Do. 11.06. – Elgin – Banff – 73 km/580 Hm

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7.10 Uhr – Bis um halb fünf habe ich durchgeschlafen, danach unruhig. Wahrscheinlich, weil es zu hell im Zimmer ist. Es gibt keine dichten Vorhänge. Ich hatte abends einen kurzen Krampf im Fuß. Mit ein paar Tropfen Franzbranntwein ließ er sich aber sofort beenden.

Für heute ist ab etwa zwei Uhr wieder Regen vorhergesagt. Mal sehen.

9.04 Uhr – Beim Frühstück saßen zwei jungen Niederländern, die für vier Tage mit dem Flieger für eine Whisky-Tour nach Schottland gekommen sind. Der Vermieter, der früher geboxt hat, setzte sich auch zu unserer Männerrunde. Nun starte ich in einen bedeckten, aber hellen Tag.

Erstes Zwischenziel ist heute Garmouth. Dort soll es eine für Radfahrer befahrbare ehemalige Eisenbahn-Brücke über den River Spey geben. Sonst fahr ich bis zur ersten Brücke ins Landesinnere. Kurze Zeit später komme ich in Portgordon sehr nahe ans Meer. Die Strecke des NCN-1 führt dann durch fast alle Küstenorte, z.B. Portknockie, Cullen, etc., bis nach Banff. Portknockie ist der nördlichste Punkt meiner Reise. Heute erreiche ich die 2000-Kilometer-Marke.

Das Hotel in Banff hat schon geschrieben, dass es wahrscheinlich eine Abendveranstaltung gibt, die bis 1 Uhr nachts laut sein könnte. Ich werde es machen, wie im White Lion in Weston.

Noch einmal an der Kathedrale vorbei.

Die Säule auf dem Lady Hill kann ich von hier auch noch einmal sehen.

9.43 Uhr – Morgengruß mit viel Weite und Lerchenmusik: Langsamkeit, Lauschen, Zufriedenheit, Dankbarkeit.

9.54 Uhr – Freilandschweinehaltung, mit Futter- und Schlafboxen. Die kleinen Ferkel jagen über die Wiese.

Hier sind die Sauen ohne Ferkel.

10.06 Uhr – Links taucht das Meer auf. Es ist warm, ich mache mal die Arme der Windjacke ab.

10.26 Uhr – Ich will hier an der Bike-Service-Station mal wieder den Luftdruck checken. Leider fehlen aber die Dichtungsgummis und die Pumpe ist unbrauchbar.

Der Spey Viaduct ist gesperrt. Ich hatte ohnehin den Umweg eingeplant.

10.47 Uhr – Bin bis zur Brücke gefahren, die aber tatsächlich nicht mehr befahrbar ist. Ein älteres Ehepaar saß dort. Habe sie in ein Gespräch verwickelt. Er war lange Ingenieur bei der Navy Airbase hier in der Nähe. Seine Großmutter war Deutsche, sein Vater Pole. Sie sind mit der Rente aus Aberdeen hierher nach Garmouth gezogen.

Danach bin ich von der Absperrung wieder zurück bis ins Dorf gefahren. Die Bahnstrecke liegt tiefer als die Straßen und ich wollte Rosinante nicht keine lange Treppe hochtragen.

Ein Teil ist eingestürzt, weil der Fluss seinen Verlauf geändert hat und an den Seiten die Pfeiler nicht stark genug waren.man erkennt gut, dass der Fluss nicht mehr unter dem Hauptbogen durchfließt.

Das sieht wirklich übel aus. Das Ehepaar ist früher täglich über die Brücke spaziert.

11.17 Uhr – Knapp fünf Kilometer waren es bis zur nächsten Brücke bei Mosstodloch. Der River Spey kommt von Newtonmore und Aviemore runter, wo ich auch war.

11.46 Uhr – Flach ist es hier. Vorne das Meer.

Gepunktete Wiese.

Man sieht den Verlauf der Bahnstrecke, die von der eingestürzten Brücke kommt.

11.55 Uhr – Portgordon.

Hier gibt es ein Dorfgemeinschafts-Café,

In dem ich Kuchen und Kaffee nehme.

Das Regengebiet nähert sich langsam von Westen. Wird mich irgendwann einholen.

12.27 Uhr – Weiter geht es auf der Bahntrasse.

Ich kann die Berge auf der anderen Seite des Firth sehen.

Raue Oberfläche, aber ok. Schöne Aussicht.

12.41 Uhr – Nach kurzer Zeit musste ich wieder runter auf die Straße. Die ist sehr viel angenehmer zu fahren. Da bleibe ich und genieße den Rückenwind.

12.48 Uhr – Fischerreihafen in Ianstown.

Hübsche Häuser.

12.52 Uhr – Hier nehme ich die Sandwiches von heute Morgen zu mir.

Bevor ich mich zu sehr beeile, dem Regen zu entkommen. Geht ja ohnehin nicht.

13.04 Uhr – Gute Entscheidung!

Blick zurück nach Westen.

Kleine Burgruine. Dahinter verläuft die Bahntrasse.

Findochty.

13.25 Uhr – Blick in den Hafen des Fischerdorfs.

13.32 Uhr – Ab hier auf dem Küstenpfad.

Auf den Klippen. Winzige Tropfen fallen.

Sehr schön hier oben.

Tolle Brutstätte für Vögel, nehme ich an.

Portknockie.

Im Hafen gibt es ein Schwimmbad.

14.25 Uhr – Diese Stelle definiere ich mal als den nördlichsten Punkt meiner Radtour. Hier habe ich die Müslipause gemacht. Die 2000 km-Marke ist erreicht.

Jetzt fallen erste Tropfen. Weiter!

Wieder auf der Bahntrasse.

14.46 Uhr – Blick auf Cullen. Viele Grüße nach Kesseling!

Von der Bahntrasse aus. Kein Regen, nur winzige Tröpfchen. Ich ziehe die Regensachen bald wieder aus.

Links der Temple of Pomona, ein kleiner Gartentempel aus dem 19. Jhd.

Rechts Castle Hill. Mehr Regen, gut dass ich noch angezogen bin.

Tempelchen, Viadukt, Golfplatz, Klippen und Sandstrand: alles da! Ich verlasse jetzt die Küste bis Whitehills.

15.31 Uhr – Große Getreidefelder, kaum Weiden. Mein Weg führt am Füße des Hangs nach links.

Fordyce.

15.46 Uhr – Jetzt wieder mit tollem Rückenwind.

15.59 Uhr – Portsoy. Sehr viele Wohnmobile stehen auf den Wiesen rund um den Ort. Es gibt am Wochenende das große Boat-Festival, das 10.000 Besucherinnen anzieht. Es gibt eine Bootsparade, traditionelle Live-Musik, Kunsthandwerk, Handwerker-Workshops für Seilherstellung oder Segelreparatur, usw. Das verpasse ich ja nun leider.

16.04 Uhr – Fotopause im Anstieg. Blick zurück.

16.24 Uhr – Hohe Klippen.

16.31 Uhr – Vor mir liegt Whitehills.

Die Bucht.

Blick nach Norden über die groben Felsen und Steine in der Bucht.

16.51 Uhr – Die Boyndie Bucht, Banff voraus. Es nieselt. Noch zwei Kilometer.

Die Boyndie Beach, ein Stück Sandstrand.

17.03 Uhr – Nur noch auf die Klippe hoch.

Natürlich kann ich auch mal 15% Steigung bei Gegenwind fahren. War ja schnell erledigt. Jetzt Puls runter und zur Rezeption.

17.10 Uhr – Ankunft, zusammen mit den ersten Hochzeitsgästen.

Blick vom Hoteleingang. Alle Achtung!

17.44 Uhr – Ich weiche gerade von meiner ehernen Regel ab, erst die Wäsche und die Dusche zu erledigen, und habe mir einen Belohnungskaffee gekocht. Dazu gibt es Walker’s Shortbread. Sehr lecker.

Man hat mir ein größeres Zimmer gegeben, sagte die nette Frau am Empfang. Von der Hochzeitsfeier gekommen ich auch bei offenem Fenster derzeit überhaupt nichts mit. Kann gerne so bleiben!

Abendessen über der Bucht. Monkfish Scampi, quasi schottischer Kibbeling. Da ich danach immer noch Hunger hatte, habe ich auch noch eine Apple Tarte gegessen.

21.40 Uhr – Sonnenuntergang ist um 22.09 Uhr, also in einer halben Stunde. Es hat satt geregnet in den letzten Stunden.

22.27 Uhr – Gut gesättigt und mit einem starken Kaffee versorgt erfasse ich noch Fahrdaten und bereite die morgige Etappe vor.

Bis auf wenige Tropfen bin ich heute gar nicht nass geworden. Es gab aber auch keinen blauen Himmel. Die Fahrt am Meer, von Fischerdorf zu Fischerdorf, war eine schöne Abwechslung.

Gute Nacht!

Ende

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