Mi. 20.05. – Glaston – Nottingham – 75 km/690 Hm

6.24 Uhr – Keine Krämpfe, nur ganz leichte Kopfschmerzen. bis um sechs durchgeschlafen.

Heute ist die Fahrtrichtung etwas mehr nördlich und damit etwas aus dem Wind heraus, der wieder stark sein wird. Auf der Hälfte der Strecke liegt Melton Mowbray. Dort fanden im 18. und 19. Jhd. gerne Fuchsjagden statt. Das Ziel Nottingham ist aus Robin Hood bekannt. Dort gibt es aus dem 9. Jhd. Sandsteinhöhlen, die als Wohnungen genutzt wurden. 1642 nahm der englische Bürgerkrieg hier seinen Anfang, als Karl I. sein Banner auf der hiesigen Burg hisste. Großartig zu besichtigen gibt es nicht. Sollte mal ein reiner Fahrtag werden.

Hier noch die versprochene Erläuterung zum Chinesischen Morgengruß:

Gerade stehen, die Hände vor den Augen, die Ellenbogen auf Schulterhöhe. Dann öffne die Arme («öffne die Tore») führe die rechte Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger nach oben zum Himmel, und die linke zur Erde, mache dabei mit dem rechten Fuß einen Schritt nach hinten («oben der Himmel, unten die Erde») . Dann beide Hände zum Herzen («und mitten drin nur ich, Leonhard»). Dann mit hängenden Armen vorbeugen und sie ausgestreckt nach oben führe («Feuer»). Dann langsam die Hönde von oben am Körper entlang mit sich bewegenden Fingern runterführen («Wasser»). Dann schaut man sich um, dreht sich einmal im Kreis. mit ausgestreckten Armen. Der rechte Arm zeigt dabei mit nach oben offener Hand in Blickrichtung, der linke mit Handfläche nach unten ist hinten. Nach der Drehung holt man sich mit der ausgestreckten rechten Hand etwas für den Tag aus jeder Himmelsrichtung, was einem so einfällt, und führt dabei jedesmal die ausgestreckte Hand zum Herzen, und streckt sie dann in die nächste Richtung. Z.B. Gottvertrauen, Kraft, Zuneigung, Freundlichkeit. Dann mischt man das alles mit beiden Händen auf dem Bauch gut durch und schleudert mit den Händen zur Erde weg, was man heute loswerden möchte. Dann die Hände flach vor der Brust zusammenlegen, wie zum Gebet, und zum Himmel führen, wie ein wachsender Trieb, oben die ausgestreckten Arme öffnen und in einem weiten Bogen wie eine sich öffnende Lotusblüte die Hände weit vom Körper nach unten führen. In einer Bewegung kommen die Arme überkreuzt nach oben und man umarmt sich selbst («umarme deinen Tiger»). Dann in einen breiten Stand wechseln, die Hände auf die Oberschenkel stützen und kraftvoll und energiegeladen in den Tag blicken.

8.30 Uhr – Abfahrt. Tief hängende Wolken, böiger Wind, trocken.

8.38 Uhr – Nur ein kurzes Stück vom Hotel tat sich dieser Blick auf in ein kleines Tal. Heute wird es öfter rauf und runter gehen.

Morgengruß: Entspannung, Achtsamkeit, Energie, Freundlichkeit.

9.08 Uhr – Es ist mit 14° C und leichten Steigungen zu warm für den Wollpulli. Ich ersetze ihn mal durch die Armlinge.

9.38 Uhr – Die Dorfkirche in Egleton ist offen. Aus Gründen der Gemütlichkeit besuche ich sie mal.

Sehr schönes romanisches Tympanon.

Löwe und Einhorn halten das Wappen über dem Bogen.

10.03 Uhr – Habe ein bisschen meditiert. Der Tag ohne Highlight und mit beruhigend gleichförmiger Landschaft macht mich grad ein bisschen melancholisch. Jetzt meditiere ich auf dem Rad weiter.

10.43 Uhr – Beim Tesco in Oakham habe ich Baguette, Käse und Schinken gekauft, um das Müsli ergänzen zu können. Das Wetter hat die Zeit genutzt, um die Sonne rauszulassen.

Auf der Suche nach Trockenfleisch haben mich zwei junge Angestellte durch den ganzen Markt geführt. Einen Ersatz für mein wackeliges Multi-Ladekabel habe ich nicht gefunden.

11.01 Uhr – Hinter mir die Seen und Wasserreservoire von Rutland Water.

11.32 Uhr – Wie schon gesagt, ziemlich gleichförmig. Die nächste Bank ist für mich reserviert. Für Brot und Käse mit Kaffee.

11.53 Uhr – «That hill’s a killer» sagte die Frau also ich nach 14% Steigung oben bei ihr und ihren Hunden ankam. Die reservierte Bank war in einer sauberen Bushaltestelle, aber mit Blick auf einen schmutzigen Stall. Jetzt sause ich also hier noch runter und nehme die nächste Bank.

12.09 Uhr – Mittag und auf der Mitte der Etappe. Jetzt also Mittagessen!

Marktplatz von Melton Mowbray.

12.37 Uhr – Es fing an zu nieseln, aber das macht mir mittlerweile nicht mehr so viel aus. Unter dem Bäumchen auf dem Marktplatz habe ich Brot und Käse gegessen, dazu heißen Kaffee getrunken. Ich nehme zur Sicherheit noch ein bisschen Müsli, um dem Hungerast vorzubeugen.

Auf der Suche nach einem windgeschützten Platz.

13.18 Uhr – In der kleinen überdachten Einkaufspassage bin ich fündig geworden.

13.52 Uhr – Nach einem schönen Telefonat mit Zuhause mache ich mich mal wieder auf.

14.27 Uhr – Jetzt rolle ich in eine weite Ebene.

15.42 Uhr – Das Pub in Strezza hat zwar Kaffee, aber keinerlei Süßes dazu. Also habe ich mich für Limo und Chips entschieden. Wir haben etwa 18° bis 20° C, mehr, wenn die Sonne mal rauskommt. Aber der böige Wind von schräg vorne nervt mich, auch hier wuselt er durch den Garten.

Gleich komme ich an den River Trent, dem ich bis Nottingham, gegen den Wind, folge.

16.21 Uhr – Grantham Canal.

16.32 Uhr – River Trent. noch vier Kilometer.

16.42 Uhr – Der Bahnhof von Nottingham ist schon mal ganz ansehnlich.

Liam, ein Radfahrer, sprach mich an, fragte ob ich eine «Tar» mache. Bis ich mal verstanden hatte, dass er Tour meinte. Er hat mir gleich empfohlen, wo ich morgen lang fahren soll. Er will den Gotthard nächstes Jahr fahren und mal den Camino laufen.

17.02 Uhr – Die Burg auf dem Sandsteinfelsen und darunter, links, «The oldest inn in England». Davon gibt es aber drei in Nottingham.

Der hier behauptet von 1189 zu sein.

Eingänge zu den Höhlen, die im zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker genutzt wurden.

Nottingham Castle. Wahrscheinlich müsste ich es belagern, um reinzukommen. Dafür fehlt mir aber heute irgendwie die Zeit.

Mit blauem Himmel ist alles gleich viel schöner!

Marktplatz. Nicht romantisch, aber groß.

17.24 Uhr – Ankunft.

Rosinante ist ganz aus dem Häuschen, weil er mal wieder mit auf das Zimmer und sogar die Wäscheleine halten darf.

Der Raum hat keine Angst im Dunkeln, man kann ruhig das Licht ausmachen: witzig!

18.49 Uhr – Im Kino, das Liam mir empfohlen hat, beginnen die Vorstellungen alle vor 20 Uhr. Das wird mir zu hektisch. Mal sehen, vielleicht klappt es in einer der nächsten Städte.

19.25 Uhr – Nach dem Chicken Curry gestern ist heute wieder Pizza dran. Anschließend Tiramisu und Espresso.

20.44 Uhr – Das war sehr lecker. So richtig satt bin ich von der großen Pizza zwar nicht, aber den restlichen Hunger stille ich beim Frühstück.

22.24 Uhr – Heute hatte ich gegen Ende etwas Probleme mit dem Sitzen. Daher habe ich vorhin die Wundersalbe aufgetragen. Morgen will ich auch von der eher warmen Laufhose auf Beinlinge umsteigen, da es doch etwas wärmer geworden ist.

Noch kurz ein Blick auf die Karte. Gut 500 km liegen nun schon hinter mir.

23.04 Uhr – Zeit zum Schlafen. Gute Nacht!

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