Fr. 05.06. – Dalmary – Killin – 66 km/770 Hm

6.19 Uhr – Der erste Teil der Nacht war gut, ab vier habe ich aber unruhig geschlafen. Zu der Zeit waren die gewaschenen Teile noch sehr feucht. Als ich gestern Abend aus dem Garten kam war die Heizung schon aus und die Sachen, die ich draufgehängt hatte, noch sehr feucht. Mal sehen, ob sie bis halb sechs trocken sind.

7.05 Uhr – Ein Schauer zieht durch, auf der westlichen Seite, den Bergen, sind einige weitere unterwegs. Auf der anderen Seite sieht es eher trocken aus.

8.28 Uhr – Ein sonniger Start. Abfahrt!

Ich fahre heute nach Norden, über Aberfoyle und Callander, und komme an einigen Seen vorbei. In Aberfoyle gibt es Schiefersteinbrüche. Mehr lässt sich wohl nicht sagen. Ist mir ganz recht. Hinter Aberfoyle kommt ein längerer Anstieg (250 m) und nach dem Loch Earn (150 m). Die Höhenunterschiede sind wirklich nicht sehr bemerkenswert, eher Wind, Regen und Autoverkehr. Der Anstieg gestern auf der kleinen Straße war zum Beispiel sehr schön zu fahren, ebenso wie die Abfahrt.

8.39 Uhr – Gleich in der ersten Kurve war ein schöner Platz für den Morgengruß: Freude, Dankbarkeit, Kraft, Gelassenheit.

8.59 Uhr – River Forth. Die Ebene, durch die ich gerade radele, liegt auf 15 m bis 20 m Höhe. Schon erstaunlich.

9.13 Uhr – Aberfoyle, ein kleines Straßendorf mit guter touristischer Infrastruktur. Hier geht es in den ersten Anstieg. Den Pulli habe ich vorhin schon wieder ausgezogen.

9.20 Uhr – Mal gespannt, wie der Radweg ist, der hier von der gut ausgebauten und wenig befahrenen Straße abgeht.

Da steht, dass die Strecke nix für Rennräder ist. Alles klar!

Wasserspiele für Kinder, also auch für mich.

Rosinante ist sehr beeindruckt von dem schönen Wasserfall.

12% Steigung auf nassem Schotter kostet Kraft und treibt den Puls hoch. Kurz verschnaufen, dann weiter hinauf in den Sonnenschein.

Noch mehr Belustigung für große Kinder.

Noch ein Wasserfall.

10.00 Uhr – Aus 255 m Höhe ein erster Blick in die Weite.

10.13 Uhr – Es fallen ein paar Tropfen. Ein Mountainbiker kam vorbei. Er wohnt am Rande der Lakes und erkundet gerade die Strecke für eine Runde mit seinen Kumpels. Er hat eine Lenkradtasche von Carradice, die von Sue genäht wurde, die meine Reparatur gemacht hat. Das steht bei ihm auf dem Etikett. Witzig!

Ich warte zwei Minuten, die Wolken scheinen abzuziehen.

10.24 Uhr – Und zack kam die Sonne raus. Unter mir Loch Drunkie.

Kahlschlagergebnis. Immer wieder fallen ein paar Tropfen, dann Sonne, dann Tropfen, etc.

Kleiner schwarzer Moorsee.

Die riesige Buche am Loch Venachar hält den Regen ab. Nebenan erzählt ein Rabe eine Geschichte.

Richtig großer See. Links blauer Himmel.

Rechts Regen.

11.11 Uhr – Ein bisschen mehr Sonne.

Ich nutze die kurze Regenpause für ein Picknick am Seeufer. Es gibt einen kleinen Damm am Ausgang des Sees, der ist aber nur zur Niveauregelung. Der Uferbereich auf dem ich sitze könnte manchmal geflutet werden, so wie er aussieht.

Schwarze Schatten. Schwimmt da etwas?

11.48 Uhr – Es regnet. Aufbruch!

Jetzt schnell weg.

12.07 Uhr – Callander.

Da kommt viel Regen von hinten. Schnell unter einen Baum!

12.21 Uhr – Im Café Ben Ledi in Callander. Ich wärme mich ein bisschen auf und lasse den Schauer vorbeiziehen. Heute habe ich die Regenhose noch nicht gebraucht. Vielleicht komme ich ja weiterhin ohne sie aus? Wäre schön!

12.38 Uhr – Schon scheint die Sonne wieder. Ich ziehe weiter.

Da kann man nicht meckern!

12.52 Uhr – Langweilige schnelle Bahntrasse.

Doch nicht so langweilig: Der Garbh Uisge.

Ich bin im Queen Elizabeth Forest Park unterwegs. Gestartet bin ich heute Morgen unten, nahe Buchlyvie.

Gerade bin ich durch eine große Pfütze gefahren, dachte ich. Tatsächlich war es ein tiefes, mit Wasser gefülltes Schlagloch. Das Rad hat einen ordentlichen Schlag abbekommen. Glücklicherweise war ich langsam, aber stetig rein und wieder raus, und bin nicht gestürzt.

13.25 Uhr – Loch Lubnaig.

Ich habe Sonne und Wind im Rücken!

13.39 Uhr – Ich biege um die Ecke und es regnet.

14.05 Uhr – Schotter-Single-Trail-Serpentine. Vorhin länger mit zwei deutschen Weitwanderern gesprochen. Er ist seit dem ersten April auf dem Weg von Land’s End nach John o’Groats. Seine Begleiterin ist vor sechs Tagen dazugekommen. Er zeltet bei Bauern oder geht in Jugendherbergen. Während wir sprachen kamen viele Mücken. Die Frau zog gleich ihr Mückennetz über den Kopf. Als ich sagte, dass ich mit dem Zug von Edinburgh nach Newcastle fahre, waren sie ganz überrascht.

14.10 Uhr – Vielleicht ziehe ich doch mal die Regenhose an. Aber, halt, es wird weniger.

Jetzt gibt es gerade viel kleine Mücken.

Das Wetter ist sehr launig heute.

Mal wieder eine feuchtgrüne Mauer.

14.25 Uhr – Strathyre. Man beachte die Maus auf dem Horn.

Ein kurzes flaches Stück. Ein junger Mann joggte mit Kinderwagen mir entgegen, dann an mir vorbei. Sehr schnell.

14.38 Uhr – Ich habe ihn überholt. Während ich die Regenhose anziehe, zieht er wieder an mir vorbei.

Ich mache zu viele Fotos. Den hole ich nicht mehr ein.

15.12 Uhr – Regensachen aus und zack, beginnt es zu regnen. Und diesmal ordentlich. Glücklicherweise gibt es hier einen Unterstand unter einer Brücke. Ich muss dringend etwas essen!

Lecker Müsli! Der lauwarme English Breakfast Tea auch.

15.28 Uhr – Es wird mal mehr Regen, mal nicht. Es könnte sein, dass es ein bisschen heller wird. Da mir kalt wird, werde ich mal losradeln. Hilft ja nichts!

Loch Earn.

Klart es auf?

15.45 Uhr – Sieht tatsächlich so aus!

Ich musste eine lange Serpentine mit bis zu 13% Steigung bewältigen. Bin jetzt wieder auf einer Bahntrasse. Der Zug wird kaum die Serpentine genommen haben, auch wenn es tatsächlich solche Strecken gibt.

15.54 Uhr – Auf 233 m Höhe, ich steige weiter sanft auf der Bahntrasse an. Wenig Aussicht.

Links ist schon Sonne, oben noch Regen.

Unten im Tal läuft die Hauptstraße den Pass hinauf.

Noch nicht ganz oben.

Hinter mir ist Sonnenschein.

16.22 Uhr- Auf 298 m Höhe. Sieht so aus, als ob es jetzt bergab ginge.

Und ab! Aber viele, teils hohe Wurzelaufbrüche im Teer und entsprechend viele «Slow»-Schilder.

16.44 Uhr – Killin, Beginn der Falls of Dochart. Nur noch 1,2 km.

Kein Foto von der imposanten alten Brücke über den rauschenden River Dochart. Da war es zu eng und zu voll mit fotografierenden Fußgängern.

16.51 Uhr – Ankunft bei Sonnenschein!

17.59 Uhr – Eine gute Stunde habe ich mit Säubern von Taschen und Rosinante und anschließendem Nachfüllen der Bremsflüssigkeit an der Hinterradbremse verbracht. Dann bin ich mit dem Aufzug aus den 1920er Jahren erfolgreich in den dritten Stock gefahren. Als ich das Ladegerät in den Steckeradapter stecken wollte, klemmte der. Also habe ich ihn aufgeschraubt, um festzustellen, dass man das Ladegerät etwas schräg reinstecken muss. Nichts kaputt, aber jetzt kann ich eine entspannte Dusche gebrauchen. Ein Tisch im Restaurant ist für halb acht reserviert. So lange werde ich wohl auch mit Allem noch brauchen. Dazwischen gibt es aber auf jeden Fall einen Kaffee.

Blick aus dem etwas beschlagenen Fenster auf den River Lochay. Die Heizung läuft, was wirklich toll ist, auch wenn sie gluckert.

19.59 Uhr – Bin immer wieder von der Größe der kleinen Salate begeistert.

Heute wieder eine Pie, dazu Guiness ohne Alkohol. Schmeckt erstaunlich gut.

22.15 Uhr – Soweit ist alles für heute erledigt. Die Strecke war sehr schön, mit weniger oder ganz ohne Regen wäre sie sicher noch schöner gewesen. Ich lasse mich nicht unterkriegen und bin selbst ein bisschen erstaunt, wie leicht es mir fällt, die Stimmung hochzuhalten. Die Landschaft und der gelegentliche Sonnenschein macht es mir schon leicht. Und die Aussicht, abends heiß duschen zu können, hilft auch.

Und, das möchte ich gerne noch sagen, die vielen schönen und ermunternden Kommentare helfen natürlich auch sehr dabei, die kleinen Widrigkeiten schnell zu vergessen. Danke Euch allen!!!

Morgen gibt es wieder für alle weitere Highlands/Highlights!

Gute Nacht!

One thought on “Fr. 05.06. – Dalmary – Killin – 66 km/770 Hm”

  1. Hoffentlich hat dein Radl das Schlagloch gut überstanden??

    Dieses eine «Loch» war wohl nicht bei Komoot ersichtlich?? #dadjoke 😉

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