Do. 04.06. – Glasgow – Loch Lomond – Dalmary – 65 km/540 Hm

6.33 Uhr – Gut geschlafen bis etwa halb fünf. Das Bett ist etwas zu kurz, die Füße hängen über. Davon werde ich wach, ziehe die Beine an, schlafe wieder ein.

Es sieht heute erneut nach sehr viel Regen aus. Bin gespannt, wieviel ich von der Landschaft sehe. Ich werde jeden kleinen Lichtblick genießen und hoffe auf ein warmes Café zur rechten Zeit.

7.28 Uhr – Der Frühstücksraum ist voll. Auch hier wieder einige deutsche Stimmen. Ich kann meine Basisversorgung mit Müsli abdecken. Jetzt noch einen Toast mit Marmelade und einen zweiten Kaffee. Zwei Scheiben Toast, einen Apfel und einen Joghurt nehme ich für die Tagesverpflegung mit. Das hat gestern, zusammen mit meinem Müsli, auch komplett gereicht.

8.34 Uhr – Es regnet nur noch wenig, also für den Augenblick. «Bon courage», wünschte eine Französin. Kann ich immer brauchen. Abfahrt!

Bis Dumbarton bleibe ich am River Clyde, bzw. dem Firth-Clyde-Kanal. In Dumbarton mündet der aus dem Loch Lomond kommende River Leven. Nahe seiner Mündung in den River Clyde steht eine Festung. Hier biege ich nach Norden zum Loch Lomond ab. Vielleicht fahre ich dort nach dem Blick in den See auch noch zum Balloch Castle. Danach geht es über die Dörfer bis kurz vor Aberfoyle.

8.41 Uhr – Kelvingrove Art Gallery, sieht aus wie eine ehemalige Kirche.

Glockenturm der Uni, wenn ich das richtig sehe. Oberhalb vom Kelvin, dem kleinen Fluss.

Tatsächlich ein kleines Stück blauer Himmel!

9.00 Uhr – Ich traue dem Braten nicht und lasse die Regensachen an.

9.06 Uhr – Langsam geht es voran auf dem holprigen Radweg an der Ausfallstraße. Aber schön, dass es ihn gibt!

9.10 Uhr – Und jetzt auf einer alten Bahntrasse. Es ist eindeutig zu warm für Regensachen. Aber ich wette, dass es in fünf Minuten losgeht, wenn ich sie ausziehe. Ich mache es trotzdem.

9.21 Uhr – Kein Regen! Von diesen Verschlägen gibt es mehrere. Taubenschläge?

Oder was? Es nieselt minimal.

9.40 Uhr – Damit das große Rad nicht geklaut wird, ist es mit einem Bügelschloss gesichert. Witzig! Am Forth and Clyde Canal.

9.47 Uhr – Die Unterkunft hat geantwortet, dass sie Töpfe zum Kochen haben. Diese Antwort kann ich jetzt doch wieder bei Booking sehen. Ich verstehe das nicht. Also, gestern viel unnötige Aufregung. Der Nieselregen wird dichter.

Beardmore Sculpture, Kriegsschiffbau.

Im Hintergrund ein Berg im Sonnenschein, schnell festhalten, bevor er weg ist.

10.17 Uhr – Der Berg ist immer noch da.

10.22 Uhr – Bowling Harbour. Der Kanal geht in den River Clyde über. 1963 wurde der Kanal geschlossen. 2002 wurde er über das Falkirk Wheel wieder geöffnet, nach siebzig Jahren gab es wieder eine schiffbare Ost-West-Verbindung in Schottland. Unter den wiederhergestellten Bögen der Eisenbahnbrücke, über die ich radle, befinden sich Shops.

10.34 Uhr – Die Bahnstrecke, die ich nutze, war zweigleisig, so breit wie der kurze Tunnel ist.

Es könnte ein paar Stunden trocken bleiben. Also raus aus der Regenkleidung.

11.02 Uhr – Auf dem Hügel liegt Dumbarton Castle.

Der Felsen ist groß und stark befestigt.

Gatehouse. William Wallace wurde hier gefangen. Maria Stuart war sechs Monate hier. Ich hole mir die Aussicht, die sicher vom Felsen oben toll ist, auf einem der Anstiege. Ich will jetzt rauf zum Loch Lomond. Und in ein Café.

Halt, erst die Brotpause mit Kaffee.

11.29 Uhr – Ziemlich windig. Aufbruch!

11.56 Uhr – Der Weg führte über den Parkplatz vom örtlichen Morrisons, das ist der mit den Kundentoiletten. Ein netter Mitarbeiter hat mir eine 250 g Packung Maccaroni gezeigt. Jetzt habe ich Nudeln, Soße, Käse und einen zusätzlichen Joghurt schon für morgen. Das macht den Rest des Tages doch gleich viel entspannter.

12.27 Uhr – Mit Seitenwind am River Leven auf dem Weg zum Loch Lomond.

Whiskey-Fässer, nehme ich an.

Oder auch Bierfässer. Später kam noch eine Firma mit hoch gestapelten Fässern zwischen den Fabrikhallen. Es roch dort irgendwie nach Bier.

12.52 Uhr – Loch Lomond.

Na, wenn das mal keine schöne Aussicht ist. Mit Carrot Cake und Flat White.

Der See ist 36,4 km lang und bis zu 190 m tief. Von der Oberfläche in Quadratkilometern ist er der größte in Great Britain. Im United Kingdom gibt es zwei größere Seen in Nordirland.

In den Bergen am Nordrand des Sees regnet es ziemlich intensiv. Jetzt fängt es hier auch an.

Schnell zum Rad und in Regensachen einpacken.

13.17 Uhr – Es scheint vorbeizuziehen. Also keine Regenkleidung anziehen. Aber trotzdem weiter.

Sea Life Aquarium und Shopping-Zeile.

Im Landschaftspark von Balloch Castle.

Der Walled Garden, wie ein Kreuzgang im Kloster

13.42 Uhr – Balloch Castle: Schick und exzellent gelegen, aber etwas heruntergekommen.

Sehr schöner Blick über den See. Der Wind ist ziemlich böig.

14.13 Uhr – In der Allee, die aus dem Park führt, lachte mich diese Aussicht und die dazu passende Bank als Sitzplatz für die Müslipause an. Im Blickfeld ist mal wieder ein ordentlicher Schauer, der sich ziemlich schnell auf mich zuzubewegen scheint.

14.23 Uhr – Scheint schon vorbeigezogen zu sein.

Halt, da kommt Teil zwei. Ich bleibe unter einer großen Eiche stehen und warte mal ab.

14.48 Uhr – Wunderbares Sträßchen. Niesel von hinten. Bergab!

15.01 Uhr – Sehr viel Wolkenstimmung. Gerade lief mir der erste Hase über den Weg. Rehe habe ich auf der Tour schon öfter gesehen.

15.27 Uhr – Der Dorfplatz in Drymen, dem Tor zum östlichen Loch Lomond. Der Spar-Laden, den ich mir gestern für die Einkäufe ausgesucht hatte, ist vor mir, daneben gibt es ein Café, ein Pub und ein Restaurant. Das ist viel für so einen kleinen Ort. Leider ist mir nicht nach Café. Ich bin im letzten Anstieg für heute, noch etwa zweihundert Höhenmeter fehlen. Das ist schnell gemacht. Ab 16 Uhr kann ich in die Unterkunft.

15.50 Uhr – Da zieht etwas auf. Ich radle mal los.

Sehr langer gerader Aufstieg, mit Wind- und Regenschutz.

16.07 Uhr – Wow, ich kann Loch Lomond noch einmal sehen. Ich versuche, mich vom Wind weiter den Berg rauf schieben zu lassen.

Vielleicht zieht der Regen tatsächlich an mir vorbei.

16.21 Uhr – Fast oben. Der Regen zieht wirklich sehr knapp an mir vorbei.

Ein sehr schöner Platz für einen sehr späten Morgengruß: Dankbarkeit, Freude, Kraft, Neugier.

Kleiner Stausee im Hochmoor auf 200 m Höhe.

Sehr fotogen.

Der Ausblick für die Abfahrt.

16.40 Uhr – Wird immer noch schöner!

Will gar nicht weiter!

Wow, das wird schnell!

Bin mit knapp über 60 km/h hinter einem Auto den Berg runter. Der Strassenbelag war gut und ohne Splitt.

17.13 Uhr – Ich hatte mir die falsche Stelle für die Unterkunft auf der Karte markiert. Das Haus dort links sah so gar nicht nach dem B&B aus. Es kamen zwei Spaziergänger von rechts. Die habe ich gefragt, und es jetzt auch auf der Karte gefunden. Was es alles gibt.

17.21 Uhr – Das sieht gut aus.

17.23 Uhr – Am Ziel, nehme ich an.

Ja, bin richtig! Jetzt reinige ich Rosinante und die Taschen noch etwas mit der Bürste, tut ihnen sicher gut.

Der Panoramablick vom Garten aus ist umwerfend. Man kann auch sehen, dass es immer irgendwo regnet und irgendwo die Sonne scheint.

In dem kleinen Gartenpavillon gibt es einen zweiflammigen Campingkocher. Das Holzgestell darunter steht auf der Sitzbank und ist etwas abschüssig. Ich habe Sorge, dass mir Topf oder Pfanne vom Kocher rutschen. Mal gespannt.

Sieht gut aus. Schmeckt auch gut!!

20.39 Uhr – Jetzt lasse ich meinen Magen die 250 g Maccaroni, 450 g Soße und 200 g geriebenen Käse mal in Ruhe verdauen. Zur Sicherheit schütte ich eine Tasse Earl Grey nach. Leider steht im Kühlschrank nur Milch für den Tee. Kaffee gibt es nicht und an ein Bier oder eine Limonade habe ich beim Einkaufen zwar gedacht, war mir aber zu viel.

Dafür, welches Wetter vorhergesagt war, hatte ich heute großes Glück. Ich bin eigentlich kein einziges Mal richtig nass geworden. Die Aussichten auf das stimmungsvolle Wettergeschehen konnte ich mit Freude genießen. Jetzt ist die Landschaft so richtig nach meinem Geschmack. Noch fünf weitere Tage verbringe ich in den Bergen. Das Wetter wird wohl weiter so wechselhaft bleiben. Ab Mittwoch nächster Woche könnte es stabiler trocken bleiben. Die Temperaturen liegen 4° C bis 14° C, wie ich sie in den ersten Tagen in Kent hatte.

Gute Nacht!

One thought on “Do. 04.06. – Glasgow – Loch Lomond – Dalmary – 65 km/540 Hm”

  1. Lieber Leonhard,
    Sehr schöne Fotos und Reisetagebuch von Dir! In Loch Lemond war Thomas auch schon! Und auch sehr begeistert von Schottland und das Wetter war bei seiner Tour auch immer so 😊
    Dir noch viele schöne Eindrücke!
    Liebe Grüße aus Aachen von Bettina und Thomas

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