Di. 12.05. – Bonn – Dünkirchen – 26 km/50 Hm

6.03 Uhr – Aufstehen! Es geht los.

7.00 Uhr – Fertig mit dem Frühstück, jetzt könnte ich los. Aber selbst die frühe S-Bahn, mit der ich 40 min Puffer zum ICE habe, fährt erst um 8.27 Uhr. Der Himmel ist gerade blau, draußen sind es 6° C. Die Eisheiligen werden ihrem Namen gerecht.

7.48 Uhr – Abfahrt.

Dann nehme ich doch einfach den noch früheren Zug. Überall grüne Ampeln und Wind von schräg hinten haben mich sehr zügig vorankommen lassen.

8.31 Uhr – Ach, oh, nein, schade, sowohl unser Ältester, als auch ein Kollege waren für den 8.27 Uhr-Zug am Bahnsteig und wollten mich verabschieden. Das wäre so schön gewesen! Aber ich danke euch herzlich und entschuldige mich, dass ich so ungeduldig und aufgeregt war, dass ich gleich in den erstbesten Zug gestiegen bin.

9.03 Uhr – Ich habe jetzt noch eine Dreiviertelstunde Zeit bis zur Abfahrt des ICE nach Brüssel.

9.41 Uhr – Der ICE rollt pünktlich ein, nur, um es ein bisschen interessanter zu machen, in einen anderen Gleisabschnitt.

9.56 Uhr – Es ist leer im Fahrradabteil, ich kann die hinteren Taschen erstmal dranlassen. Der Zugchef hat mich gerade dazu aufgefordert, das Rad vorne einzuhängen. War mit dem Lowrider etwas fummelig, ging aber.

10.00 Uhr – Kaffee, Croissant, Brote, Buch, Rohkost: entspannen bis Brüssel. Ich habe Zeit und antworte allen, die mir auf meine gestrige Mail eine gute Reise gewünscht haben.

10.58 Uhr – Wir fahren mit fünfzehn Minuten Verspätung in Lüttich ein. Ich bin entspannt, da ich eine Stunde Aufenthalt in Brüssel Midi habe.

Im Radabteil kamen zwei Pilger ins Gespräch miteinander, einer mit Fahrrad. Beim Aussteigen hat dieser eine seiner Taschen am Platz zurückgelassen. Eine Mitreisende hat es wohl bemerkt und ihm die Tasche noch schnell zur Tür gebracht. Das war knapp.

11.38 Uhr – Halt in Brüssel Nord. Hier könnte ich schon in einen früheren Zug nach Gent umsteigen. Mal sehen, vielleicht erreiche ich den ja auch noch in Brüssel Midi.

12.02 Uhr – Bin wohl etwas voreilig in Brüssel Midi in einen Zug eingestiegen, der doch nicht nach Gent fährt. Ein netter junger Mann riet mir, hier in Central wieder auszusteigen.

12.11 Uhr – Zurück über Brüssel Midi, jetzt tatsächlich auf dem Weg nach Gent. Wegen Nahverkehr und viel Zeit bin ich erstaunlich gelassen.

In Gent könnte ich den Zug eine Stunde früher als geplant erreichen. Da er nur stündlich fährt, fände ich das gut. Die Alternative wäre eine kleine Stadtrundfahrt.

Die Dünkirchener Unterkunft hat sich gemeldet. Das Fahrrad darf in den Eingangsbereich und Frühstück um 7 Uhr ist auch ok. Um 11 Uhr muss ich durch den Check-in der Fähre sein.

So geht Fahrradurlaub mit Kindern.

12.45 Uhr – Gent-Sint-Pieters. Auch hier funktionieren die Aufzüge. In fünf Minuten sollte der Zug nach De Panne kommen.

12.52 Uhr – Der aussteigende Schaffner meinte, das sei ok. Und los geht es.

Die nette Schaffnerin an Bord meinte, ich könne mich ruhig in die erste Klasse setzen und das Rad an der Reling im Gang festmachen: No worries! Sehr schön! Für eine Stunde Fahrtzeit ist das doch viel angenehmer. Das 1. Klasse-Abteil ist völlig leer.

14.09 Uhr – De Panne, hier beginnt die Radtour. Es ist trocken.

14.22 Uhr – Ich fahre am Kanal entlang auf die französische Grenze zu. Rechts hinter mir kann ich in der Ferne die Achterbahn und den Fallturm des Vergnügungsparks Plopsaland sehen.

Der Wind wird durch die Bäume gebremst. Nur noch 15 km bis zur Unterkunft in Dünkirchen.

14.36 Uhr – Ohne Bäume ist der Gegenwind deutlich stärker. Mein erster Chinesischer Morgengruß auf dieser Tour. Was ich heute gut brauchen kann: Freude, Kraft, Zuversicht und Freundlichkeit. Damit fahre ich jetzt weiter nach Frankreich.

14.44 Uhr – Ich betrete französischen Boden. Weiter geht es auf dem EuroVelo 4 bzw 12.

14.51 Uhr – Aber halt, da ist gleich rechts eine Fritterie, so grade noch in Belgien, und ich spüre Hunger, trotz der ganzen leckeren Brote von zu Hause. Leider ist die Küche zu, also Kuchen und Kaffee bestellt, auf Französisch: läuft! In der Unterkunft bin ich erst für 16.30-18.30 Uhr angemeldet. Ich kann mir also viel Zeit lassen.

Und hier das erste Törtchen-Foto.

15.40 Uhr – Die ersten Dünen. Noch 5 km.

16.04 Uhr – Unweit der Unterkunft ist der Strand. Die Wolken sehen bedrohlicher aus, als sie sind. Das Thermometer zeigt fast 20° C.

Restaurants gibt es hier wie Sand am Meer.

Und zum Hafen ist es nicht mehr weit.

16.09 Uhr – Ankunft: wunderbar!

17.05 Uhr – Die erste Wäsche hängt auf der Leine, die erste Dusche war sehr gut und vielleicht gibt es ja sogar Fritten mit Kibbeling hier. Das wäre genial.

Nun ruhe ich ein bisschen. Bin doch erstaunlich erschöpft. Wahrscheinlich von der ganzen Aufregung und dem etwas dollen Gegenwind.

19.27 Uhr – Ich habe noch einen mittleren Promenadenspaziergang gemacht. Über die Ruinen der Vauban-Festung kann man den Belfried in der Innenstadt sehen. Es ist der mittlere der drei Türme. Der rechte gehört zum Rathaus.

Dünkirchen liegt am östlichen Eingang des Ärmelkanals und war schon im Mittelalter von großer strategischer Bedeutung. Der englische König Karl II. hat die Stadt 1662 an den französischen König Ludwig XIV. verkauft, der es daraufhin von seinem Festungsbaumeister Vauban massiv befestigen ließ.

1940 gelang es der Wehrmacht französische und britische Truppen in Dünkirchen einzuschließen. In der waghalsigen Operation Dynamo konnten 330.000 britische und 130.000 französische Soldaten auf dem Seeweg die Stadt verlassen. Auf dem Foto ist der Gedenkort für diese historische Rettungsaktion zu sehen.

In der Sonne ist es wunderbar, fast wie im Urlaub.

19.57 Uhr – Die Restaurants öffnen erst um sieben. Fish and Chips zur Einstimmung. Sie waren bemerkenswert schmackhaft. Dazu gab es Cidre, der mir jetzt zu Kopf steigt.

Oh lala, da brauche ich aber dringend noch einen Espresso.

21.14 Uhr – Zurück in der Unterkunft habe ich die Reisedaten erfasst und schon mal den Blogbeitrag für morgen mit der Etappen-Karte angelegt. Nun lese ich noch ein bisschen und mache dann früh das Licht aus.

Gute Nacht!

4 thoughts on “Di. 12.05. – Bonn – Dünkirchen – 26 km/50 Hm”

  1. Hab einen schönen Urlaub, Leonhard!
    Ich freu mich bei Deiner Tour mitlesen zu können. Uschi hat mir den Link geschickt!
    Gute Fahrt und liebe Grüße
    Nicky

    PS: Und toll, was Ihr schon für andere Reisen gmacht habt! Gerade die mit dem Tandem, super!!

  2. Lieber Leonard, Eile mit Weile, in der Ruhe liegt auch der Genuss.
    Ich freue mich schon auf die täglichen News

  3. Lieber Leonhard,
    Ich wünsche Dir eine wunderschöne Zeit, interessante Begegnungen, immer genug Luft in den Reifen 😉 und nicht zuletzt das beste Reise-Wetter!
    Viele Grüße Doro

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