6.30 Uhr – Gut geschlafen, auch wenn um 4:00 Uhr die Glascontainer im Innenhof geleert worden.

Morgendlicher Blick über die Stadt. Links sieht man die Burg, rechts die Kuppel des Rathauses am Markt.
7.49 Uhr – Viel Müsli, Brot mit Käse und Schinken, Baguette mit Marmelade, dazu eine Menge Kaffee: Das sollte bis Mittag reichen.

Heute fahre ich viel in westliche Richtung. Der Wind kommt von Süden, also nicht direkt von vorne, und er scheint etwas schwächer zu werden. Es könnte, bis auf ein paar Tropfen, trocken bleiben und wieder gut 20° C warm werden.
Besonders interessant wirkt Derby nicht. Könnte wieder ein ruhiger Fahrtag werden.
8.39 Uhr – Abfahrt.

Protected Bikelane. Prima Sache, aber das Wechseln der Straßenseite ist teils kompliziert. Einmal musste mir ein entgegenkommender Radfahrer helfen.

Fahrradstraße gibt es hier auch.

9.03 Uhr – Schloss des Industriellen Jesse Boot, Lord Trent.

9.18 Uhr – Gut ausgeschildert.

Drückampel, auch für Reiterinnen. Auf der anderen Straßenseite ist der Knopf auch auf einer angemessenen Höhe für Reitende angebracht.

10.21 Uhr – Fast 20 km durch die Stadt und ihre Randbezirke. Jetzt bin ich auf dem Land, neben dem verlandeten Derby-Kanal, der 1796 fertig gestellt wurde.

10.42 Uhr – An diesem Wehr wird Wasser vom River Derwent in den Kanal abgeleitet.

10.50 Uhr – Sehr schöner breiter Radweg. 20° C und etwas schwül. Ich ziehe besser mal die Windjacke aus.

11.17 Uhr – Sehr schöne Pausenbank am Alvaston Lake in Derby, nicht weit vom Stadtzentrum.

Gänse mit ihren Jungen in den Gänseblümchen.

11.34 Uhr – Die Innenstadt liegt links.

Die Kathedrale von Derby. Der Turm ist noch aus der Hochgotik. Davor das Denkmal für Charles Edward Stuart (Bonnie Prince Charles), der 1745 mit seiner Armee auf dem Weg nach London war, um den König aus dem Haus Hannover zu stürzen, und hier in Derby umkehrte. Ein Sieg schien aussichtslos.
Derby war ein Zentrum der industriellen Revolution. 1717 gab es hier die erste wasserbetriebene Seidenspinnerei. Bis heute ist es ein Zentrum der Eisenbahnindustrie. Hier wurde die erste Diesel-Elektrische-Lokomotive gebaut. Seit 2021 ist es Alstom, die hier Züge bauen.

Der Turm.

Einer der Gedenkplatten an die Errungenschaften der Stadt.

Ehemaliges Gefängnis, heute ein Businesspark.

Arbeitersiedlung, nehme ich an. Viele Häuser sind zu vermieten.

12.35 Uhr – Schöner Park, guter Radweg. Ich lege die Ärmel der Windjacke und die Beinlinge ab. Und schmiere Arme und Beine mit Sonnenmilch ein. Wir haben über 20° C. Probeweise habe ich mal den Spiegel montiert. Er behindert etwas beim Schalten, da er auf der rechten Seite ist und ich dort am meisten schalte. Wenn er zu sehr stört, nehme ich ihn wieder ab.
Verspäteter Morgengruß: Freude, Selbstzufriedenheit, Rhythmus, Freundlichkeit.
12.59 Uhr – Eine ältere Dame setzte sich neben mich. Bis hierher schaffe sie es mit ihrem kaputten Knie noch. Früher, in den Achtzigern, sei sie mit ihrem Mann auf dem Tandem in acht Tagen von Land’s End nach John o’Groats geradelt. Ihr Mann ist letztes Jahr gestorben. Er war Atomenergie-Ingenieur. Zwei ihrer drei Kinder leben leider auch schon nicht mehr. Sie ist 88 und während COVID hierhergezogen, wegen der Kinder, die jetzt nicht mehr leben. Sehr traurig, aber sie wirkte sehr tapfer.
Sie zog los, als ich mit dem Spiegel beschäftigt war. Ich sah sie später vor ihrem Bungalow stehen und habe ihr gewunken.

13.13 Uhr – Alte Bahntrasse, langweilig, aber schnell.

Bei Sonne ist wieder Farbe möglich!

13.58 Uhr – Die Hecken sind hier ausnahmsweise mal flacher, ich kann darüber hinweg die Landschaft sehen.

14.40 Uhr – Auf dieser, zur Jahrtausendwende gestifteten Bank habe ich noch einmal Kalorien nachgefüllt: Kleiner Rest Baguette von gestern, Brie, Trockenfleisch. Noch 13 km mit einem längeren Anstieg. Da kann ich mir auch noch ein Café unterwegs leisten.

15.17 Uhr – Auf der anderen Seite des Tals beginnt der Peak District.

15.43 Uhr – Kein Café, aber schon mal bei Halfords ein neues Multi-Ladekabel und bei M&S zwei Joghurts gekauft. Noch fünf Kilometer den Berg hinauf.

15.58 Uhr – Brücke über den River Dove. Leider muss ich auf einer Kategorie-A-Straße fahren, könnte einer Bundesstraße entsprechen. Solange es geht, nehme ich den Bürgersteig.

Hmpf, da vorne hört der Fußweg auf. Das wird hart.

16.20 Uhr – Der Verkehr auf meiner Seite ist nicht sehr dicht. Für LKWs halte ich am Rand an, der Rest braust meist einigermaßen anständig vorbei.
Nur noch 1200 m.

Auf 265 m Höhe mit toller Aussicht. Bisher waren 200 m Höhe das Höchste. Noch 900 m.

16.33 Uhr – Am Etappenziel. Yeah, geschafft!

19.13 Uhr – Hinter dem Haus gibt es einen kleinen Park mit Bungalows. In meinem hätten drei Leute Platz. Praktisch sind der überdachte Carport und die Möglichkeit quer zu lüften. Das sollte beim Wäschetrocknen helfen. Heute habe ich mal die Windjacke gewaschen.
In den nächsten Tagen steigt hier die Temperatur auf bis zu 29° C an, in Derby werden 30° C erreicht, in Lancaster, an der Westküste, noch 23° C. Klingt erstmal gut.
Ich frage mich ja auch immer, was alles in den Taschen ist. Da sind zum Beispiel die Armlinge und Beinlinge, warme Radkleidung und dünne, Medikamente, Badehose und Strandhandtuch, könnte ja sein, dass ich sie brauche, sowie die Regenkleidung. die ich heute nicht gebraucht habe. Bei schönem Wetter sind die Taschen voller, da ich weniger Kleidung selber trage.
Mit dem Auf und Ab komme ich klar, A-Straße ohne Radweg ist halt übel. Morgen muss ich noch ein kurzes Stück auf dieser Straße fahren.

Zum Nachtisch gibt es Peach Crumble mit Custard. Wurde mir empfohlen! Schmeckt gut!
21.55 Uhr – Ich habe die Fahrdaten und Ausgaben, die ich täglich abends erfasse, von der Papierliste in die Excel-Tabelle auf dem Tablet übertragen.
Soweit fertig für heute. Frühstück morgen erst um acht, ich kann also mal ausschlafen.
Gute Nacht!