6.39 Uhr – Ziemlich gut geschlafen. Draußen ist es neblig, aber die Straße ist trocken.
Es gibt im Hotel kein Frühstück, daher mache ich mir gleich ein leckeres großes Müsli mit viel Kaffee.
8.11 Uhr – Kurzfristig kam vorhin sogar die Sonne raus. Deutlich weniger Nebel.
Einige der Fotos, die ich gestern in der WordPress-App in den Beitrag eingefügt habe, sind offensichtlich nicht hochgeladen worden, obwohl sie in der App korrekt als hochgeladen angezeigt werden. Ich musste die Fotos über «ersetzen», noch einmal hochladen. Meist lädt die App Fotos später hoch, wenn gerade mal kein guter Empfang ist. Falls Euch also beim abendlichen Lesen auffallen sollte, dass es eine Bildunterschrift ohne Bild gibt, dann lasst es mich gerne wissen.
So, jetzt muss ich mal das Chaos hier im Zimmer aufräumen und in die Taschen packen.
9.03 Uhr – Es hat vorhin doch etwas geregnet. Die Straßen sind nass, aber es scheint aufgehört zu haben. Abfahrt ans Meer.

Die heutige Etappe ist wieder deutlich kürzer und flacher. Ich fahre durch mehrere Küstenstädte, auch durch Ayr, die Hauptstadt der Grafschaft.

9.08 Uhr – Komoot meint, ich soll das Rad die Stufen dahinten hochtragen?!?!? Da fahre ich doch lieber ein paar hundert Meter Umweg. Ist mir zu Hause wohl beim Checken der Strecke durchgegangen.

9.16 Uhr – Der erste steile Anstieg ist mit Müsli-Kraft schon gemacht. «Keep going», rief ein Mann aus dem Auto mir zu.

9.33 Uhr – In den Bergen hinter mir, aus denen ich gestern gekommen bin, scheint es zu regnen.
Ich bin gerade einer neu geteerten Hofzufahrt steil den Berg hinauf gefolgt. Dann habe ich festgestellt, dass das Navi meckert. Wegen einer zu groben Zoomstufe auf der Karte, hatte ich Radweg und Zufahrt verwechselt. Also bin ich steil wieder runter und dann steil hier rauf. Was man nicht im Kopf hat….

9.40 Uhr – Ich hoffe, das vor mir ist nur Nebel.

Bei den gelb blühenden Büschen handelt es sich um Stechginster mit langen Dornen. Schlecht für Fahrradreifen.

9.47 Uhr – Morgengruß mit Panorama: Freude am Unterwegssein, Leichtigkeit, Kraft, Neugier.
Der Wind kommt böig von der Seite. Immer mehr Nebel vor mir, der über den Buckel kommt. Über mir singt eine Lerche. Weiter.

10.05 Uhr – Mitten in einer wunderschönen langen Anfahrt. Hab ich schon gesagt, wie toll es ist, zwei gut funktionierende Bremsen zu haben? Ich freue mich beim Bremsen!
Die ganzen Höhenmeter muss ich danach noch einmal hinauf, aber egal!

Eine Scharlachfuchsie.

Im Stechginsterwald.

10.36 Uhr – Auf der zweiten Anhöhe. Unten liegen Ayr und das Meer.

Sehr schöner Aussichtspunkt.

Und unten grast zufrieden Rosinante. 14° C und neblig kalter Wind. Jetzt runter ans Meer.
Wow, das war eine genial schnelle Strecke mit neuem Tourrekord von 63 km/h! Ging völlig angstfrei, wegen der funktionierenden Bremsen.
Jetzt biege ich auf die Hauptstraße ein.

10.58 Uhr – Mal eine sehr schöne Picknickanlage.
Nach einem kleinen Anstieg, den ich auf dem Bürgersteig gefahren bin, zog eine Gruppe Rennradler vorbei. Ich bin vom Bürgersteig auf die Straße und hinter ihnen her, mit 35 – 45 km/h den leichten Hang runter. Das war echt cool, auch wenn ich sie nicht einholen konnte, bevor meine Abzweigung kam. Puh, jetzt muss ich Luft holen.

11.06 Uhr – Greenan Castle.

Der Firth of Clyde.

Auf der anderen Seite des Firth liegt die Isle of Arran.

11.17 Uhr – Die Fußgängerbrücke über den River Doon wird repariert. Muss mir eine andere suchen.

Sehr lange Promenade mit vielen gemütlichen Bänken. Der Wind schiebt weiterhin. Ich rolle zum nächsten Café.

11.41 Uhr – Gleich das erste Café, komplett voll. Den Vater mit Kind, links im Bild, habe ich gefragt, ob ich mich dazusetzen kann. Klar! Aber dann wurde dieser Tisch hier frei. Sie haben tatsächlich Fanta Lemon! Und Meerblick rüber zur Isle of Arran.

Mal ein Blick auf die Karte.
Rain-Today behauptet schon die ganze Zeit, dass es gleich regnet. Tatsächlich kommt gerade die Sonne raus. Ich trinke die Fanta noch zu Ende, dann mal entspannt weiter.

Sonne am Strand.

Die Sicht wird auch besser.

Kindergartenstrandtag.

Ganz nett hier.

Reste einer Festungsmauer. Oliver Cromwell hat die Festung 1652, nach dem Ende des Bürgerkriegs, hier bauen lassen. Aber schon 1660, nach Cromwells Tod und der Monarchiereform, wurde die Festung aufgelöst.

Der markante, nadelförmige Rathausturm und die Brücke über den River Ayr.

Blick zum Hafen.

13.03 Uhr – Bruce’s Well. Ich mache eine sehr langsame Stadtrundfahrt. Zu warm, ich muss etwas ausziehen.

Warm ist es nur mit Rückenwind. Und vor mir liegt eine Nebelbank oder Regen.

13.27 Uhr – Am Flughafen. Armlinge wieder angezogen.
13.36 Uhr – Da war eine Bordsteinkante so geschickt, dass sie mir die linke hintere Tasche aus der Halterung gewippt hat. Wahrscheinlich war der Sicherungshaken aber auch nicht richtig fest zu. Puh, das hat mich ein ganz kleines bisschen geschockt. Werde die Haken besser kontrollieren.

13.49 Uhr – Wir, Rosinante und ich, stehen in einer verglasten Bushaltestelle und warten darauf, dass der Bus kommt. Ach, nein, Quatsch, dass der Regen nachlässt, natürlich. Wo ich doch gerade auf Sonne umgeschaltet hatte. Und RainToday: kein Regen in Sicht. Ok, Autos haben die Scheibenwischer aus, ich wage es.

Sieht man den Nebel über dem Teer und den fallenden Regen in den Pfützen? Ach, egal, auch wenn die Golfer unter dem Vordach des Clubs stehen.
Ich gebe auf und nutze einen Baum als Vordach. Und hoffe, dass die Sonne gleich die Feuchtigkeit in meiner Kleidung auch zu Nebel verwandelt.
Nachtrag: Zwei Frauen kamen vorbei. Ich habe gefragt, wie man das Wetter nennen würde, Regen, oder Nebel? Sie machen einen Walk and Talk. Es würde sicher bald aufhören. Sie lobten mein Englisch, warnten mich dann aber vor dem Norden: Je weiter man komme, desto schwerer seien die Leute zu verstehen. Man sage dort z.B. nicht «two», sondern «…». Ich kann es nicht wiedergeben. Aber nett seien die Menschen, sehr nett!

14.08 Uhr – Trool liegt vor mir. Es tröpfelt weiter.

14.19 Uhr – Eigentlich wollte ich in diese Kirche, für Pause und zum Regen abwarten.

Diese rote Tür war die einzige offene. Also bin ich da rein und habe gefragt. Die beiden Frauen stellen gerade ihre Rikscha ab. Die Kirche sei geschlossen und schon verkauft worden. Noch nutzen sie vom Cycling Without Age (CWS) Trool einen Raum in diesem Anbau, um die Rikschas unterzustellen. Die beiden haben ihre für heute Mittag geplanten Touren aber wegen des Regens abgesagt. Der Club hat derzeit zwei Rikschas, eine dritte soll bald folgen. Sie kaufen sie in Dänemark, wie wohl die meisten Clubs von «Radeln ohne Alter». An dieser Stelle ein Gruß an meinen Kollegen aus Hennef, der den dortigen Club organisiert.
Ich fahre an der Mole entlang, dann zum Spar-Supermarkt oder Morrisons, zu denen mir die Frauen den Weg noch erklärt haben.

14.33 Uhr – Eine halbe Molenrunde, jetzt zum Einkaufen.

Blick in die Stadt.

14.58 Uhr – Kundentoilette genutzt, dann einen Apfel und zwei Bio-Naturjoghurt gekauft, was man so im Supermarkt erledigt. Jetzt auf zu einem schönen Platz für die Pause.

15.16 Uhr – Fällt in die Kategorie «besonders schön»! Hinter den Büschen liegt der Strand. Ich kann über den Firth auf die Insel schauen.

Ein schöner Stifterspruch auf der Bank
15.37 Uhr – Die Sonne kommt raus. Aufbruch!

Die beiden wurden mir von einer entgegenkommenden Radlerin schon angekündigt.

15.57 Uhr – Schnelle Bahntrasse.

16.29 Uhr – Mittlerweile eine andere Trasse, aber ebenfalls mit Sonnenschein und Rückenwind und zusätzlich mit leichter Steigung und Aussicht.

16.55 Uhr – Kilmarnock, das Fußballstadion, direkt neben dem Hotel.

Eigentlich hätte der Zaun ein Tor haben müssen. Wegen der Bauarbeiten muss ich aber außen rum.

17.04 Uhr – Ankunft. Wurde beim Abbiegen von einem Taxidfahrer sehr eng überholt, der auch hierher musste. Atme ich gerade noch weg.
17.22 Uhr – Bin sehr nett in Empfang genommen worden. Die Dame an der Rezeption hat den Vermerk gelesen, dass ich das Rad unterstellen möchte. Ich habe kurz erzählt, dass ich seit Barcelona immer beim Hotel nachfrage, ob das möglich ist.
Für sieben habe ich im Restaurant einen Tisch, das sollte mir ausreichend Zeit für das übliche Programm lassen. Frühstück ab sieben. Prima!

19.28 Uhr – Der Kaloriengehalt entspricht wahrscheinlich einer oder zwei Ecken von der Riesenpizza, die ich gestern verdrückt habe. Sie hält noch vor, habe ich das Gefühl.
20.20 Uhr – Zwei Kugeln Eis nehme ich doch noch als Nachtisch. Auf dem Zimmer gibt es dann einen Espresso und zwei Kekse.
Nachtrag: Danach habe ich noch lange für den nächsten Tag recherchiert.
Gute Nacht
Lieber Leonhard,
Ich freue mich immer Deinen nächsten Blogeintrag zu lesen, der Text ist so anschaulich und die Bilder auch sehr schön! Danke dafür!
Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt und inspirierende Begegnungen!