann gestohlen. Das Gebäude begann zu verfallen. Als im 18. stürzte der Vierungsturm ein. Danach bedienten sich die Leite aus Elgin an den Steinen und nutzten sie als Baumaterial.
Die Führerin hat mir von Winchester Cathedral vorgeschwärmt, wo man auf das Gewölbe steigen und drüber laufen kann. Dort gibt es in den Gewölbekappen Abflusslöchet für Löschwasser, die sich öffnen, wenn das Gewölbe voll Wasser läuft und sich dann wieder schließen. Löschwasser würde sonst so schwer, dass das Gewölbe einstürzen würde.

17.41 Uhr – Ankunft. Der Vermieter hat den Platz vor und hinter dem Haus voller Sachen, die er verkaufen will.
19.33 Uhr – Ich stehe unter dem Vordach des B&B und will eigentlich essen gehen. Aber es kommt gerade ein heftiger Schauer runter, mit viel Wind. Meine Hose wäre sofort klatschnass. Kann ja eigentlich nicht lange dauern.

19.47 Uhr – Die Sonne kommt schon raus, aber noch fallen dicke Tropfen. Die Dachrinne läuft über. Es platscht mir vor die Füße.

19.52 Uhr – Und ab gehts, bevor die Restaurants schließen.
20.05 Uhr – Sitze beim Thailänder.

20.58 Uhr – Das hat sehr gut geschmeckt. Hätte sicher auch mehr sein können. Ich zahle mal.

21.34 Uhr – War beim Aldi Joghurt und Nachtisch kaufen.

Gute Nacht!
Ende