2026 – England – Schottland – Glasgow – Edinburgh

Von Inverness nach Edinburgh: Lowlands
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Do. 04.06. – Glasgow – Loch Lomond – Dalmary – 65 km/540 Hm

6.33 Uhr – Gut geschlafen bis etwa halb fünf. Das Bett ist etwas zu kurz, die Füße hängen über. Davon werde ich wach, ziehe die Beine an, schlafe wieder ein.

Es sieht heute erneut nach sehr viel Regen aus. Bin gespannt, wieviel ich von der Landschaft sehe. Ich werde jeden kleinen Lichtblick genießen und hoffe auf ein warmes Café zur rechten Zeit.

7.28 Uhr – Der Frühstücksraum ist voll. Auch hier wieder einige deutsche Stimmen. Ich kann meine Basisversorgung mit Müsli abdecken. Jetzt noch einen Toast mit Marmelade und einen zweiten Kaffee. Zwei Scheiben Toast, einen Apfel und einen Joghurt nehme ich für die Tagesverpflegung mit. Das hat gestern, zusammen mit meinem Müsli, auch komplett gereicht.

8.34 Uhr – Es regnet nur noch wenig, also für den Augenblick. «Bon courage», wünschte eine Französin. Kann ich immer brauchen. Abfahrt!

Bis Dumbarton bleibe ich am River Clyde, bzw. dem Firth-Clyde-Kanal. In Dumbarton mündet der aus dem Loch Lomond kommende River Leven. Nahe seiner Mündung in den River Clyde steht eine Festung. Hier biege ich nach Norden zum Loch Lomond ab. Vielleicht fahre ich dort nach dem Blick in den See auch noch zum Balloch Castle. Danach geht es über die Dörfer bis kurz vor Aberfoyle.

8.41 Uhr – Kelvingrove Art Gallery, sieht aus wie eine ehemalige Kirche.

Glockenturm der Uni, wenn ich das richtig sehe. Oberhalb vom Kelvin, dem kleinen Fluss.

Tatsächlich ein kleines Stück blauer Himmel!

9.00 Uhr – Ich traue dem Braten nicht und lasse die Regensachen an.

9.06 Uhr – Langsam geht es voran auf dem holprigen Radweg an der Ausfallstraße. Aber schön, dass es ihn gibt!

9.10 Uhr – Und jetzt auf einer alten Bahntrasse. Es ist eindeutig zu warm für Regensachen. Aber ich wette, dass es in fünf Minuten losgeht, wenn ich sie ausziehe. Ich mache es trotzdem.

9.21 Uhr – Kein Regen! Von diesen Verschlägen gibt es mehrere. Taubenschläge?

Oder was? Es nieselt minimal.

Nachtrag: Recherchen deuten darauf hin, dass es sich tatsächlich um Taubenschläge handelt.

9.40 Uhr – Damit das große Rad nicht geklaut wird, ist es mit einem Bügelschloss gesichert. Witzig! Am Forth and Clyde Canal.

9.47 Uhr – Die Unterkunft hat geantwortet, dass sie Töpfe zum Kochen haben. Diese Antwort kann ich jetzt doch wieder bei Booking sehen. Ich verstehe das nicht. Also, gestern viel unnötige Aufregung. Der Nieselregen wird dichter.

Beardmore Sculpture, Kriegsschiffbau.

Im Hintergrund ein Berg im Sonnenschein, schnell festhalten, bevor er weg ist.

10.17 Uhr – Der Berg ist immer noch da.

10.22 Uhr – Bowling Harbour. Der Kanal geht hier in den River Clyde über. 1963 wurde der Kanal geschlossen. 2002 wurde er über das Falkirk Wheel wieder geöffnet, nach siebzig Jahren gab es wieder eine schiffbare Ost-West-Verbindung in Schottland. Unter den wiederhergestellten Bögen der Eisenbahnbrücke, über die ich radle, befinden sich Shops.

10.34 Uhr – Die Bahnstrecke, die ich nutze, war zweigleisig, so breit wie der kurze Tunnel ist.

Es könnte ein paar Stunden trocken bleiben. Also raus aus der Regenkleidung.

11.02 Uhr – Auf dem Hügel liegt Dumbarton Castle.

Der Felsen ist groß und stark befestigt.

Gatehouse. William Wallace wurde hier oder in der Nähe gefangen. Maria Stuart war sechs Monate hier. Ich hole mir die Aussicht, die sicher vom Felsen oben toll ist, auf einem der Anstiege. Ich will jetzt rauf zum Loch Lomond. Und in ein Café.

Halt, erst die Brotpause mit Kaffee.

11.29 Uhr – Ziemlich windig. Aufbruch!

11.56 Uhr – Der Weg führte über den Parkplatz vom örtlichen Morrisons, das ist der mit den Kundentoiletten. Ein netter Mitarbeiter hat mir eine 250 g Packung Maccaroni gezeigt. Jetzt habe ich Nudeln, Soße, Käse und einen zusätzlichen Joghurt schon für morgen. Das macht den Rest des Tages doch gleich viel entspannter.

12.27 Uhr – Mit Seitenwind am River Leven auf dem Weg zum Loch Lomond.

Whiskey-Fässer, nehme ich an.

Oder auch Bierfässer. Später kam noch eine Firma mit hoch gestapelten Fässern zwischen den Fabrikhallen. Es roch dort irgendwie nach Bier.

12.52 Uhr – Loch Lomond.

Na, wenn das mal keine schöne Aussicht ist. Mit Carrot Cake und Flat White.

Der See ist 36,4 km lang und bis zu 190 m tief. Von der Oberfläche in Quadratkilometern ist er der größte in Great Britain. Im United Kingdom gibt es zwei größere Seen in Nordirland.

In den Bergen am Nordrand des Sees regnet es ziemlich intensiv. Jetzt fängt es hier auch an.

Schnell zum Rad und in Regensachen einpacken.

13.17 Uhr – Es scheint vorbeizuziehen. Also keine Regenkleidung anziehen. Aber trotzdem weiter.

Sea Life Aquarium und Shopping-Zeile.

Im Landschaftspark von Balloch Castle.

Der Walled Garden sieht ein bisschen aus wie ein Kreuzgang im Kloster

13.42 Uhr – Balloch Castle: Schick und exzellent gelegen, aber etwas heruntergekommen.

Sehr schöner Blick über den See. Der Wind ist ziemlich böig.

14.13 Uhr – In der Allee, die aus dem Park führt, lachte mich diese Aussicht und die dazu passende Bank als Sitzplatz für die Müslipause an. Im Blickfeld ist mal wieder ein ordentlicher Schauer, der sich ziemlich schnell auf mich zuzubewegen scheint.

14.23 Uhr – Scheint schon vorbeigezogen zu sein.

Halt, da kommt Teil zwei. Ich bleibe unter einer großen Eiche stehen und warte mal ab.

14.48 Uhr – Wunderbares Sträßchen. Niesel von hinten. Bergab!

15.01 Uhr – Sehr viel Wolkenstimmung. Gerade lief mir der erste Hase über den Weg. Rehe habe ich auf der Tour schon öfter gesehen.

15.27 Uhr – Der Dorfplatz in Drymen, dem Tor zum östlichen Loch Lomond. Der Spar-Laden, den ich mir gestern für die Einkäufe ausgesucht hatte, ist vor mir, daneben gibt es ein Café, ein Pub und ein Restaurant. Das ist viel für so einen kleinen Ort. Leider ist mir nicht nach Café. Ich bin im letzten Anstieg für heute, noch etwa zweihundert Höhenmeter fehlen. Das ist schnell gemacht. Ab 16 Uhr kann ich in die Unterkunft.

15.50 Uhr – Da zieht etwas auf. Ich radle mal los.

Sehr langer gerader Anstieg, mit Wind- und Regenschutz.

16.07 Uhr – Wow, ich kann Loch Lomond noch einmal sehen. Ich versuche, mich vom Wind weiter den Berg rauf schieben zu lassen.

Vielleicht zieht der Regen tatsächlich an mir vorbei.

16.21 Uhr – Fast oben. Der Regen zieht wirklich sehr knapp an mir vorbei.

Ein sehr schöner Platz für einen sehr späten Morgengruß: Dankbarkeit, Freude, Kraft, Neugier.

Kleiner Stausee im Hochmoor auf 200 m Höhe.

Sehr fotogen.

Der Ausblick für die Abfahrt.

16.40 Uhr – Wird immer noch schöner!

Will gar nicht weiter!

Wow, das wird schnell!

Bin mit knapp über 60 km/h hinter einem Auto den Berg runter. Der Strassenbelag war gut und ohne Splitt.

17.13 Uhr – Ich hatte mir die falsche Stelle für die Unterkunft auf der Karte markiert. Das Haus dort links sah so gar nicht nach dem B&B aus. Es kamen zwei Spaziergänger von rechts. Die habe ich gefragt, und es jetzt auch auf der Karte gefunden. Was es alles gibt.

17.21 Uhr – Das sieht gut aus.

17.23 Uhr – Am Ziel, nehme ich an.

Ja, bin richtig! Jetzt reinige ich Rosinante und die Taschen noch etwas mit der Bürste, tut ihnen sicher gut.

Der Panoramablick vom Garten aus ist umwerfend. Man kann auch sehen, dass es immer irgendwo regnet und irgendwo die Sonne scheint.

In dem kleinen Gartenpavillon gibt es einen zweiflammigen Campingkocher. Das Holzgestell darunter steht auf der Sitzbank und ist etwas abschüssig. Ich habe Sorge, dass mir Topf oder Pfanne vom Kocher rutschen. Mal gespannt.

Sieht gut aus. Schmeckt auch gut!!

20.39 Uhr – Jetzt lasse ich meinen Magen die 250 g Maccaroni, 450 g Soße und 200 g geriebenen Käse mal in Ruhe verdauen. Zur Sicherheit schütte ich eine Tasse Earl Grey nach. Leider steht im Kühlschrank nur Milch für den Tee. Kaffee gibt es nicht und an ein Bier oder eine Limonade habe ich beim Einkaufen zwar gedacht, war mir aber zu viel.

Dafür, welches Wetter vorhergesagt war, hatte ich heute großes Glück. Ich bin eigentlich kein einziges Mal richtig nass geworden. Die Aussichten auf das stimmungsvolle Wettergeschehen konnte ich mit Freude genießen. Jetzt ist die Landschaft so richtig nach meinem Geschmack. Noch fünf weitere Tage verbringe ich in den Bergen. Das Wetter wird wohl weiter so wechselhaft bleiben. Ab Mittwoch nächster Woche könnte es stabiler trocken bleiben. Die Temperaturen liegen bei 4° C bis 14° C, wie ich sie in den ersten Tagen in Kent hatte.

Fr. 05.06. – Dalmary – Killin – 66 km/770 Hm

6.19 Uhr – Der erste Teil der Nacht war gut, ab vier habe ich aber unruhig geschlafen. Zu der Zeit waren die gewaschenen Teile noch sehr feucht. Als ich gestern Abend aus dem Garten kam, war die Heizung schon aus und die Sachen, die ich draufgehängt hatte, noch sehr feucht. Mal sehen, ob sie bis halb sechs trocken sind.

7.05 Uhr – Ein Schauer zieht durch, auf der westlichen Seite, den Bergen, sind einige weitere unterwegs. Auf der anderen Seite sieht es eher trocken aus.

8.28 Uhr – Ein sonniger Start. Abfahrt!

Ich fahre heute nach Norden, über Aberfoyle und Callander, und komme an einigen Seen vorbei. In Aberfoyle gibt es Schiefersteinbrüche. Mehr lässt sich wohl nicht sagen. Ist mir ganz recht. Hinter Aberfoyle kommt ein längerer Anstieg (250 m) und danach einer am Loch Earn (150 m). Die Höhenunterschiede sind wirklich nicht sehr bemerkenswert, eher Wind, Regen und Autoverkehr. Der Anstieg gestern auf der kleinen Straße war zum Beispiel sehr schön zu fahren, ebenso wie die Abfahrt.

8.39 Uhr – Gleich in der ersten Kurve war ein schöner Platz für den Morgengruß: Freude, Dankbarkeit, Kraft, Gelassenheit.

8.59 Uhr – River Forth. Die Ebene, durch die ich gerade radele, liegt auf 15 m bis 20 m Höhe. Schon erstaunlich.

9.13 Uhr – Aberfoyle, ein kleines Straßendorf mit guter touristischer Infrastruktur. Hier geht es in den ersten Anstieg. Den Pulli habe ich vorhin schon wieder ausgezogen.

9.20 Uhr – Mal gespannt, wie der witzig markierte Radweg ist, der hier von der gut ausgebauten und wenig befahrenen Straße abgeht.

Da steht, dass die Strecke nix für Rennräder ist. Alles klar!

Wasserspiele für Kinder, also auch für mich.

Rosinante ist sehr beeindruckt von dem schönen Wasserfall.

12% Steigung auf nassem Schotter kostet Kraft und treibt den Puls hoch. Kurz verschnaufen, dann weiter hinauf in den Sonnenschein.

Noch mehr Belustigung für große Kinder.

Noch ein Wasserfall.

10.00 Uhr – Aus 255 m Höhe ein erster Blick in die Weite.

10.13 Uhr – Es fallen ein paar Tropfen. Ein Mountainbiker kam vorbei. Er wohnt am Rande der Lakes und erkundet gerade die Strecke für eine Runde mit seinen Kumpels. Er hat eine Lenkradtasche von Carradice, die von Sue genäht wurde. Das ist die Näherin, die meine Reparatur gemacht hat. Ihr Name steht bei ihm auf dem Etikett. Witzig!

Ich warte zwei Minuten, die Wolken scheinen abzuziehen.

10.24 Uhr – Und zack kam die Sonne raus. Unter mir Loch Drunkie.

Kahlschlagergebnis. Immer wieder fallen ein paar Tropfen, dann Sonne, dann Tropfen, etc.

Kleiner schwarzer Moorsee.

Die riesige Buche am Loch Venachar hält den Regen ab. Nebenan erzählt ein Rabe eine Geschichte.

Richtig großer See. Links blauer Himmel.

Rechts Regen.

11.11 Uhr – Ein bisschen mehr Sonne.

Ich nutze die kurze Regenpause für ein Picknick am Seeufer. Es gibt einen kleinen Damm am Ausgang des Sees, der ist aber nur zur Niveauregelung. Der Uferbereich auf dem ich sitze könnte manchmal geflutet werden, so wie er aussieht.

Schwarze Schatten. Schwimmt da etwas?

11.48 Uhr – Es regnet. Aufbruch!

Jetzt schnell weg.

12.07 Uhr – Callander.

Da kommt viel Regen von hinten. Schnell unter einen Baum!

12.21 Uhr – Im Café Ben Ledi in Callander. Ich wärme mich ein bisschen auf und lasse den Schauer vorbeiziehen. Heute habe ich die Regenhose noch nicht gebraucht. Vielleicht komme ich ja weiterhin ohne sie aus? Wäre schön!

12.38 Uhr – Schon scheint die Sonne wieder. Ich ziehe weiter.

Da kann man nicht meckern!

12.52 Uhr – Langweilig schöne schnelle Bahntrasse.

Doch nicht so langweilig: Der Garbh Uisge.

Ich bin im Queen Elizabeth Forest Park unterwegs. Gestartet bin ich heute Morgen unten, nahe Buchlyvie.

Gerade bin ich durch eine große Pfütze gefahren, dachte ich. Tatsächlich war es ein tiefes, mit Wasser gefülltes Schlagloch. Das Rad hat einen ordentlichen Schlag abbekommen. Glücklicherweise war ich langsam, aber stetig rein und wieder raus, und bin nicht gestürzt.

13.25 Uhr – Loch Lubnaig.

Ich habe Sonne und Wind im Rücken!

13.39 Uhr – Ich biege um die Ecke und es regnet.

14.05 Uhr – Schotter-Single-Trail-Serpentine. Vorhin länger mit zwei deutschen Weitwanderern gesprochen. Er ist seit dem ersten April auf dem Weg von Land’s End nach John o’Groats. Seine Begleiterin ist vor sechs Tagen dazugekommen. Er zeltet bei Bauern oder geht in Jugendherbergen. Während wir sprachen kamen viele Mücken. Die Frau zog gleich ihr Mückennetz über den Kopf. Als ich sagte, dass ich mit dem Zug von Edinburgh nach Newcastle fahre, waren sie ganz überrascht, das dort ein Zug fährt.

14.10 Uhr – Vielleicht ziehe ich doch mal die Regenhose an. Aber, halt, es wird weniger.

Jetzt gibt es gerade viel kleine Mücken.

Das Wetter ist sehr launig heute.

Mal wieder eine feuchtgrüne Mauer.

14.25 Uhr – Strathyre. Man beachte die Maus auf dem Horn.

Ein kurzes flaches Stück. Ein junger Mann joggte mit Kinderwagen mir entgegen, dann an mir vorbei. Sehr schnell.

14.38 Uhr – Ich habe ihn überholt. Während ich die Regenhose anziehe, zieht er wieder an mir vorbei.

Ich mache zu viele Fotos. Den hole ich nicht mehr ein.

15.12 Uhr – Regensachen aus und zack, beginnt es zu regnen. Und diesmal ordentlich. Glücklicherweise gibt es hier einen Unterstand unter einer Brücke. Ich muss dringend etwas essen!

Lecker Müsli! Der lauwarme English Breakfast Tea auch.

15.28 Uhr – Es wird mal mehr Regen, mal nicht. Es könnte sein, dass es ein bisschen heller wird. Da mir kalt wird, werde ich mal losradeln. Hilft ja nichts!

Loch Earn.

Klart es auf?

15.45 Uhr – Sieht tatsächlich so aus!

Ich musste eine lange Serpentine mit bis zu 13% Steigung bewältigen. Bin jetzt wieder auf einer Bahntrasse. Der Zug wird kaum die Serpentine genommen haben, auch wenn es tatsächlich solche Strecken gibt.

15.54 Uhr – Auf 233 m Höhe, ich steige weiter sanft auf der Bahntrasse an. Wenig Aussicht.

Links ist schon Sonne, oben noch Regen.

Unten im Tal läuft die Hauptstraße den Pass hinauf.

Noch nicht ganz oben.

Hinter mir ist Sonnenschein.

16.22 Uhr- Auf 298 m Höhe. Sieht so aus, als ob es jetzt bergab ginge.

Und ab! Aber es gibt viele, teils hohe Wurzelaufbrüche im Teer und entsprechend viele «Slow»-Markierungen auf der Straße.

16.44 Uhr – Killin, Beginn der Falls of Dochart. Nur noch 1,2 km.

Kein Foto von der imposanten alten Brücke über den rauschenden River Dochart. Da war es zu eng und zu voll mit fotografierenden Fußgängern.

16.51 Uhr – Ankunft bei Sonnenschein!

17.59 Uhr – Eine gute Stunde habe ich mit Säubern von Taschen und Rosinante und anschließendem Nachfüllen der Bremsflüssigkeit an der Hinterradbremse verbracht. Dann bin ich mit dem Aufzug aus den 1920er Jahren erfolgreich in den dritten Stock gefahren. Als ich das Ladegerät in den englische Steckeradapter stecken wollte, klemmte der. Also habe ich ihn aufgeschraubt, um festzustellen, dass man das Ladegerät etwas schräg reinstecken muss. Nichts kaputt, aber jetzt kann ich eine entspannte Dusche gebrauchen. Ein Tisch im Restaurant ist für halb acht reserviert. So lange werde ich wohl auch mit Allem noch brauchen. Dazwischen gibt es aber auf jeden Fall einen Kaffee.

Blick aus dem etwas beschlagenen Fenster auf den River Lochay. Die Heizung läuft, was wirklich toll ist, auch wenn sie gluckert.

19.59 Uhr – Bin immer wieder von der Größe der kleinen Salate begeistert.

Heute wieder eine Pie, dazu Guiness ohne Alkohol. Schmeckt erstaunlich gut.

22.15 Uhr – Soweit ist alles für heute erledigt. Die Strecke war sehr schön, mit weniger oder ganz ohne Regen wäre sie sicher noch schöner gewesen. Ich lasse mich nicht unterkriegen und bin selbst ein bisschen erstaunt, wie leicht es mir fällt, die Stimmung hochzuhalten. Die Landschaft und der gelegentliche Sonnenschein macht es mir schon leicht. Und die Aussicht, abends heiß duschen zu können, hilft auch.

Und, das möchte ich gerne noch sagen, die vielen schönen und ermunternden Kommentare helfen natürlich auch sehr dabei, die kleinen Widrigkeiten schnell zu vergessen. Danke Euch allen!!!

Morgen gibt es wieder für alle weitere Highlands/Highlights!

Sa. 06.06. – Killin – Pitlochry – 64 km/1110 Hm

6.50 Uhr – Gut geschlafen. Mehr geträumt als sonst. Wieder ein breites, aber zu kurzes Bett, in das ich mich etwas schräg legen konnte.

Es regnet. Die Vorhersage behauptet, dass es von zehn bis um drei trocken bleibt. Wow, da bin ich aber mal gespannt. Wäre wirklich toll.

7.48 Uhr – Das Frühstück ist außergewöhnlich reichhaltig. Es gibt frischen Obstsalat für das Müsli, es gibt sogar gekochten Schinken und abgepackte kleine Hartkäsestückchen. Da brauche ich keinen Bacon heute. Der Kaffee ist ebenfalls gut.

8.54 Uhr – Es ist trocken. Die Sonne kommt sogar etwas heraus: unglaublich! Abfahrt.

Da stand ein Mann in Radkleidung und wartete. Stellte sich raus, er ist mit seinen zwei Brüdern aus den USA hier, um eine einwöchige Mountainbike-Tour mit Gepäcktransfer zu machen. Haben noch nett gequatscht.

Heute fahre ich lange an Loch Tay entlang und wechsle dann über einen Pass zum Loch Tummel. Der Pass ist mit 400 m nicht hoch. Ich fahre über eine B-Straße. Das nehme ich in Kauf, weil der See so schön sein soll. Der Radweg NCN-7 folgt dem River Tay und kommt ohne den Pass aus.

Am oberen Ende des Loch Tay gibt es im Scotish Crannog Centre die Rekonstruktion eines Pfahlrundhauses, Crannog genannt. Vielleicht kann ich es von der Südseite aus, auf der ich fahre, erkennen. Loch Tummel bietet vor alle schöne Landschaft. Es gibt den Queen’s View, den Queen Elizabeth besonders geliebt haben soll. Auch er ist auf der anderen Seite von mir. Am Ende des Lochs soll es imposante Wasserfälle geben. 1842 waren Prince Albert und Queen Victoria in Pitlochry und beschlossen danach, Balmoral zu kaufen. Der Ort ist ein weitgehend im viktorianischen Stil erbautes Städtchen. 1863 bekam es einen Bahnanschluss. In der Nähe befindet sich Schloss Blair. Daran müsste ich morgen vorbeikommen. An Balmoral, dass mitten in den Bergen liegt, komme ich auf dieser Reise nicht vorbei.

Mal sehen, wie Wetter, Verkehr und Aussicht so sind.

Die Falls of Dochart und die alte Brücke. Ich musste ohnehin zu der Brücke zurück.

9.16 Uhr – Schon imposant!

9.28 Uhr – Bin relativ weit oberhalb des Sees. Läuft sehr gut. 14° C. Sehr still hier.

Die drei Amerikaner überholen mich mit ihrem E-Bikes.

9.40 Uhr – Blick zurück.

9.50 Uhr – Der Weg ist ein ständiges Auf und Ab. Da wird mir ordentlich warm.

Blick nach Norden. Kuckuck, Fasan, Schafe und Wasser machen Geräusche. Ah, ja, und ein Flugzeug.

10.08 Uhr – Auch in Adeonaig ist die rote Telefonzelle ein Bücherschrank.

Ob das schon das Ende des Sees ist?

10.34 Uhr – Da konnte ich einfach nicht vorbeifahren. Habe länger mit dem Mann rechts, Stuart, gesprochen. War etwas mühsam, da er sehr stotterte. Aber er hat mir erzählt, wie er hier in der ganzen Gegend kleine Reparaturen in den Ferienhäusern erledigt. Die Frau an der Kaffeemaschine ist Farmerin. Nächste Woche verkauft sie Schafe in Dalmally.

Dabei fielen drei Tropfen.

Blick zurück Richtung Killin.

11.00 Uhr – Morgengruß: Zeit für Begegnungen, Langsamkeit, Genießen, Freude an der Natur.

Erstaunlich viele Autos hier auf dem kleinen Sträßchen. Sicher alle auf dem Weg zur Kaffeebude.

Die Hauptstraße verläuft auf der gegenüberliegenden Seite auf der Höhe der Farmhäuser.

11.23 Uhr – Wiederbewaldung mit Plantagen.

Eines der vielen schicken Häuser, die entlang der Straße stehen.

Entspannter Rehbock, der mich lange anschaute. Vorhin sah ich einen Hirsch äsen. Der Zaun dürfte nicht wirklich ein Hindernis sein.

11.50 Uhr – Auf meiner Seite befindet sich eine Fischfarm. Auf der gegenüberliegenden Seite steht der Nachbau eines Crannog. Ich dachte, das hätte ich verpasst. Bin schon 26 km am See entlang geradelt und habe im Auf und Ab 420 Höhenmeter überwunden.

Kleine schwimmende Hütten.

12.01 Uhr – Kenmore am Ende des Sees.

Wunderbar, hier mache ich Kaffeepause!

Einfach ein tolles Fotomotiv. Die Anregung habe ich aus Wikipedia.

12.26 Uhr – Es wird mir ein bisschen zu kalt. Weiter.

Der River Tay fliesst hier aus dem See.

12.45 Uhr – Das sieht aber verwunschen aus.

12.54 Uhr – Ich werde links aus dem Tal des Tay rausfahren und an einem Bach entlang aufsteigen.

Hier also links ab.

13.09 Uhr – Läuft gut!

13.26 Uhr – 100 Höhenmeter in 12 Minuten, jetzt kann ich drei Minuten pausieren. Wenn ich das vier Mal hintereinander mache, komme ich auf 400 Hm pro Stunde. Das ist mit Gepäck sehr schnell. Ich habe leichten Rückenwind und eine angenehme Steigung von 5% bis 7%. Weiter.

13.36 Uhr – Zu viel Nieselregen. Ich ziehe die Regensachen komplett an. Regensachen anziehen ist wie Heizung aufdrehen. Es wird einem sofort warm.

13.50 Uhr – Kurz vor oben.

13.55 Uhr – Kalkbrennofen aus dem 19. Jhd. Trotz Regen schaue ich mir sowas gerne an. Geht ja auch gleich bergab.

Rosinante steht derweil geduldig im Regen.

14.00 Uhr – Auf 392 m Höhe. Jetzt runter.

14.12 Uhr – Wieder unten auf 177 m. Eine sehr angenehme, aber nasse Abfahrt. Hier unten ist es trocken. Ich war wohl einfach oben in den Wolken. Die Regensachen lasse ich noch etwas im Fahrtwind trocknen.

14.17 Uhr – Loch Tummel.

14.43 Uhr – Es nieselt jetzt auch hier. Ich bräuchte eine trockene Stelle, um mein Müsli zu essen.

Blick zum Ausgang des Tals.

14.50 Uhr – Ich setze mich einfach mit dem Sitzkissen auf diesen Stein dort und genieße beim Essen die tolle Aussicht.

15.05 Uhr – Trocken, ganz bequem, Mücken, natürlich, aber egal: Hunger!

15.21 Uhr – Und weiter!

Blick zurück.

Der Queen’s View ist irgendwo auf der gegenüberliegenden Seite.

Der See sieht aus, wie ein breiter Fluss. Es nieselt.

Die Staumauer mit der man den Wasserspiegel erhöht hat und ein Wasserkraftwerk betreibt.

Tummel Falls. Etwas weiter oberhalb sind die Fälle noch wilder, in einer engen Schlucht. Schlauchboote befahren das Wildwasser.

Die Stufe werden sie kaum fahren, denke ich.

16.07 Uhr – Das Wasserkraftwerk, das zum Damm gehört, steht hier unten am Hang. Noch 4,3 km.

Ende der 1940er Jahre wurde ein Tunnel vom Damm zum tiefergelegenen Generatorhaus gegraben. Der Durchmesser beträgt 6,9 m, wie bei diesem Denkmal für die beim Bau ums Leben gekommenen Arbeiter. Das Wasserkraftwerk hat die umliegenden Orte erstmals mit Strom versorgt.

16.18 Uhr – Loch Fascally. Langsam müsste Pitlochry aber mal auftauchen.

Na endlich. Es gibt den Ort also doch!

16.31 Uhr – Schönes Touristendörfchen.

16.36 Uhr – Ankunft.

Das Einzelzimmer ist recht klein. Rosinante darf mit rein, einen anderen Platz können sie nicht anbieten. Ich probiere es aus.

17.07 Uhr – Geht doch! Der Kaffee ist auch schon fertig!

17.57 Uhr – Telefoniert und Kaffee getrunken. Jetzt aber zügig waschen und duschen. Danach muss ich mir ein Restaurant suchen, da es hier im Hotel keines gibt.

Auf eine etwas gereizte Stelle meiner Sitzfläche habe ich, wie gestern auch schon, ein bisschen von der Hametum-Wundersalbe aufgetragen. Die Reizung ist quasi schon weg. Das ist wirklich gut, da es beim Fahren sonst sehr unangenehm werden kann.

19.23 Uhr – Ich sitze geduscht beim Inder, der auch Pizza und was es sonst so geben könnte anbietet.

Da ich hungrig bin, ist die Bestellung relativ lang.

20.05 Uhr – Das war sehr lecker und ausreichend viel. Ich bleibe noch etwas sitzen und lese.

21.10 Uhr – Es kam niemand fragen, ob ich Nachtisch möchte. Deshalb habe ich in Ruhe weitergelesen und werde jetzt zum Kaffeetrinken auf das Zimmer gehen.

Morgen könnte ab 14 Uhr ein bisschen die Sonne rauskommen. Vorher kommt wohl der übliche Nieselmix.

Ich bin aus den gleichen Gründen wie gestern trotz den Regens guter Dinge.

Es gab noch Aufregung im Restaurant. Eine junge Kundin beschwerte sich und sagte mehrfach, sie rufe die Polizei. Die Besitzerin hat mir anschließend erklärt, dass die junge Frau es nicht hinnehmen wollte, dass das Restaurant um 21 Uhr schließt. Sie hat die Polizei angerufen. Die wollten die Besitzerin sprechen. Die Polizei hat der Besitzerin geraten, die junge Frau zur Tür zu begleiten und hinter ihr abzuschließen. Sachen gibt es.

22.02 Uhr – Auf dem Weg zurück zum Hotel hat es noch fies geregnet. Der nassen Wäsche habe ich eine kleine warme Luftdusche mit dem kräftigen Hotelfön verpasst. Vielleicht muss ich das morgen früh noch einmal machen. Jetzt trinke ich einen Kaffee und nehme mir den leckeren Golden Oak Crumble dazu, der bei den Coffee making facilities dabei lag.

Draußen hängt dichter Nebel im Tal.

Soviel für heute.

So. 07.06. – Pitlochry – Newtonmore – 70 km/650 Hm

7.32 Uhr – Gut und lange geschlafen. Die Wäsche scheint trocken zu sein. Die Wolken sehen etwas lichter aus.

8.49 Uhr – Das Frühstück ist sehr reichhaltig und ich schaufle rein, was reingeht. Die dicke Regenwolke erreicht mich bald und köchelt dann vor sich hin. Es könnte sein, dass ich am Rand bei den Ausläufern bleibe und nicht ganz die volle Dosis abbekomme. Wir werden sehen.

9.49 Uhr – Wow, schon echt spät. Es regnet nicht. Abfahrt.

Heute fahre ich über den Pass of Drumochter (462 m). Rechts und links davon liegen Berge von fast tausend Metern Höhe. Seit 1873 gibt es eine Bahntrasse über den Pass auf 452 m, der die wichtigste Verbindung zwischen den nördlichen Highlands und den Central Lowlands ist. Der Radweg verläuft wahrscheinlich auf der ursprünglichen Militärstraße aus dem 18. Jhd. und erreicht 457 m Höhe. Es gibt eine Warnung für Radfahrer, dass das Wetter sehr schnell umschlagen kann und dass es auf 30 km weder Nahrung noch Unterstand gibt. Klingt spannend. Ich hoffe auf gute Sicht. Könnte sein, dass ich zwar Regen, aber Rückenwind habe. Wir werden sehen.

Ganz nett war es hier.

Mit schönen Cottages.

10.12 Uhr – Habe zwei Radlerinnen überholt, die auf dem Weg zum Queen’s View sind. 14 % Steigung: War ja klar, dass es keine flache Etappe wird. Leichter Niesel.

10.33 Uhr – Bald müsste Blair Castle kommen.

10.39 Uhr – Schöne Allee. Mal sehen, wie nahe der Weg dran vorbeiführt.

10.51 Uhr – Eine sehr nette Dame saß am Ticketoffice. Ich darf ohne Eintritt durch den Park radeln. Sie spricht zufällig Deutsch. Sie findet Richard, Le Petit Canard, vorne auf meinem Schutzblech sehr süß.

Gerade werden die Fotos nicht hochgeladen. Dauert ewig.

10.58 Uhr – Sehr hübsch und robust gebaut, 1269 von John Comyn, und ist Sitz der Familie Murray. Familienoberhaupt ist der Duke of Atholl, abgeleitet vom Namen des Weilers Blair Atholl, zu dem die Burg gehört. Auf der Burg sind auch die Atholl Highlanders stationiert. Sie sind die einzige legale Privatarmee in Europa, sind aber nur eine zeremonielle Leibgarde. Die Grafenwürde ist eine der ersten sieben Murmaerships, die im 10. Jhd. in Schottland vergeben wurden. Die Burg wurde vier Mal eingenommen, unter anderem 1652 von Oliver Cromwell, teils zerstört und wieder aufgebaut.

Die Fotos müssten jetzt alle zu sehen sein.

Noch einmal mit etwas mehr Landschaft, das Auge isst ja mit. Unten hat, pünktlich im 11 Uhr, ein Schotte den Dudelsack in die Hand genommen und losgelegt. Mit seiner Begleitmusik radle ich beschwingt über den Hügel aus dem Schlosspark.

Die hinausführende Allee ist mit mächtigen Redwood-Bäumen besetzt. Sie zeigt auf ein Mausoleum weiter links oben im Hang. Es nieselt wieder.

11.17 Uhr – Jetzt ziehe ich die Regensachen an. Sieht nicht so aus, als würde es weniger werden.

11.30 Uhr – Die kleine schwere Eisentür ließ sich glücklicherweise öffnen. Ich bin jetzt wieder auf der Old Road zum Pass.

Flach!

11.49 Uhr – Das Warnschild. Meine Verpflegung muss also für die nächsten 30 Kilometer reichen.

11.59 Uhr – Der River Garry begleitet mich mit seinem Getöse. Sein Wasser ist moorig schwarz. Für das Foto musste ich ein bisschen klettern, da die Straße weiter oben verläuft, mit reichlich Abstand zur Kante der Schlucht.

Und die Regenhose wieder aus, zu warm.

12.18 Uhr – Bis zu den Bergen ist die Sicht klar, damit hoffentlich auch trocken. Ich verlasse hier den Wald. Auf 255 m Höhe.

12.30 Uhr – Blick zurück. Meine Old Road ist autofrei und derzeit auch noch immer regenfrei. Wird es hinter mir etwa doch etwas heller? Es ist so flach, dass ich mit gut 15 km/h fahren kann.

12.50 Uhr – Das Tal wird etwas enger. Auf 362 m, ohne Regen.

13.14 Uhr – Nicht wirklich schön, was da vor mir liegt. Ein Engländer kam mir entgegen, John o’Groats nach Land’s End fährt er, mit Zelt, und war im Juni nicht auf so schlechtes Wetter eingestellt. Heute Abend will er in Pitlochry in ein Hostel mit Badewanne. Der Gegenwind hat ihn ordentlich Kraft gekostet.

12.56 Uhr – Nieselregen setzt ein. Ich ziehe für die letzten 80 Höhenmeter die Regenhose wieder an.

Es wir immer nasser.

Und nasser. Ich kann kaum das Handy bedienen.

Ich mache ein Foto, aber mir scheint das noch nicht der letzte Hügel zu sein.

Nee, war noch nicht die Passhöhe.

Blick ins Tal unter mir.

Blick zurück. Bin mitten in der Regensuppe.

Blick nach vorne.

13.47 Uhr – Jetzt steht hier ein offizielles Schild mit der Angabe 462 m, und mein Navi zeigt 463 m. Also, das ist das Passfoto!

Netter Holländer, der zeltet, kam mir entgegen. Noch ein tapferer Gegenwind-Fahrer. Er sagte, ihm reiche die warme Dusche auf dem Campingplatz am Blair Castle.

Blick nach Westen.

Blick nach Norden. Ordentlicher Rückenwind. Jetzt runter. Minimal weniger Regen.

Ich dachte, ich sei schon in den Highlands.

13.58 Uhr – Der Wind schiebt enorm! Wenn ich stehenbleibe für ein Foto, dann rüttelt er richtig an mir.

Schneereste links im Hang. 13° C

Das ist wirklich Schnee!

14.26 Uhr – Brechend voll in diesem Café! Warm! Trocken! Kaffee! Kuchen! Happy!

Und draußen kommt die Sonne raus!!!

14.39 Uhr – Das gibt es doch nicht, oder?!?!?

15.01 Uhr – Die blaue Lücke schließt sich wieder. Die Dreiräder sind von zwei Franzosen auf der Reise von Paris zu den Hebriden, Irland, Roscoff, Toulouse und zurück nach Nizza. Sehr nett! Sprachen zufällig sehr gut Englisch. Haben mir eine sehr professionelle Visitenkarte mit der Internet-Adresse ihrer Homepage in die Hand gedrückt. Interessant, aber mir reicht diese Begegnung. Ich muss jetzt nicht mehr wissen von ihnen.

Blick nach vorne. Ich bin im Sonnenfleck. Er bewegt sich aber ziemlich schnell.

Blick nach hinten. Der Regen will mich einholen.

Ich mache ein paar unnötige Sonnenscheinfotos. Wann sehe ich mal so viel von der Landschaft.

15.18 Uhr – Blick zurück: Der Regen kommt näher.

15.40 Uhr – Weiter trocken und autofrei. Aber ohne Aussicht.

15.48 Uhr – Noch zwei Kilometer.

Newtonmore.

15.56 Uhr – Ankunft vor vier Uhr!

17.14 Uhr – Ich habe sehr nett mit Victor gesprochen, einem jungen Mann aus Rumänien, der hier als Gärtner und Hausmeister arbeitet. Bei schönem Wetter fährt er mit dem Mountainbike in die Berge und freut sich sehr an den vielen Tieren, die er dabei trifft. Wir waren uns einig, dass es Kopfsache ist, wie man mit dem Wetter und den Steigungen klarkommt.

Inzwischen habe ich die Brote und den Kaffee von heute Morgen zu mir genommen und freue mich jetzt auf eine heiße Dusche. Ganz toll ist, dass es eine elektrische Heizung gibt, die ich ein und ausschalten kann, wie ich es brauche. 

19.06 Uhr – Jetzt gehe zum Abendessen. Eine ganze Busladung anderer Gäste habe ich vorgelassen.

22.22 Uhr – Wie die deutsche Reisegruppe habe ich das Menü genommen und dabei entspannt gelesen. Danach habe ich noch die Tageszahlen zu Etappe und Ausgaben vom Blatt in meine Excel-Tabelle übertragen.

22.34 Uhr – Und hier noch einmal eine Gesamtübersicht. Eine Woche ist seit der letzten Übersicht vergangen und ich bin schon kurz vor Inverness, dem Ort, den ich unterwegs als Ziel nenne. Anschließend wird es dann Edinburgh sein.

Morgen Abend bin ich dann schon vier Wochen unterwegs. Jetzt habe ich das Gefühl, so richtig im Reisen angekommen zu sein. Das Zimmer gestern ging so, heute ist es toll. Das Wetter heute Morgen war trocken, dann heftiger Regen. Ich freue mich unterwegs immer auf eine warme Dusche und leckeres Essen. Und unterwegs freue ich mich unglaublich über ein Café zur rechten Zeit. Der Regen führt dazu, dass ich Vieles von der Landschaft gar nicht so richtig sehen kann. Das ist natürlich echt schade. Aber es gibt ja noch viel mehr, was ich nicht sehe: Whiskey-Destillerien zum Beispiel, oder Schlösser und Parks, oder Aussichten von Berggipfeln. Ich durchfahre die Landschaft, spreche Leute an, halte meine Stimmung hoch. Die sehr nette Dame an der Ticketkasse in Blair Castle sagte zu mir: «Nice to see a happy cyclist!» Und schon bin ich noch happier.

22.46 Uhr – Zwei Tassen Kaffee und die Hälfte der Kekse, die auf dem Zimmer bereitlagen, habe ich nach dem Essen noch verzehrt. Das ist auch sehr gut für die Stimmung. Und jetzt mache ich mich bettfertig.

Mo. 08.06. – Newtonmore – Nethy Bridge – 46 km/360 Hm

7.00 Uhr – Die Bettdecke war minimal zu dünn. Ich habe, wenn ich wach wurde, ein klein wenig gefroren, aber keine Zusatzdecke gefunden. Ansonten habe ich gut geschlafen.

Heute könnte es bis um zwei Uhr trocken sein. Mal sehen.

8.18 Uhr – Die laute Busladung ist aus dem Frühstücksraum, Ruhe kehrt ein, ich esse gemütlich den vierten oder sechsten Toast, keine Ahnung, und lese. Ich lasse die Sonne draußen die Luft noch etwas weiter aufwärmen.

9.11 Uhr – Fertig mit dem Packen. Noch ein paar Worte mit Victor gewechselt. Jetzt raus aufs Rad!

9.19 Uhr – Tiefhängende Wolken, kalter Wind, aber viel blauer Himmel. Abfahrt!

Heute habe ich eine kurze und relativ flache Etappe vor mir. Von hier nach Inverness ist in einer Etappe zu viel, zumal ich noch Loch Ness sehen möchte, wenn ich schon mal hier bin. Da es aber nur sehr wenige Orte in dieser Gegend gibt, habe ich heute eine kurze Tour nach Nordosten und fahre morgen relativ genau nach Westen bis zum Loch und an dessen Ufer, bzw. dem River Ness bis nach Inverness.

Sieht gut aus, schöner Radweg, trocken, frisch!

9.30 Uhr – Ein sehr schöner Platz für den Morgengruß: Freude, Entspannung, Ruhe, Freundlichkeit.

Vor mir kreist ein Bussard. 12° C. Leichter Rückenwind.

Im Sonnenschein kommt der Ginster viel besser zur Geltung!

Blick zurück. Ich fahre ja gerade der Sonne entgegen.

Der Zug nach Inverness.

Sonnenscheinfotos.

Ruthven Barracks, das besterhaltene Fort von vieren, die 1719 nach dem Jakobiten-Aufstand von 1715 gebaut worden waren. Die Jakobiten wollten die Wiedereinsetzung des schottischen Hauses Stuart auf den englischen Thron und kämpften damit gegen das Haus Hannover. Es gab aber auch noch andere Interessen, die die Jakobiten mit ihren Aufständen verfolgten. 1746 schlug die englische Armee unter dem Duke of Cumberland die Jakobiten in Culloden, nahe Inverness, vernichtend. Auf ihrem Rückzug zerstörten die Jakobiten Ruthven Barracks. Die Zeit der Jakobiten-Aufstände endete mit dieser Schlacht. Sie spielt in den Highlander-Büchern natürlich eine wichtige Rolle.

Sieht aus, wie ein künstlicher Hügel im Moor.

10.07 Uhr – Ob das Trittsteine sind, die da vorstehen? Damit man über die Mauer klettern kann? Sehe ich hier überall.

River Tromie.

10.33 Uhr – Blick zurück.

Blick nach vorne. Es geht leicht auf und ab am Rande der Ebene entlang, mit immer wieder sehr schöner Aussicht. Der Wind schiebt, oft ist es, wie in einer Rikscha anstrengungslos durch die wunderschöne Landschaft gefahren zu werden.

10.54 Uhr – Am Straßenrand saß ein junger Bikepacker. Er wartet auf seinen Kumpel. Er kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Palma del Rio, zwischen Sevilla und Córdoba, wo ich im letzten Jahr war. Er lebt jetzt in der Nähe von Porto. Wir haben über Mücken, Regen, Wind in Schottland und die Schönheit Galiciens und der Pyrenäen gesprochen. Er war sehr zerstochen.

11.13 Uhr – River Feshie. Man kann sich die springenden Lachse vorstellen.

Das war jetzt ein bisschen eine Kletterei.

Aber sehr schön!

11.14 Uhr – Entspannt windet sich die Straße durch den sonnigen Wald. Knapp 16° C zeigt der Tacho.

11.42 Uhr – Dort oben, in den Cairngorm Mountains, liegt sogar noch etwas mehr Schnee. Vier der fünf höchsten Gipfel Großbritanniens liegen am Rande dieser Ebene hier. Der Cairngorm ist 1245 m hoch, der Ben Macdui 1309 m. Das ist schon ganz ordentlich.

12.06 Uhr – Inverdruie. Eine sehr schöne Bank mit Sonne auf den Beinen aber nicht im Gesicht. Gegenüber ist ein sehr einladend aussehendes Café mit Wandernden und Radlern. Aber ich habe ja Kaffee und Toast vom Frühstück. Ich radle nach Aviemore auf der anderen Flussseite. Damit weiche ich von der geplanten Route ab, aber ich habe Zeit und das Zimmer erst ab 15 Uhr fertig.

Aviemore ist ein Straßendorf mit vielen Geschäften, Andenkenläden, Outdoor-Geschäften und Cafés. Gute Bus- und Bahnverbindungen machen den Ort gut erreichbar.

12.55 Uhr – Sitze im Café, das Victor mir heute Morgen empfohlen hat, und lese den Roman von Stephan Frey zu Ende.

13.20 Uhr – Fertig und weiter! Die Wolken sind etwas dichter, das macht es etwas kühler. Also ordentlich reintreten zum Aufwärmen.

13.37 Uhr – Kiefernwald im Talgrund, auf dem NCN-7, bis zur nächsten Brücke.

Hier hat es gebrannt.

13.57 Uhr – Weiterhin im Kiefernwald.

14.16 Uhr – Das Tal wird weit, keine Berge mehr zu sehen.

14.26 Uhr – Nethy Bridge.

14.27 Uhr – Ankunft, vor drei Uhr!

Das Zimmer ist schon fertig und einfach grandios!

16.59 Uhr – Gewaschen, geduscht und Müsli gegessen, dazu Kaffee und Scottish Shortbread. Die Wäsche hängt im Erker in der prallen Sonne. Wer hätte das gedacht?

Auf die Anregung eines sachkundigen Lesers hin, habe ich an den Anfang dieses Beitrags einen Link gesetzt mit dem man direkt zum Ende des Beitrag springen kann. Dafür steht jetzt als letztes Wort «Ende» im Beitrag. Gerne mal ausprobieren. Wenn es nützlich ist, mache ich das im morgigen Beitrag auch.

Jetzt habe ich noch fast zwei Stunden Zeit bis zum Abendessen. Vielleicht gehe ich mal in den Garten oder um den Block.

18.45 Uhr – Ich sitze im Restaurant. Auf dem Weg hierher musste ich an einer Koffer schleppenden Busladung Deutscher oder Schweizer vorbei, was in dem engen Flur etwas mühsam war. Meine Wäsche ist quasi trocken. Sonne ist wirklich zur Abwechslung mal eine Wohltat.

19.30 Uhr – Das Essen geht, wie auch gestern schon, sehr schnell. Das ist bei einer Busladung Leute, die hier gleich eintrudelt, auch gut. Mir geht es zu schnell. Ich würde gerne die wohlverdienten Kalorien genüsslich langsam verzehren. Hier muss ich jede Bestellung beim Kellner abzeichnen.

Für morgen ist die Vorhersage etwas wechselhaft, vormittags trocken, dann mit Schauerrisiko. Klingt doch gar nicht so schlecht für die lange Etappe zum Loch Ness.

20.06 Uhr – Die Reisegruppe hat die Lautstärke massiv erhöht. Ich ziehe gut gesättigt ab.

Die Dame an der Rezeption hat einen Spaziergang am Flussufer empfohlen.

20.29 Uhr – Ich drehe lieber um, bevor mich der Regen noch erwischt.

20.43 Uhr – Sogar ein doppelter Regenbogen! Bin aber trocken bis zum Zimmer gekommen. Der Schauer zieht hinter dem Hotel vorbei.

Der kleine Spaziergang hat unglaublich gut getan. Kein Fahrrad dabei, nur ein paar Schritte, alle Körperteile in natürlicher Bewegung, ein kraftvoller Fluss, tiefes moorig braunes Wasser, satt grünes Gras, Wolken, Regenbogen. Heute bin ich noch direkt an der Natur dran, bevor ich morgen wieder in einer großen Stadt übernachte.

21.11 Uhr – Ich schaue auf den kleinen Park gegenüber vom Hotel, die Vögel singen ihr Abendlied, lange Schatten, letzte Streifen von Sonnenlicht. Nach den Regentagen und Anstrengungen und fehlenden Pausen, die sie mit sich bringen, war der Sonnentag heute ein großartiges Geschenk. Ich trinke Kaffee, esse Shortbread und genieße noch ein bisschen die Atmosphäre.

Di. 09.06. – Nethy Bridge – Loch Ness – Inverness – 84 km/890 Hm

4.29 Uhr – Bin vom Sonnenaufgang geweckt worden.

7.14 Uhr – Der Himmel sieht noch immer so aus. Die Vorhersage hat durchziehende Schauer angekündigt.

8.53 Uhr – Immer noch trocken. Abfahrt.

Ich fahre erstmal zur Eisenbahnstrecke zurück und folge ihr bis Tomati. Dort biege ich nach Südwesten ins Tal des River Findhorn und arbeite mich auf etwa 480 m Höhe hinauf und an einigen kleineren Lochs vorbei, bis ich steil zum Loch Ness abfahre. Ans Ufer komme ich in Dores und folge von dort dem Tal des River Ness bis zur Mündung in Inverness.

9.15 Uhr – Die Kette war mir zu laut, gestern schon. Also habe ich hier angehalten und sie gereinigt und geölt. Und meinen Morgengruß gemacht: Meinen Rhythmus finden, Kraft, Gelassenheit, Neugier.

9.29 Uhr – Gerade mit einem sehr netten jungen schottischen Rennradfahrer gesprochen, während wir auf der Straße entlang rollten. Er arbeitet als Outdoor Instructor und war gerade sechs Tage draußen in den Bergen mit einer Gruppe. Heute macht er nur eine kleine Tour. Vor kurzem hat er bei dem Race Around Loch Ness mitgemacht. 6000 Rennradfahrer waren dabei. Nächstes Jahr will er einmal um Schottland herum fahren, ohne fremde Unterstützung und möglichst in der schnellsten je gefahrenen Zeit. Sehr ambitioniert, der junge Mann. Er fährt weiter Richtung Pass. Ich biege jetzt gleich rechts ab.

9:44 Uhr – Mit einem letzten Blick auf die Schneereste in den Bergen biege ich hier rechts ab nach Carrbridge.

Ich habe mich doch noch einmal umgeblickt. Auf Radtouren darf man das.

9.56 Uhr – Kiefern und Birken. Frische 14° C. Relativ wenig Verkehr. Angenehmer Rückenwind.

10.07 Uhr – Die Old Bridge, wirklich sehr hübsch. Ein belgischer Reiseradler kam vorbei, auf dem Weg nach John o’Groats. Klar! Er zeltet aber nicht. Ist ja auch kein Niederländer.

10.16 Uhr – Beim Verlassen des Ortes auf einem längeren sanften Anstieg im Wald.

Porridge-Weltmeister- Was es alles gibt!

10.35 Uhr – Auf 355 m Höhe. Ganz leicht rieche ich den Ginster, manchmal auch Kiefern. Es muss dafür wohl noch etwas wärmer und trockener werden. Die Wolken scheinen sich kaum zu bewegen. Gerne bleibe ich unter einem Stück blauen Himmel.

10.42 Uhr – Auf 373 m. Jetzt, wo ich die Landschaft so richtig sehen kann, bekomme ich langsam ein positives Gefühl für sie. Im Regen und Nebel war sie gefühlt irgendwie gegen mich. Jetzt ist sie einladend und schön anzuschauen.

10.57 Uhr – Den Pass hatte ich gar nicht im Kopf. Prima, dann geht es ja jetzt erstmal runter!

11.02 Uhr – Der Wind kommt grad eher von vorne.

11.11 Uhr – River Findhorn.

Brücke mit Zug drauf.

Ich biege hier links in das Tal ab, statt geradeaus weiter nach Tomatin zu fahren.

11.20 Uhr – Torf lag als Dachisolation zwischen den Brettern und dem Wellblech. Jetzt stürzt alles in sich zusammen.

11.31 Uhr – Sehr schön hier. Ein paar Tropfen fielen, hat aber schon wieder aufgehört.

11.41 Uhr – Ich suche mir eine trockene Stelle in der Sonne. Es fallen ein paar Tropfen.

Einfach am Ufer auf dem Gras sitzen.

12.13 Uhr – 108 Atemzüge still hier gesessen. Wie hat mir das in den letzten Wochen gefehlt, dieses Sitzen in der Landschaft. Wegen Regen oder Hecken oder Städten war es kaum möglich. Heute endlich wieder. Welch ein Glück!

Regenwolken vor und hinter mir. Ich starte mal wieder.

12.41 Uhr – Nach dem Kahlschlag, was die Holzindustrie Ernte nennt, ist es eine Mondlandschaft. Auf 390 m.

12.46 Uhr – Sehr sanfter Anstieg. Auf 421 m Höhe.

Vielleicht noch dreißig Höhenmeter. Wunderbar hier.

12.56 Uhr – Auf 478 m Höhe. Auf der ganzen Tour war ich noch nicht so hoch, wie hier. Schon verrückt.

Blick zurück. Hinter mir sieht es nach mehr Regen aus als vor mir. Mal sehen.

Lange Abfahrt. Es regnet.

13.11 Uhr – Weniger Regen. Vorne wahrscheinlich die erste Kante, an der es steil bergab geht.

13.17 Uhr – Es wird steiler. Der Wind und der Regen haben aufgehört. Aus der Ferne klingt eine Maschine herüber, ansonsten ist es vollkommen still. Kein Vogel singt.

13.25 Uhr – Auf 386 m.

13.32 Uhr – Ich würde gerne unter dem blauen Himmel bleiben, wenn das geht. Die Regenwolke sieht doch etwas sehr düster aus.

13.36 Uhr – Loch Farr. Hier mache ich Müslipause.

14.04 Uhr – Die Frau, die am Ufer sitzt, lebt hier um die Ecke und schwimmt auch im Winter im See. Als sie damit angefangen hat, hat sie nach dem Schwimmen sicher zwei Stunden zitternd im Wohnzimmer gesessen, erzählte sie. Nach sechs Monaten habe sie genug braune Fettzellen aufgebaut, dass das lange Zittern nicht mehr kam. Ihre Freundin probiert es gerade zum ersten Mal, mit Neopren-Anzug. 14° C soll der See haben.

14.19 Uhr – Trocken, aber kalt: 12° C.

14.28 Uhr – Von dort komme ich. Hier ist es trocken und zu warm unter der Regenhose. Aber über mir hängt auch eine Regenwolke.

14.36 Uhr – Loch Ruthven. Ein paar Tropfen fallen. Bin in einem knackigen Anstieg.

14.50 Uhr – Blick nach Süden. Irgendwo da hinten werden Fort Williams und der Ben Nevis liegen.

14.59 Uhr – Loch Duntelchaig.

15.09 Uhr – Ein weiterer kleiner See.

Und imposante Felsen vor mir.

15.17 Uhr – Loch Ness. Hier oben riecht es sehr intensiv nach Ginster.

15.19 Uhr – Ich mach mal ein paar Fotos. wir treffen uns beim Kaffee in Dores.

Blick nach Süden.

Regen setzt ein.

15.33 Uhr – Patschnass und Kaffee nur draußen. Sehr schade. Aber, ich stehe in einer überdachten Fahrradgarage! Den Kaffee hole ich mir, sobald der Regen nachlässt.

15.48 Uhr – Kaffee und Kuchen unter dem kleinen Vordach des Wagens waren sehr lecker und stärkend. Habe nett mit der Dame gesprochen. Heute Morgen hat es bei ihr oben an der Straße, die ich runtergefahren bin, gehagelt. Hier unten aber nicht. Habe mich für Kaffee und unterhaltsames Gespräch bedankt. Sie schließt um 16.00 Uhr. War also gut getimet.

Ich schau mal näher in den See, denn das ist die einzige Stelle, an der ich ans Ufer komme.

Der Nessi Hunter.

Ein Stein mit Info-Tafel an dem sich alle fotografieren lassen.

Der See geht bis zum Horizont. Das ist schon ein faszinierender Blick. 37 km lang, etwa 1,5 km breit und im Mittel 229 m tief.

15.58 Uhr – Es hat aufgehört zu regnen. Weiter! Noch etwa zwanzig Kilometer.

16.06 Uhr – Blick zurück.

16.45 Uhr – Inverness. Vielleicht ist Nessi ja für ein paar hundert Jahre ins Meer geschwommen und kommt dann irgendwann zurück?

Bridge Street.

Kathedrale aus dem 19. Jhd. Ich fahre noch zur Mündung des Ness.

17.09 Uhr – Rosinante und ich vor der Kessock Bridge, dahinter der Moray Firth. Hier ist das nördliche Ende der Verwerfung Great Glen, oder Glen More, die von Fort William bis hierher 100 km lang ist, und in der auch Loch Ness liegt.

Mit Inverness habe ich das Ziel erreicht, das ich in ganz England immer genannt habe, wenn ich gefragt wurde. Ab jetzt geht es nach Osten und dann nach Süden quasi zurück.

Jetzt radle ich zur Unterkunft und schaue mal, wie die Küche aussieht. Ggf. gehe ich dann in den Supermarkt, um mir die üblichen Nudeln für das Abendessen und Joghurt für das Frühstück zu kaufen.

17.20 Uhr – Der Far North Way-Radweg führt über die Kessock Bridge. Wer also nach John o’Groats will, fährt wahrscheinlich hier vorbei.

Großes Holzlager oder Sägewerk. Die ganze Gegend riecht nach Holz. Jemand übt Trompete.

Castle und diverse Kirchen.

Inverness Castle, ein Neubau aus dem 19. Jhd. Die alte Burg war von Malcolm III. im 11. Jhd. gebaut worden. Malcolm III. war der Sohn von Duncan I., dem Cousin von Macbeth. Macbeth hat Duncan I. in der Schlacht von Elgin getötet. Bei Shakespeare wird es etwas anders dargestellt. Nach Elgin komme ich noch.

Oliver Cromwell hat auch in Inverness eine Zitadelle für etwa 1000 Soldaten bauen lassen. Die Jakobiten besetzten sie von 1715 bis 1746 als Kaserne. Unweit von Inverness liegt Culloden, der Ort der Entscheidungsschlacht, in der 1746 die Jakobiten geschlagen wurden.

17.47 Uhr – Ankunft. Eine Gruppe Deutscher stand vor dem Haus. Sie gehen jetzt essen. Die Küche sei voll ausgestattet, sagten sie. Sie hätten gestern gekocht. Sie machen eine Whiskey-Runde durch Schottland.

20.04 Uhr – Beim Tesco um die Ecke habe ich mir Nudeln, Soße und geriebenen Käse gekauft, für das Hauptgericht. Dazu gibt es Limo. Anschließend Chips mit Bier. Dazu einen neuen Aquitanien-Krimi.

21.56 Uhr – Mit dem Hauptgang bin ich fertig, auch mit den Nacharbeiten am Blogbeitrag.

Es war ein ganz wunderbarer Naturerlebnistag heute, wie ich es mir immer wünsche. Der Regen hat nicht wesentlich gestört. Morgen radle ich durch Bridge Street und High Street. Daher heute keine Stadtbesichtigung.

Mi. 10.06. – Inverness – Culloden – Findhorn – Elgin – 87 km/650 Hm

6.23 Uhr – Gut geschlafen. Habe aber Kopfschmerzen, wahrscheinlich vom Heineken gestern Abend. Ich sollte es wirklich sein lassen.

8.32 Uhr – Großer Mist: Das Garmin Navi geht nicht an. Ich probiere rum. Startet nicht mit Powerbank. Vielleicht an der Steckdose. Sonst muss ich mit Handy fahren, was nur zwei Stunden gehen wird. Mist!

8.41 Uhr- Im Netz gesucht, mit dem Hinweis aus dem ersten Treffer probiert: Aus-Taste 30 Sekunden festhalten. Es startete! Oh, Mann!!!!

8.46 Uhr – Dann jetzt mal los und auf dem Rad die Aufregung rausradeln. Danke für den Support von zu Hause!

Die heutige Strecke ist noch etwas länger als die gestrige, aber mit etwas weniger Höhenmetern. Das Gelände der Schlacht von Culloden schaue ich mir vielleicht nur von außen an. Dann kommt Castle Brodie. In Findhorn fahre ich mal zum Gelände der Gemeinschaft. In Elgin gibt es die Ruine der Kathedrale aus dem 13. Jhd. zu sehen.

Das B&B lag auf der Westseite des Ness. Ich radle jetzt in die Innenstadt.

Kilt-Shop.

Kamel und Elefant neben dem Kreuz oben in der Mitte der Fassade des Rathauses sind eine Referenz and die Handelsbeziehungen der Stadt.

Viele schöne Geschäfte gibt es. Es ist mit 15° C ideal zum Radfahren, aber nicht zum Rumstehen.

9.39 Uhr – Blick über den Moray Firth auf die nördlichen Highlands. Jetzt ist mir warm, Sonne im Gesicht, langer Anstieg von 130 Hm. Kurz vor Culloden.

9.47 Uhr – Alle wichtigen Infos.

Der Radweg führt über das Gelände.

Blaue Fahnen entlang der schottischen Gefächtslinie, rote entlang der englischen.

10.00 Uhr – Schon jetzt sind sehr viele Besucherinnen hier. Auf dem Parkplatz stehen mehrere Reisebusse. Am Museum fahre ich nicht vorbei. Weiter.

10.10 Uhr – Ganz in der Nähe befindet sich der Nairn Viaduct.

29 Steinbögen, 39 m hoch. Ende des 19. Jhd. gebaut.

Hübsch, finde ich, und stabil.

10.24 Uhr – Uff, 14% Steigung mit Gepäck, das kostet Kraft. Daher ein kurzer Fotostopp. Hinter den Wäldchen oberhalb des Viadukts liegt das Schlachtfeld.

10.33 Uhr – Sehr schöner Ort für den Morgengruß: Loslassen, Zuversicht, Freude am Schönen, Heiterkeit.

In Blickrichtung, also nördlich, schon Schauer. Toller Rückenwind schiebt mich.

Ein Bussard bei der Jagd. Er steht mit langsamen Flügelschlägen über einer Stelle über der Wiese, geht dann in mehreren Stufen runter, dann zu Boden. Ob er erfolgreich war?

Links Kühe, rechts Schafe.

Jetzt eine Schussfahrt.

10.54 Uhr – Wieder ein Anstieg, wieder eine kleine Fotopause. Der Moray Firth am Horizont.

Fahrstunde für 6 PS-Kutschführerschein.

Viel Regen an der Küstenlinie. Hinter mir ist es auch sehr dunkel.

11.43 Uhr – Kaffeepause mit Müsliriegel und Nüssen unter einem Baum als Regenschutz. Es sieht nicht nach raschem Ende aus. Also Regensachen an und los.

11.50 Uhr – Es hört auf! Nur noch 9° C. Jetzt brauche ich Sonne zum Wärmen.

Ich rolle runter zum Meer.

12.41 Uhr – Große Müslipause im Park am Nairn in der gleichnamigen Stadt. Kurz wieder Regentropfen, aber jetzt intensive Sonne. Es fehlt noch ein Café am Nachmittag, ansonsten ist alles erledigt. Bald habe ich die Hälfte der Strecke. Checkin heute nur bis 18 Uhr, aber ich habe schon im Februar angekündigt, dass ich mich melde, falls es später wird auf dieser langen Etappe. Weiter.

13.27 Uhr – Teils im Wald, teils, wie hier, über offene Felder, mehr Ackerbau als Schafweiden.

Anfahrt auf Castle Brodie.

13.39 Uhr – Brodie Castle – Sehr hübsch. Die heutige Anlage wurde 1567 erbaut. Seit 1980 ist es im Besitz des National Trust.

Rodney’s Stone, aus dem 9. Jhd. Es gibt eine Inschrift in Ogham, einem frühmittelalterlichen Alphabet. Hat man aber noch nicht entziffert.

13.57 Uhr – Feldweg, hatte ich lange nicht mehr.

Die Brücke ist mir dann doch zu eng zum Fahren. Schieben wird aber auch eng.

Oh lala, ob ich das abkriege?

14.10 Uhr – River Findhorn, so sieht man sich wieder!

Rechts geht es zur Findhorn Community, dort will ich hin.

14.46 Uhr – Zuerst bin ich bei den super netten Momos (Referenz auf den Beueler Bioladen) der Findhorns gelandet. In dem Bioladen riecht es so gut, wie damals im noch kleinen Bioladen Momo in Beuel. Im Laden ist aber nicht das Café. Es ist in dieser coolen Hütte. Jetzt kann es gerne für eine halbe Stunde schütten, damit das auch erledigt ist. Vielleicht zieht der Regen auch knapp südlich vorbei.

Hier ist auch der Veranstaltungsraum des Zentrums.

Hmmmm!

Die Findhorn Foundation, die von zwei ehemaligen Mitarbeitenden eines nahegelegenen Hotels als spirituelle Gemeinschaft begann, bietet ein großes Seminarangebot. Der Campingplatz, auf den Eileen und Peter Caddy nach ihrer Kündigung vom Hotel gezogen sind, gehört inzwischen der Foundation. Neben dem Seminarbetrieb baut man jetzt auch ökologische Häuser, hat eine biologische Kläranlage, Solaranlagen und Windräder. Seit 2001 gibt es ein College und seit 2006 ein Schulungsgebäude für nachhaltige Entwicklung. Hieran sind auch die Vereinten Nationen beteiligt.

15.15 Uhr – Die Sonne scheint. Mal weiter.

Hier findet der Roman von Stephan Frey ein neues Zuhause.

Der Bioladen.

15.29 Uhr – Der Park, von Camping Park, umfasst ein großes Gelände, mit großem Parkplatz. Jetzt aber weiter.

Blick nach Westen über die Bucht des Findhorn.

15.44 Uhr – Kinloss Abbey, gleich nebenan.

Friedhof auf dem Gelände der ehemaligen Zisterzienser-Abtei.

16.06 Uhr – Ich liege gut in der Zeit. Trete eigentlich viel zu viel in die Pedale. Also, mal langsamer machen.

16.28 Uhr – Ich sause gemütlich über die Felder. Jede Ecke am Himmel sieht anders aus. Vielleicht komme ich ja trocken bis Elgin. Noch sieben Kilometer.

16.58 Uhr – Elgin, Säule mit Statue von George V. Duke of Gordon, auf dem Old Elgin Castle Hill, genannt Lady Hill, nach der Marienkapelle, die zum Old Castle gehörte.

Zugang zum Castle Hill/Lady Hill.

Am Kreisverkehr beginnt die High Street.

Es riecht nach Fish and Chips: Ich habe Hunger!

17.18 Uhr – Elgin Cathedral, hat schon geschlossen, sagt mir ein Deutscher aus einer Reisegruppe.

Ich wurde von der Kathedralenführerin angesprochen, die gerade Feierabend machte. Sie hat mir erzählt, dass die Kathedrale nach der Reformation im 16. Jhd. aufgegeben wurde. Das Bleidach wurde irgendwann gestohlen. Das Gebäude begann zu verfallen, als im 18. der Vierungsturm einstürzte. Danach bedienten sich die Leute aus Elgin an den Steinen und nutzten sie als Baumaterial.

Die Führerin hat mir von Winchester Cathedral vorgeschwärmt, wo man auf das Gewölbe steigen und drüber laufen kann. Dort gibt es in den Gewölbekappen Abflusslöcher für Löschwasser, die sich öffnen, wenn Wasser von oben in die Kappn läuft, und sich danach wieder schließen. Löschwasser würde sonst so schwer, dass das Gewölbe einstürzen würde.

17.41 Uhr – Ankunft. Der Vermieter hat den Platz vor und hinter dem Haus voller Sachen, die er verkaufen will.

19.33 Uhr – Ich stehe unter dem Vordach des B&B und will eigentlich essen gehen. Aber es kommt gerade ein heftiger Schauer runter, mit viel Wind. Meine Hose wäre sofort klatschnass. Kann ja eigentlich nicht lange dauern.

19.47 Uhr – Die Sonne kommt schon raus, aber noch fallen dicke Tropfen. Die Dachrinne läuft über. Es platscht mir vor die Füße.

19.52 Uhr – Und ab gehts, bevor die Restaurants schließen.

20.05 Uhr – Sitze beim Thailänder.

20.58 Uhr – Das hat sehr gut geschmeckt. Hätte sicher auch mehr sein können. Ich zahle mal.

21.34 Uhr – War beim Aldi Joghurt und Nachtisch kaufen.

Do. 11.06. – Elgin – Banff – 73 km/580 Hm

7.10 Uhr – Bis um halb fünf habe ich durchgeschlafen, danach unruhig. Wahrscheinlich, weil es zu hell im Zimmer ist. Es gibt keine dichten Vorhänge. Ich hatte abends einen kurzen Krampf im Fuß. Mit ein paar Tropfen Franzbranntwein ließ er sich aber sofort beenden.

Für heute ist ab etwa zwei Uhr wieder Regen vorhergesagt. Mal sehen.

9.04 Uhr – Beim Frühstück saßen zwei junge Niederländern, die für vier Tage mit dem Flieger für eine Whisky-Tour nach Schottland gekommen sind. Der Vermieter, der früher geboxt hat, setzte sich auch zu unserer Männerrunde. Nun starte ich in einen bedeckten, aber hellen Tag.

Erstes Zwischenziel ist heute Garmouth. Dort soll es eine für Radfahrer befahrbare ehemalige Eisenbahn-Brücke über den River Spey geben. Sonst fahr ich bis zur ersten Brücke ins Landesinnere. Kurze Zeit später komme ich in Portgordon sehr nahe ans Meer. Die Strecke des NCN-1 führt dann durch fast alle Küstenorte, z.B. Portknockie, Cullen, etc., bis nach Banff. Portknockie ist der nördlichste Punkt meiner Reise. Heute erreiche ich die 2000-Kilometer-Marke.

Das Hotel in Banff hat schon geschrieben, dass es wahrscheinlich eine Abendveranstaltung gibt, die bis 1 Uhr nachts laut sein könnte. Ich werde es machen, wie im White Lion in Weston.

Noch einmal an der Kathedrale vorbei.

Die Säule auf dem Lady Hill kann ich von hier auch noch einmal sehen.

9.43 Uhr – Morgengruß mit viel Weite und Lerchenmusik: Langsamkeit, Lauschen, Zufriedenheit, Dankbarkeit.

9.54 Uhr – Freilandschweinehaltung mit Futter- und Schlafboxen. Die kleinen Ferkel jagen über die Wiese.

Hier sind die Sauen ohne Ferkel.

10.06 Uhr – Links taucht das Meer auf. Es ist warm, ich mache mal die Arme der Windjacke ab.

10.26 Uhr – Ich will hier an der Bike-Service-Station mal wieder den Luftdruck checken. Leider fehlen aber die Dichtungsgummis und die Pumpe ist unbrauchbar.

Der Spey Viaduct ist gesperrt. Ich hatte ohnehin den Umweg eingeplant.

10.47 Uhr – Bin bis zur Brücke gefahren, die aber tatsächlich nicht mehr befahrbar ist. Ein älteres Ehepaar saß dort. Habe sie in ein Gespräch verwickelt. Er war lange Ingenieur bei der Navy Airbase hier in der Nähe. Seine Großmutter war Deutsche, sein Vater Pole. Sie sind mit der Rente aus Aberdeen hierher nach Garmouth gezogen.

Danach bin ich von der Absperrung wieder zurück bis ins Dorf gefahren. Die Bahnstrecke liegt tiefer als die Straßen und ich wollte Rosinante nicht eine lange Treppe hochtragen.

Der linke Teil der Brükce ist eingestürzt, weil der Fluss seinen Verlauf geändert hat und an den Seiten die Pfeiler nicht stark genug ware. Man erkennt gut, dass der Fluss nicht mehr unter dem Hauptbogen durchfließt.

Das sieht wirklich übel aus. Das Ehepaar ist früher täglich über die Brücke spaziert.

11.17 Uhr – Knapp fünf Kilometer waren es bis zur nächsten Brücke bei Mosstodloch. Der River Spey kommt von Newtonmore und Aviemore runter, wo ich auch war.

11.46 Uhr – Flach ist es hier. Vorne das Meer.

Gepunktete Wiese.

Man sieht den Verlauf der Bahnstrecke, die von der eingestürzten Brücke kommt.

11.55 Uhr – Portgordon.

Hier gibt es ein Dorfgemeinschafts-Café,

In dem ich Kuchen und Kaffee nehme.

Das Regengebiet nähert sich langsam von Westen. Wird mich irgendwann einholen.

12.27 Uhr – Weiter geht es auf der Bahntrasse.

Ich kann die Berge auf der anderen Seite des Firth sehen.

Raue Oberfläche, aber ok. Schöne Aussicht.

12.41 Uhr – Nach kurzer Zeit musste ich wieder runter auf die Straße. Die ist sehr viel angenehmer zu fahren. Da bleibe ich und genieße den Rückenwind.

12.48 Uhr – Fischerreihafen in Ianstown.

Hübsche Häuser.

12.52 Uhr – Hier nehme ich die Sandwiches von heute Morgen zu mir.

Bevor ich mich zu sehr beeile, dem Regen zu entkommen. Geht ja ohnehin nicht.

13.04 Uhr – Gute Entscheidung!

Blick zurück nach Westen.

Kleine Burgruine. Dahinter verläuft die Bahntrasse.

Findochty.

13.25 Uhr – Blick in den Hafen des Fischerdorfs.

13.32 Uhr – Ab hier auf dem Küstenpfad.

Auf den Klippen. Winzige Tropfen fallen.

Sehr schön hier oben.

Tolle Brutstätte für Vögel, nehme ich an.

Portknockie.

Im Hafen gibt es ein Schwimmbad.

14.25 Uhr – Diese Stelle definiere ich mal als den nördlichsten Punkt meiner Radtour. Hier habe ich die Müslipause gemacht. Die 2000 km-Marke ist erreicht.

Jetzt fallen erste Tropfen. Weiter!

Wieder auf der Bahntrasse.

14.46 Uhr – Blick auf Cullen. Viele Grüße nach Kesseling!

Blick von der Bahntrasse auf Cullen. Kein Regen, nur winzige Tröpfchen. Ich ziehe die Regensachen bald wieder aus.

Links der Temple of Pomona, ein kleiner Gartentempel aus dem 19. Jhd.

Rechts Castle Hill. Mehr Regen, gut dass ich die Regensachen noch nicht ausgezogen habe.

Tempelchen, Viadukt, Golfplatz, Klippen und Sandstrand: alles da! Ich verlasse jetzt die Küste bis Whitehills.

15.31 Uhr – Große Getreidefelder, kaum Weiden. Mein Weg führt am Fuß des Hangs nach links.

Fordyce.

15.46 Uhr – Jetzt wieder mit tollem Rückenwind.

15.59 Uhr – Portsoy. Sehr viele Wohnmobile stehen auf den Wiesen rund um den Ort. Es gibt am Wochenende das große Boat-Festival, das 10.000 Besucherinnen anzieht. Es gibt eine Bootsparade, traditionelle Live-Musik, Kunsthandwerk, Handwerker-Workshops für Seilherstellung oder Segelreparatur, usw. Das verpasse ich ja nun leider.

16.04 Uhr – Fotopause im Anstieg. Blick zurück.

16.24 Uhr – Hohe Klippen.

16.31 Uhr – Vor mir liegt Whitehills.

Die Bucht von Whitehills.

Blick nach Norden über die groben Felsen und Steine in der Bucht.

16.51 Uhr – Die Boyndie Bucht, Banff voraus. Es nieselt. Noch zwei Kilometer.

Die Boyndie Beach, ein Stück Sandstrand.

17.03 Uhr – Nur noch auf die Klippe hoch.

Natürlich kann ich auch mal 15% Steigung bei Gegenwind fahren. War ja schnell erledigt. Jetzt Puls runter und zur Rezeption.

17.10 Uhr – Ankunft, zusammen mit den ersten Hochzeitsgästen.

Blick vom Hoteleingang. Alle Achtung!

17.44 Uhr – Ich weiche gerade von meiner ehernen Regel ab, erst die Wäsche und die Dusche zu erledigen, und habe mir einen Belohnungskaffee gekocht. Dazu gibt es Walker’s Shortbread. Sehr lecker.

Man hat mir ein größeres Zimmer gegeben, sagte die nette Frau am Empfang. Von der Hochzeitsfeier gekommen ich auch bei offenem Fenster derzeit überhaupt nichts mit. Kann gerne so bleiben!

Abendessen über der Bucht. Monkfish Scampi, quasi schottischer Kibbeling. Da ich danach immer noch Hunger hatte, habe ich auch noch eine Apple Tart gegessen.

21.40 Uhr – Sonnenuntergang ist um 22.09 Uhr, also in einer halben Stunde. Es hat satt geregnet in den letzten Stunden.

22.27 Uhr – Gut gesättigt und mit einem starken Kaffee versorgt erfasse ich noch Fahrdaten und bereite die morgige Etappe vor.

Bis auf wenige Tropfen bin ich heute gar nicht nass geworden. Es gab aber auch keinen blauen Himmel. Die Fahrt am Meer, von Fischerdorf zu Fischerdorf, war eine schöne Abwechslung.

Fr. 12.06. – Banff – Inverurie – 56 km/780 Hm

6.28 Uhr – Ich habe gut geschlafen. Es war völlig ruhig, bis auf das Kreischen von Möwen und anderen Vögeln. Zwischen den Wolken kommt die Sonne heraus. Ich hoffe auf einen Tag ohne Regenrisiko, mit etwas blauem Himmel.

8.38 Uhr – Ordentlich kalter Wind weht hier oben auf der Klippe. Die sehr nette Frau von der Rezeption meinte, Rosinante habe sicher eine ruhige Nacht im warmen Keller gehabt. Sie findet meine Schutzbrille sehr praktisch. Sie ist in Inverurie in die Grundschule gegangen. Der Wind kommt von Westen, also zumindest nicht von vorne. Abfahrt.

Heute geht es ab in den Süden. Bis Turriff fahre ich den River Deveron hinauf. Kurz vor Inverurie will ich den Loanhead of Daviot Steinkreis besuchen. Es ist einer der Recumbant-Steinkreise, bei denen ein großer Monolith am Rand des Kreises auf der Seite liegt. Vielleicht komme ich auch noch an einer Burg vorbei.

9.48 Uhr – River Deveron.

Hier mündet er ins Meer.

9.57 Uhr – Blick zurück. Ich fahre ein grünes Tal hinauf.

Gerste bis zum Horizont.

9.10 Uhr – Sieht abwechslungsreich aus.

9.21 Uhr – Der Wind frischt wieder auf. Morgengruß mit herrlichem Panorama: Freude an der Natur, Anstrengungslosigkeit, Genuss, Freundlichkeit.

9.35 Uhr – Eine weitere der ca. 250 schottischen Burgen.

Die Zahl stammt von der Führerin der Kathedrale in Elgin.

10.18 Uhr – Mit einem kanadischen Reiseradler-Paar in meinem Alter gesprochen. Sie waren letztes Jahr schon in Südschottland, davor in Norwegen. Dieses Jahr wollen sie bis zur Nordspitze der Shetland-Inseln. Der NCN-1 führt bis dorthin. Ihre Räder haben sie im Flieger mitgenommen. Sie haben mir geraten, eine gesperrte Straße, die demnächst kommt, auch tatsächlich zu umfahren. Sie hätten das Schild ignoriert und hätten den Berg runter und wieder rauf gemusst. Guter Hinweis.

10.34 Uhr – In Turriff.

Die übliche Säule. Mir ist nicht nach Café. Ich radle gemütlich weiter und nehme ein Bank in der Sonne.

Traktorgleise.

11.11 Uhr – Windig, mir ist kalt, ich habe Kopfschmerzen. Keine Bank in Sicht. Ich suche nach einem Stein, einer Hecke als Windschutz. Echt schwierig.

11.34 Uhr – Ein Baumstumpf von genau der richtigen Höhe an der Ecke eines großen Hofgrundstücks. Die Bäume halten den Wind komplett ab. Ich habe mir den Pulli angezogen. Jetzt ist mir angenehm warm. Kaffee und Sandwiches füllen mir den Bauch. Lerchen singen, der Wind singt in den Bäumen, weitere Vögel stimmen ein, mal direkte, intensive Sonne, mal Schatten.

Langsam weiter.

11.54 Uhr – Langer sanfter Anstieg. Einige Male musste ich heute doch schon steil zu einem Bach runter und steil wieder raus. Kleinster Gang, so gemütlich wie möglich. Der warme Pulli fühlt sich gerade gut an.

12.05 Uhr – Die markante Hügelkette begleitet mich schon länger. Bin auf 140 m Höhe.

12.40 Uhr – Auf 180 m Höhe.

Grünschattierungen.

12.55 Uhr – Der markante Gipfel kommt immer näher. Er gehört zu den Bennachie Mountains.

13.11 Uhr – In diesem Wäldchen befindet sich der Steinkreis.

Das Panorama.

Über ein Pfadfinder-Gelände geht es zum eingezäunten Steinkreis.

Ein toller Panoramablick auch von hier.

Man hat die umgefallenen Steine bei einer Restaurierung wieder aufgestellt. Der große Recumbent steht im Südwesten. Die stehenden Steine umschließen einen breiten Kreis mit losen Steinen in dessen Mitte sich eine freie Kreisfläche befindet

Feuerbestattungsstelle neben dem Steinkreis.

13.58 Uhr – Mit diesem Blick mache ich Müslipause auf dem Gelände und lehne mich entspannt gegen den niedrigen Stein. Das moosige Gras ist angenehm weich.

15.18 Uhr – Über eine Stunde habe ich zum Telefonieren an dem Stein gemütlich auf dem Rücken gelegen und den Wolken beim Zusammenballen zugeschaut. Jetzt mal lieber los.

15.35 Uhr – Der markante Gipfel ist der Mither Tap, 518 m hoch. Es befinden sich Reste einer piktischen Befestigung aus dem 6. bis 8. Jhd. dort oben.

Da hinten scheint es zu regnen. Aber das sorgt mich nicht, ist zu weit weg. Noch sechs Kilometer.

15.57 Uhr – Ankunft. Trocken!

Das Gebäude war Teil einer Lokomotivenfabrik, die zwischen 1906 und 1920 insgesamt nur zehn Lokomotiven gebaut hat.

17.53 Uhr – Ich war beim Tesco einkaufen und habe Bolognese-Sauce gesucht, also inkl. Hackfleisch. Bis jetzt hatte ich immer nur die Sauce «für» Bolognese, die ich erstaunlich dünn fand. Mit der Hilfe einer Kundin und einer Verkäuferin bin ich fündig geworden und habe nun fertige Bolognese-Sauce.

Für das Einkaufen der wenigen Sachen habe ich sicher eine Stunde gebraucht. Beim nächsten Mal geht das schneller, klar!

18.14 Uhr – Es köchelt. Mein Nachbar macht sich zwei Hamburger. Für vier Indonesier hat einer von ihnen gekocht. Da wäre ich sofort dabei gewesen, so lecker sieht das aus.

19.16 Uhr – Ich bin zwar zum Platzen voll von den leckeren Nudeln (die mir beim Abgießen in die Spüle abgestürzt sind, aber kann man ja wieder einsammeln), trotzdem gibt es jetzt im Wohnzimmer den Nachtisch: Chips mit Limo!

22.17 Uhr – Den ersten Frankreich-Krimi habe ich schon zu Ende gelesen und mir gleich den nächsten auf den Tolino geladen. Noch ein paar Seiten lesen, dann wird, deutlich früher als gestern, geschlafen.

Sa. 13.06. – Inverurie – Aberdeen – 63 km/500Hm

7.32 Uhr – Ich sitze beim selbstgemachten Frühstück, vom Wasserkocher bis zum Toaster, Obst, Müsli, ein voller Kühlschrank, alles da, muss aber erst gefunden und bedient werden.

Nach den großen Städten mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten und nach den Bergen mit Regen, Anstrengung und Landschaften, ist mir grad etwas langweilig. Der Tag gestern war sehr schön und wirklich nicht mit großer Anstrengung verbunden. Was zieht mich heute vor die Tür?

Der Himmel zeigt gerade sehr viel Blau. Die Landschaft bleibt eher lieblich. Vielleicht fahre ich einfach mal mit ……

8.17 Uhr – Weil mir nicht einfiel, mit was ich einfach mal fahre, habe ich die Spülmaschine ausgeräumt und alles schmutzige Geschirr der anderen Gäste und meines von heute Morgen eingeräumt. Die Zeit haben die dunklen Wolken aus den Bergen genutzt, um den Himmel zu erobern. Wenn man einmal nicht aufpasst.

8.54 Uhr – Kühler, böiger Wind. Sieht aber nicht nach kurzfristigem Regen aus. Abfahrt.

Ich fahre bis Kemnay den River Don hinauf. Dann komme ich an Castle Fraser aus dem 16. Jhd. vorbei. Bei Banochry folgt Crathes Castle aus der gleichen Zeit. Von dort folge ich dem River Dee abwärts nach Aberdeen. Aberdeen ist die drittgrößte Stadt Schottlands und hat seit dem 12. Jhd. Stadtrechte. Der wesentliche Wirtschaftszweig ist neben dem Hafen die Ölindustrie. Die Universität wurde 1495 als King’s College gegründet und ist damit die fünft älteste im englischsprachigen Raum.

9.01 Uhr – Kleiner Farmer’s Market vor dem Rathaus von Inverurie.

Die zwei kleinen Geschäftsstraßen treffen sich beim Rathaus.

9.22 Uhr – Der Mither Tap noch einmal, jetzt von der Morgensonne angestrahlt.

9.34 Uhr – Morgengruß: Kraft für den Gegenwind, ein Lächeln für die Menschen, Aufmerksamkeit, Selbstfürsorge.

9.46 Uhr – Jetzt sind es wieder Wiesen, die die Landschaft bestimmen, keine Äcker mehr.

10.00 Uhr – Letzter Blick zum Berg. Noch zwei Meilen bis Castle Fraser.

10.13 Uhr – Nach einem steilen Anstieg. Vielleicht darf ich ja auch einfach nur ins Café. Öffnet alles erst um 10.30 Uhr. Ich kann also gemütlich schlendern.

Der Hintereingang.

Der Hof mit dem Café.

Der Haupteingang, der erst im 18. Jhd. auf die Südseite verlegt wurde.

Die verspielten Türmchen gefallen mir gut.

Der Walled Garden mit dem Gemüsegarten.

Das könnte ein Eishaus sein.

Mal zur Abwechslung wieder ein Carrot Cake. Und ein herrlicher Flat White statt dem Instant-Kaffee.

Die Klingelwand mit Seilzügen aus zehn Räumen in die die Angestellten gerufen werden konnten.

Nebenbei lade ich das Handy. Und der junge Mann hat mir erklärt, wie ich den steilen Anstieg vermeiden kann.

10.58 Uhr – Das war jetzt sehr schön. Weiter.

11.26 Uhr – Es war eine sehr gute Idee, den Kellner zu fragen, ob es noch einen anderen Park-Ausgang gibt. So habe ich die steile Abfahrt mit einem gleich langen Aufstieg vermieden. Vorher habe ich auf dem Parkplatz noch am Fahrrad die hintere Felge gesäubert und die Kette und Schaltung geölt. Läuft wieder prima und geräuschlos.

11.37 Uhr – Zwei Kilometer Rückenwind und das Leben fühlt sich gleich wieder ganz anders an.

11.51 Uhr – Von einem Hügel zum nächsten.

12.07 Uhr – Das nächste Tal. Es scheint gar kein Fluss durchzufließen, scheint einfach nur sumpfig zu sein.

12.22 Uhr – Als Nächstes kommt Crathes Castle.

12.36 Uhr – Blick zurück. Weite flache Ebene.

12.46 Uhr – Hier lebt Ronny mit seiner Frau. Er bietet Reiseradlern Warm Showers. Er ist mal in drei Monaten von Baku nach hier geradelt und fand den Isarradweg von der Donau nach München am allerschönsten. Zweieinhalb Jahre hat er in Braunschweig gelebt, der damaligen Liebe wegen.

Er findet das Übernachten im Zelt nicht sehr gesellig und schläft daher lieber in Hostels oder bei Warm Showers-Anbietern. Mir hat er vorgeschlagen, heute Abend das Fußballspiel Schottland gegen Haiti zu schauen. Mal sehen.

Fingerhut mit Schafen.

Von Westen kommt Regen. Erste Tropfen fallen.

13.17 Uhr – Trocken am Castle Crathes.

Turm mit Anbau, ebenfalls aus dem 16. Jhd. Das Land auf dem das Schloss steht wurde 1323 von Robert the Bruce an die Familie Burnetts of Ley übergeben. Erst wurde nur eine befestigte Anlage aus Holz gebaut. Der jetzige Bau wurde 1553 begonnen, es gab aber während der Herrschafft von Maria Stuart immer wieder Verzögerungen. 1596 war es fertig. 1951 hat die Familie das Anwesen an den National Trust for Scotland übergeben.

Bei Ausgrabungen hat man Löcher gefunden, die man für einen 10.000 Jahre alten Mondkalender hält. Das wäre 5.000 Jahre älter als ähnliche Funde in Mesopotamien.

Sieht wie ein kleiner französischer Garten aus.

Sehr kreativ.

Der im 18. Jhd. angelegte Walled Garden, für den man auch Eintritt zahlen muss, liegt links unten. Das riesige Parkgelände darf man kostenlos betreten und durchwandern.

Eigentlich ein klassischer Wohnturm.

Das moderne Café befindet sich beim Kutscherhaus.

13.20 Uhr – Zum Kaffee nehme ich zusätzlich meine Sandwiches.

14.00 Uhr – Nach den Sandwiches war ich schon satt. Der Toffie Cake war dann fast zu viel. Es regnet ein bisschen.

Mehr zu den beiden Castels heute Abend. Im Café hatte ich keinen Empfang. Hier im Hof geht es. Aber jetzt weiter!

Die Tiere japsen. Es ist ihnen wohl etwas warm.

14.21 Uhr – Es regnet. Ich ziehe den Pulli drunter. Da ich in den Wind drehe, wird es hoffentlich wie Pedelec-Fahren.

14.27 Uhr – Nein, hier beginnt er. Ich hätte einfach hundert Meter Straße fahren sollen, statt dem Zickzack-Weg von Komoot zu folgen. Kein Regen mehr. Aber nicht für lange.

14.47 Uhr – Hier kann Rosinante beim Fahren grasen.

Boah, sind die süß!

14.53 Uhr – Es regnet, aber ich hoffe, der richtige Schauer zieht seitlich vorbei.

15.04 Uhr – Der Regen ist jetzt vor mir. Warm ist es mir mit Sonne und Wind im Rücken.

15.15 Uhr. – Deeside Railway Line. Der Wind ist natürlich viel schneller. Ich ziehe Pulli und Regenjacke aus, Windjacke an.

15.50 Uhr – Auf dem Bahndamm rolle ich in die Stadt.

16.05 Uhr – Auf einer alten Brücke über den River Dee.

Der Mann mit der Plastiktüte sprach mich an. Er ist ein amerikanischer Philosophie-Professor, der die Sommermonate in Aberdeen verbringt.

Es fängt doch glatt wieder an zu regnen. Noch eineinhalb Kilometer.

16.16 Uhr – Da unten ist der Bahnhof. Um den muss ich noch herum fahren.

16.21 Uhr – Ankunft am Union Square am Bahnhof.

16.45 Uhr – Sehr schönes Zimmer unter dem Dach. Muss nur noch eine Möglichkeit finden, das Schiebefenster mit irgendetwas ein Stück offen zu halten.

Ich habe die Dame an der Rezeption nach dem Fußballspiel gefragt. Es wird mehrere Fernseher geben, auf denen es läuft. Allerdings beginnt es erst um 2 Uhr in der Frühe. Das ist auch der Grund, warum König Charles den Schotten den Montag als Fußball-Feiertag freigegeben hat. Also, ich weiß ja nicht, ob mir das nicht doch etwas spät ist. Da müsste ich vorher ein paar Stunden schlafen.

Erstmal duschen, waschen, etc.

20.04 Uhr – Heute wieder klassisch.

Edward VII.

Union Street wird neu gepflastert.

Marischal College.

Zum Glück wird gerade eine deutsche Reisegruppe durch das Gebäude geführt. Sonst wäre mir die Katze wohl auch entgangen.

Fußballer des Jahre aus Aberdeen. Passend zum Tag.

Provost Skene’s House, Museum zu bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt. Die ersten Fans grölen.

Stadt-Archiv.

Gebäude der Heilsarmee am Castle Gate.

Mercat Cross. Von dem Podest wurden früher die neuen Monarchen ausgerufen.

St. Andrew’s Cathedral der Scottish Episcopal Church.

20.55 Uhr – Union Street am Stück. Es weht ein eiskalter Wind. Lange laufe ich nicht mehr rum.

Streetart

So viel höher liegt die Union Street über dem Hafenbereich und dem Bahnhof.

21.30 Uhr – Ich habe das Zimmer mit den zwei Fenstern in der Gaube. Das Hotel ist so verwinkelt und erstreckt sich über mehrere Gebäude, dass man leicht die Orientierung verlieren kann. Jetzt gibt es Fanta Lemon und Nüsse als Nachtisch, dazu Provence-Krimi: lecker!

War ein schöner Stadtbummel, hat mir gute Eindrücke vermittelt. Es wird in den Pubs sicher laut diese Nacht. Ich werde nicht für das Fußballspiel aufstehen.

So. 14.06. – Aberdeen – Montrose – 85 km/910 Hm

6.48 Uhr – Mit nur einer kurzen Unterbrechung sehr gut geschlafen. Warm ist es hier unter dem Dach. Gut, dass wir keine 30° C haben. Schottland hat 1:0 gegen Haiti gewonnen. War wohl kein sehr schönes Spiel. Grölende Menschen auf der Straße habe ich keine gehört.

Die Wettervorhersage ist ganz gut. Gelegentlich könnte sogar die Sonne rauskommen, am ehesten am späten Nachmittag. Erstmal ist es aber ziemlich trüb und mit 12° C recht frisch.

8.03 Uhr – So ein schönes und reichhaltiges Frühstücksbuffet wie lange nicht mehr. Es gibt Käse, Schinken, frisches Obst, Croissants, Pain-au-chocolat, etc. Und ich bin noch satt von gestern Abend. Sehr schade.

8.56 Uhr – Ich habe dem jungen Mann an der Rezeption noch gesagt, dass die Dusche und die Heizung im Bad nicht funktionieren. Er hat es sich aufgeschrieben und sich bedankt. Morgen wird jemand danach schauen, sagte er. Damit bin ich das auch losgeworden.

Es ist windig und kühl, tief fliegende Wolken. Mal los!

Der Kartenausschnitt mit Schottland. Den roten Teil der Strecke bin ich inzwischen gefahren.

Ich folge heute der Küstenlinie Richtung Südosten. Der nördliche Wind, der vorhergesagt ist, könnte also teilweise schieben. Südlich von Stonehaven komme ich an Dunnottar Castle vorbei. Es wird wohl immer mal von den Klippen runter und wieder rauf gehen. So kommen einige Höhenmeter zusammen. Die Strecke ist eine eher längere.

Um die Ecke vom Hotel ist gleich eines der Hafenbecken.

9.07 Uhr – River Dee und Hafenanlagen.

Fischfabriken, Lagerhallen. Wenig los am Sonntagmorgen.

Ein Rettungsboot für Ölplattformarbeiter wird in den Hafen geschleppt. Es hat ein Problem mit dem Motor. Das erzählte mir ein älterer Mann, der das Boot ebenfalls fotografierte. Er hatte mir «A bit breezy» zugerufen. Da habe ich umgedreht und ihn angesprochen. Eigentlich wartet er auf das Einlaufen eines Transportschiffs für Windradflügel. Er ist viele Jahre für Maersk auf See gewesen, auf der ganzen Welt. Er war auch mal in Gütersloh, hat Navy-Leute ausgebildet. Er sagte immer «she», wenn er über Schiffe sprach.

Ich kann gerade noch ein paar Türme der Stadt sehen.

Es gibt sogar einen Strand.

Festungsbatterie über der Hafeneinfahrt. Hier oben ist der Wind noch stärker.

Gebaut 1860, nach dem zweiten Weltkrieg war es ein Lazarett.

Das kleine Café bietet eine herrliche Aussicht. Ich habe den Pulli angezogen. Sehr breezy! Mal weiter.

Die kurze Abfahrt von der Festung runter zum Radweg war sehr heikel, weil der starke Wind mit kräftigen Böen an mir rüttelte.

9.49 Uhr – Neben dem Leuchtturm steht dieses Gerät. Ist das ein Nebelhorn?

Der South Port mit einem Transportschiff für Windradteile auf Reede und einem Kreuzfahrtschiff.

Busse bringen die ersten Passagiere zur Ocean Viking. Der Wind schiebt mich die erste Klippe hinauf, raus aus dem Hafenbecken.

10.04 Uhr – Jetzt aber mal ein paar Kilometer fahren!

10.16 Uhr – Ich rolle auf Findon zu.

11.10 Uhr – Morgengruß: Kraft für den Wind, Gelassenheit, Durchatmen, Geschehen-lassen.

11.23 Uhr – Blick zurück. Mit Hilfe des Windes und ziemlich viel Kraft bin ich zügig auf 158 m Höhe aufgestiegen.

Die sehr einsam gelegene Kirche scheint umgewidmet worden zu sein. Ich bin schon an vielen, vor allem kleinen, ehemaligen Kirchen vorbeikommen, die nun als Wohngebäude genutzt werden.

11.45 Uhr – Die Straße ist offiziell gesperrt. Es kommt mir aber gerade ein Auto entgegen. Also probiere ich es.

Ab hier ist eine Radweg-Umleitung ausgeschildert. Da gehe ich lieber auf Nummer sicher.

11.56 Uhr – Ziemlich großer Umweg, gegen den Wind. Aber landschaftlich sehr schön. Kein Schild mehr, Laut Navi könnte es aber über die A69 nach Stonehaven weitergehen.

12.07 Uhr – Unten im Tal müsste ich auf die Hauptstraße stoßen.

12.11 Uhr – Ja, und da steht auch das Schild nach links. Alles klar. Die Straße ist nicht sehr befahren. Ab zum Meer und zur Mittagspause.

12.26 Uhr – Da vorne ist schon das Meer. Hier gilt, wie in vielen Innenstädten, 20 Meilen pro Stunde, und der Verkehr ist sehr viel ruhiger. Die allermeisten halten sich dran. Der kurzzeitige Nieselregen ist wieder vorbei.

Der Markt wird gerade abgebaut.

12.32 Uhr – Hier setze ich mich auf eine Bank. Etwas windig und eine etwas hohe Mauer. Trotzdem ein sehr schöner Rastplatz.

13.15 Uhr – Kurz kam die Sonne raus. Jetzt ist es wieder ordentlich kalt. Dunnottar liegt jetzt quasi um die Ecke.

13.27 Uhr – Blick zurück auf Stonehaven. Bin schon halb auf der Klippe.

Der kleine Hafen.

13.34 Uhr – Da ist die Burgruine schon zu sehen.

Mein Fahrrad lasse ich beim Parkwächter.

Ich laufe der Herde hinterher.

Der Zugang ist wirklich schmal und die Lage einzigartig. Es heißt, St. Nubian habe im 5. Jhd. hier eine Kapelle gebaut. Eine später gebaute Burg wurde von den Wikinger erobert und zerstört. Der jetzt zu sehende Wohnturm wurde im 14. Jhd. gebaut, das Palastgebäude im 16. Jhd. Maria Stuart war hier und Jakob I. 1581 begann der 4. Earl Marischal damit, die Anlage zu einem malerischen Schloss umzubauen, an Verteidigungsanlagen hat er nicht gedacht. Im Bürgerkrieg wurde nach der Hinrichtung Karls I. trotzdem sein Sohn Karl II. zum schottischen König gekrönt. Cromwells Truppen nahten und man musste die schottischen Kronjuwelen hier verstecken. Man schmuggelte sie in Kleidung eingenäht, versteckt zwischen Seetang, ließ sie auf ein Boot runter und schaffte es, sie in der Kinneff Church zu vergraben. 1660 holte man sie von dort und krönte Karl II. ein zweites Mal damit.

Sonnenschein, ganz kurz, wie toll!

Sehr kalt, sehr windig und böig. Ich gehe mal zurück zum Café- Häuschen, stärke mich und fahre weiter.

14.29 Uhr – Zu kalt draußen. Ich fahre zu einem Café in Inverbervie weiter.

Niederländer, auch auf dem Weg nach Montrose und später nach Newcastle für die Fähre nach Amsterdam. Sie fliegen auch nicht. Fahren mit dem Tandem inzwischen immer von zu Hause los, da auch in den Niederlanden der Transport im Zug nicht mehr erlaubt ist.

14.56 Uhr – Tolle Abfahrt voraus. Unten rollt das Tandem.

15.16 Uhr – Eigentlich zu warm für den Pulli, zumindest bergauf. Aber im Wind ist es trotz Sonne kalt. Habe das Tandem überholt bei einer Sonnencreme-Pause.

Grün- und Blautöne.

Auf dem Weg zur Klippe.

15.27 Uhr – Blick nach Westen in die Highlands. Ich biege unten nach links zum Meer ab.

Ein Viadukt führt in die Stadt, also keine Klippe runter und wieder rauf.

Alle Cafés geschlossen.

Stattdessen Müslipause hier im Wind. In dem Hang in der Klippe gibt es eine riesige Bunkeranlage. Der Sendemast auf dem Hügel ist von der Armee.

Zwei Männer standen an ihrem Auto. Wir haben gequatscht. Ich sah Tiere im Meer, fragte die Männer danach. Es sind keine Robben, sondern mehrere Delfine bei der Jagt nach Makrelen. Sie umkreisen sie, um sie zusammenzutreiben. Wenn sie eng genug zusammen sind, fangen die Delfine an, sie zu jagen. Möwen nutzen die Situation und fressen mit. Ein tolles Schauspiel! Ich habe ihnen lange zugeschaut.

16.23 Uhr – Strand. Dorf, Bunkerfelsen im Sonnenlicht. Weiter.

Bahntrasse am Meer, wunderbar schnell.

16.36 Uhr – Gourdon. Plötzlich ganz viele Reiseradler. Man trifft sich in dem Haus, in dessen Schatten ich stehe.

Weiter auf dem Weg am Meer, wie die Männer vorhin empfohlen haben.

Schlechter Belag, spart aber eine Klippe.

Ziemlich übel, große Kiesel. Ich komme nur langsam voran.

Der Feldweg nebenan ist besser.

Nee, doch schlechter. Ich wechsle bald wieder auf den Steinweg.

Die Brücke ist immerhin noch da, auch wenn der Weg als Radweg nicht wirklich geeignet ist. Deshalb hatte ich wohl auch die Hauptstraße eingeplant.

Endlich in Johnshaven. Hier fahre ich die Klippe rauf. Kein Café.

17.19 Uhr – Auf der Hauptstraße. Die Bauern fahren auf ziemlich steilem Gelände. Fällt mir schwer, zuzusehen. Wahrscheinlich gewöhnt man sich dran.

17.42 Uhr – Da unten liegt Montrose, nehme ich an.

Sicher muss ich rauf auf den Viadukt.

Ja, genau. Hätte ich mir aber sparen können. Die Hauptstraße wäre bergab schnell und sicher ein Vergnügen gewesen. Aber, so war ich noch ein schönes Stück im Grünen.

17.58 Uhr – River Esk. Der Bahntrassenweg ist sehr matschig und gefährlich. Ich wechsle bald möglichst zu Hauptstraße und bleibe bis zur Unterkunft darauf.

18.09 Uhr – Ankunft. Das letzte Stück ging wirklich schnell

Sehr nette Begrüßung. Der Gastgeber hat Rosinante in den Stall gebracht und versorgt. Jetzt versorge ich mich. War doch ein hartes Stück am Ende. Habe mich beeilt, schlechte Beläge, viel Auf und Ab, dann wieder Hauptstraße. Jetzt muss ich erstmal die Anspannung loswerden.

19.03 Uhr – Habe den Beitrag nochmal gelesen und korrigiert. Dazu habe ich die heute noch fehlende Tasse Kaffee getrunken. Jetzt ist es Zeit zum Duschen.

20.12 Uhr – Spät dran bei der Suche nach einem Restaurant. Beim netten Thai hat die Küche schon geschlossen.

20.28 Uhr – Sitze im vollkommen leeren Indischen Restaurant in dem fünf Angestellte sich gerade langweilten. Ich esse sehr gerne indisch, kann mich aber bei der Speisekarte schwer entscheiden. Jetzt bin ich mal gespannt.

21.38 Uhr – Der junge bengalische Kellner hat mich gefragt, was ich hier so mache. Dann fragte er, ob man in Deutschland auch Jobs finden kann, für die man keine Deutsch können muss. Sein Visum hier in UK läuft in wenigen Monaten aus. Er hat einen Master in International Business und Human Resources. Ganz schön schwierig. Aber die großen Firmen haben ja online Bewerbungsplattformen.

22.36 Uhr – Kaffee und Kekse zum Nachtisch. Ich recherchiere noch für morgen, lesen noch drei Seiten Krimi, fertig.

23.28 Uhr – Bis auf ein paar Möwen ist es ruhig. Vor einer Stunde wurde noch fleißig von den Vögeln gesungen. Die Dämmerung ist noch so hell, dass ich im Garten alles erkennen kann, und das um halb zwölf.

Mo 15.06. – Montrose – Perth – 94 km/490 Hm

6.54 Uhr – Wieder bin ich um vier Uhr wachgeworden, dann aber wieder eingeschlafen. Draussen ist Vogelkonzert. Es ist bewölkt, aber die Sonne kommt durch. Mit 12°C maximaler Temperatur wird es nochmal kühler als gestern.

Heute kommt der Wind von Osten, genau so, wie ich es brauche. Und am Donnerstag dreht er passend zurück auf Westen. Als hätte ich es so bestellt.

Zum Frühstück gibt es sehr leckeren Toast. Schmeckt anders als sonst. Dazu Müsli, frisches Obst, Käse und Schinken in Scheiben und Marmelade aus dem Glas. Ich konnte mir wieder einen Käse-Schinken-Toast zum Mitnehmen machen.

8.38 Uhr – Es kann losgehen.

– – – – 11.08.2026 – – — bis hier habe ich schon Korrektur gelesen – – – –

Ich fahre ziemlich genau nach Westen. Zuerst erreiche ich, nach etwa 25 km, Arbroath, wo ich mir die Ruine einer Abtei aus dem 12. Jhd. anschaue. Nach 54 km komme ich durch Dundee. Die Stadt am River Tay hatte im 18. Jhd. eine große Walfangflotte und in deren Gefolge eine große Juteindustrie. Jute wurde mit Walöl behandelt. Nach dem zweiten Weltkrieg brach die Juteindustrie jedoch ein. Die Stadt wurde so oft verwüstet, dass es keine sehr alten Gebäude mehr gibt. Der große Hafen ist auch verschwunden. Es gibt einige neue Industrie, Universität, Museen. Danach geht es flach weiter nach Perth. In der Nähe von Perth liegt Scone, der Krönungsort der schottischen Könige. Teil der Zeremonie war, dass sie auf einem besonderen Stein, dem Stone of Scone sitzen mussten. Die Engländer haben den Stein genommen und nach Westminster gebracht, um ihn in den hölzernen Krönungsthron der englischen Könige einzubauen. Der Stein wurde 1990 an Schottland zurückgegeben und liegt jetzt im Museum in Perth. Für die Krönung von Charles III. wurde er nach Westminster geholt und anschließend zurückgebracht.

Montrose Basin.

8.49 Uhr – Blick zurück auf Montrose.

Immer wieder hübsch, diese Viadukte, besonders mit Sonne.

Taue, Kabel, Bojen, so Schiffszeug halt.

Foto-Pause im ersten Anstieg, mit Blick über den Hafen und die Stadt.

9.24 Uhr – Morgengruß mit Blick auf das Meer und Lerchengesang im Hintergrund: Weniger Druck, Dankbarkeit, Muße, Freude.

9.36 Uhr – Einsamer Strand mit der Burgruine Red Castle rechts am Rand. Ich bin auf 80 m Höhe. Es geht jetzt runter und auf die Anhöhe auf der anderen Seite.

Red Castle.

Ich liebe diese alten Brücken.

Hotel Lunan House.

Red Castle. Jetzt ist aber mal gut mit Fotos. Weiter!

Weiter! Halt! Da gesellten sich zwei Wanderer zu mir, die auch dieses Foto machen wollten. Sie wollen eigentlich den Coastal Path nach Arbroath laufen, aber da fehlt ein Stück und sie suchen einen Weg, den Bach zu überqueren, der am Strand mündet. Einer fährt auch viel Rad. Demnächst übernachtet er mehrere Tage in einem College in Cambridge und macht von dort Touren. Die Orte hatte ich alle gesehen. Er ist aus Chester.

10.21 Uhr – Weiter sanft den zweiten Hügel hinauf.

Sehr schöne Fernsicht in die Highlands.

10.42 Uhr – Durch ein großes Neubaugebiet rolle ich nach Arbroath runter.

Die Abteiruine.

11.05 Uhr – Ich besichtige die Abtei. In der Sakristei ist man eingeladen, zu singen. Berühmt ist die Abtei für die Declaration of Arbroath in der 1320 Robert the Bruce den Papst in Avignon bittet, Edward I. von England dazu zu bringen, die Schotten nicht mehr zu überfallen und Frieden zu halten. Der Papst erfüllt die Bitte und zwingt Edward I. zu Verhandlungen, die schließlich zu einem Friedensschluss zwischen England und Schottland führten. Wenn auch nicht für lange.

Westportal mit Turmresten. Man erkennt die untere Kreishälfte der Fensterrose.

Blick in den Nordturm.

Blick zum Chor. Am Ende rechts befindet sich die Sakristei. Viele Bereiche sind wegen Steinschlaggefahr abgesperrt.

Der Klang ist wirklich toll, mit langem Nachhall. Ich konnte in Ruhe meine Taizé-Lieder singen. Die beiden Deutschen kamen erst später. An der Kasse hatten sie auf die Einladung des Kassierers hin gemeint, ich könne ja singen, sie würden zuhören.

Südansicht. Links liegt das Gästehaus für die Pilger, rechts sieht man die Glasfenster der Sakristei.

Gästehaus: Hier könnte ich auch gut übernachten.

11.50 Uhr – Auf der Suche nach einem Café.

Sitze in einem winzigen Café auf der High Street und kann mein Handy nachladen.

12.13 Uhr – Schön entspannte Pause. Mal weiter.

Auf der Meerseite wirkt die Stadt wie ein Fischerdorf.

Es ist zur Abwechslung mal Flut.

Neuer Radweg, mal sehen, wie lang er ist.

Ich fahre jetzt in die Mündungsbucht des River Tay ein. Man sieht das gegenüberliegende Ufer schon.

Nordseestrand auf Schottisch.

Auch ohne Teer gut zu fahren.

12.49 Uhr – Uhps, Sand. Ging aber.

East Haven.

13.03 Uhr – West Haven.

13.27 Uhr – Toastpause mit Meerblick, diesmal leider ohne Delfine. Weiter.

Die Dünen sind entweder militärischer Schießplatz oder Golfplatz: Irgend etwas fliegt einem also um die Ohren.

14.02 Uhr – Einer der vielen Mobile Home-Campingplätze. Die Promenade wird immer voller.

Läuft super hier.

Broughty Castle kurz vor Dundee.

Die Brücken über den River Tay sind schon zu sehen.

Rückenwind, 25-30 km/h sind ohne viel Anstrengung möglich.

14.33 Uhr – Eines der umgebauten Hafenbecken in Dundee, mit Wohnungen und links Geschäften. In Dundee wurde die britische Orangenmarmelade, die recht bitter ist, erfunden.

Das waren viele sehr schnelle Kilometer. Damit ist der Schnitt enorm gestiegen und ich kann wieder etwas Druck ablassen.

Der Radweg geht hier über den Tay. Aber ich mache heute eine lange Etappe nach Perth, damit ich morgen genug Zeit für Dunfermline habe. Zwei Radler wollten mir grad erklären, dass es einen Aufzug zur Brücke rauf gibt. Den Anstieg vor Perth haben sie mir noch erklärt. Ich dachte, den kann ich vermeiden. Mal sehen.

V&A

Mit der Discovery war Robert Scott 1901 in der Antarktis.

Ente und Pinguin.

Die Eisenbahnbrücke.

15.06 Uhr – Ich fahre weiter mit dem Wind den River Tay hinauf.

15.44 Uhr – Flach, schnell.

16.01 Uhr – Mir fehlt schon länger eine Mahlzeit. Diese windgeschützte Ecke erlaubt vielleicht sogar den ersten selbstgekochten Kaffee.

16.17 Uhr – Müsli und Kaffee sind fertig! Danach noch zwei Schokokekse. Fertig ist das Dreigängemenü.

16.34 Uhr – Die Hütte steht auf dem Gelände des Public Park in Errol. Erholt weiter. Kalt und windig.

Erdbeer-Plantage. Es wird hier auch viel unter Plastikfolie angebaut.

16.59 Uhr – Es gibt sicher schönere Radwege als diesen an der A90 entlang. Aber nach 84 km brauche ich keinen unnötigen Berg mehr.

17.04 Uhr – Jetzt nahe am River Tay Ufer.

17.22 Uhr – Kinnoul Hill mit Burgruine.

17.33 Uhr – Die Innenstadt liegt auf der anderen Seite des River Tay. Werde wohl gleich zum Abendessen dorthin laufen.

17.40 Uhr – Ankunft nach teils wunderbar rasanter Fahrt.

18.58 Uhr – Mit einem Durchschnitt von 18,6 km/h war die Fahrt 0,1 km/h schneller als die ebenfalls vom Rückenwind getriebene Regenfahrt über den Drumochter-Pass. Und, ich habe den Schnitt über 94 km gehalten, nicht nur über 70 km. Dafür waren es heute 170 Höhenmeter weniger.

Jetzt mache ich mich auf in die Stadt.

Über den River Tay.

Gefällt mir.

Ah, ich sehe gerade, dass es einen Griechen gibt. Nichts wie hin!

Heimatmuseum von Perth. Die Stadt war vom 9. bis 13. Jhd. wegen der Nähe zu Scone häufiger Aufenthaltsort des königlichen Hofes und galt als eigentlich Hauptstadt Schottlands. In Scone wurde im 12. Jhd. eine bedeutende Augustiner-Abtei gegründet. Dort wurde der Stein des Schicksals, der Vorsehung oder der Bestimmung, der Stone of Scone, aufbewahrt. Edward I., siehe Arbroath, brachte den Stein 1296 nach Westminster.

In Perth blühten Handwerk und Handel. Edward I. befestigte die Stadt nach seiner Eroberung, Robert the Bruce, ließ die Befestigung wieder abreißen.

Die Burg der Stadt wurde 1290 durch ein Hochwasser zerstört.

Nach dem Tod von Robert the Bruce übernahmen die Engländer wieder und bauten eine neue Befestigung. Von dieser und den Handwerkervierteln leiten sich viele Straßennamen ab.

König Jakob I. wurde 1437 in Perth im Auftrag von Gegnern in seiner eigenen Großfamilie umgebracht. Danach wollten die späteren Könige nicht mehr gerne nach Perth kommen.

Cromwell hat hier auch gewütet und eine Zitadelle bauen lassen, die aber gleich nach seinem Tod wieder aufgegeben wurde. Die Jakobiten besetzten später drei Mal Perth. Dieses Hin und Her ist typisch schottisch.

Bedeutend ist die St. John’s Church, die im Mittelalter die einzige Kirche der Stadt war. Der heutige Bau stammt im Wesentlichen aus dem 15. Jhd. In der Reformation wurde sie geplündert und später aufgegeben, da sie für den Ablauf der reformierten Messen zu ungünstig gebaut war.

Heute gibt es Banken, Versicherungen und gut laufenden Einzelhandel. Die Stadt sieht chick aus, aber leer um diese Uhrzeit.

19.43 Uhr – Ich sitze beim Griechen, habe Tzatziki als Vorspeise und Pastitsio als Hauptgericht bestellt, dazu ein Mythos und Leitungswasser.

Das Bier wird sicher zu Kopfschmerzen führen, aber egal. Ich trinke viel Wasser und hoffe, dass es nicht so schlimm wird. Das letzte Pastitsio hatte ich in Liverpool, glaube ich.

20.47 Uhr – Das Pastitsio war so heiß, dass ich erstmal warten musste, bis es essbar war. Währenddessen habe ich die Infos zu Perth zusammengestellt. Bald bin ich auch mit der 660 ml Flasche Mythos fertig und spaziere durch die Stadt.

21.19 Uhr – Regen ist im Anmarsch. Ichlaufe zurück zur Unterkunft.

21.37 Uhr – Beim co-op habe ich Alpen-Müsli ohne Zucker und den guten Yeo-Joghurt gekauft. Es regnet nicht, auch wenn RainToday das behauptet. Frühstück erst um 7.30 Uhr. Daher bleibt jetzt noch genug Zeit für Kaffee und Keks beim Lesen und Vorbereiten für morgen.

Di. 16.06. – Perth – Dunfermline – 54 km/630 Hm

6.54 Uhr – Ich musste in der Nacht zwei Mal die Treppe rüber zum Badezimmer bewältigen. Was bin ich froh, dass ich nicht zelte, auch wenn es, wie ich höre, da ganz praktische Lösungen gibt. Kopfschmerzen spüre ich keine, Krämpfe hatte ich diese Nacht auch wieder keine. Die Hauptstraße draußen ist jetzt wieder sehr laut.

7.58 Uhr – Leider gibt es weder Käse noch Schinken. Also nehme ich wenigstens den Bacon. Am Nachbartisch wird fleissig Österreichisch gesprochen.

8.53 Uhr – Der Regen ist soweit vorbei. Es ist kühl und feucht. Aufbruch.

Ich fahre heute über die Lomond Hills nach Dunfermline. In der dortigen Abtei liegen achtzehn Royals begraben, darunter sieben Könige zu denen auch Robert the Bruce gehört. In der Reformation wurde die Abtei aufgelöst, verfiel und wurde erst im 19. Jhd. aus Überresten als Pfarrkirche neu gebaut. Trotzdem möchte ich sie mir gerne ansehen und rechtzeitig dort sein, also gegen 15 Uhr, da sie um 16 Uhr schließt, wenn ich das richtig verstanden habe.

9.19 Uhr – Im ersten von zwei längeren Anstiegen. Es fängt an zu nieseln.

9.30 Uhr – Trockene Bushaltestelle. Ich fülle Öl in die Hinterradbremse.

9.46 Uhr – Der Nieselregen hat die Zeit genutzt, um mehr zu werden. Nun denn, weiter.

10.00 Uhr – Es Niesel fast nicht mehr. Aber für die Wolken vor mir lasse ich die Regensachen an.

10.25 Uhr – Regensachen aus, zu feucht von innen bei 13% Steigung.

10.37 Uhr – Auf 181 m Höhe. Viel fehlt nicht mehr. Mein Merino-Shirt dampft und riecht wie nasses Schaf.

10.49 Uhr – Morgengruß am Ende des ersten langen Anstiegs auf 200 m Höhe: Durchatmen, Langsam machen, Kraft, Muße finden.

11.06 Uhr – Glenfarg liegt bereits hinter mir. Leider kein Café.

11.10 Uhr – Weite Landschaft, auch wenn vieles im Nebel bleibt.

11.18 Uhr – Loch Leven im Nebel.

11.42 Uhr – Kinross am Loch Leven. Hier gibt es einige Cafés.

Ich versuche es zuerst im Naturparkzentrum direkt am See.

Schön Pausenbank.

Auf Loch Leven Castle wurde Maria Stuart 1567 gefangen gesetzt, konnte aber im Mai 1568 auf spektakuläre Weise fliehen. Die Burg verfiel zu verschiedenen Zeiten, wurde aber 1840 durch erhaltende Maßnahmen gestoppt und ist jetzt eine beliebte Touristenattraktion. Man kann mit einer Fähre übersetzen. Ich sehe gerade keine.

12.16 Uhr – Da kommst sie gerade von der Insel zurück. Deshalb sitzen hier auch einige Leute und warten.

12.23 Uhr – Auch die letzten Tesco-Schokokekse sind gegessen und ich breche auf. Es fühlt sich wärmer und trocken an.

Vogelbeobachtungspunkt. Sehr viele Insekten schwirren um mich rum. Es sticht mich jemand. Weg hier!

12.45 Uhr – Ich vermute, ich muss über diesen Hügel dort hinten.

Eine richtige Felswand steht da vor mir.

13.12 Uhr – Blick auf Loch Leven. Ich traf einen Münsteraner, der mit der Fähre nach Newcastle gefahren ist und jetzt eine Schottlandtour radelt. Seit er in Rente ist fährt er jedes Jahr. Eine Ostseeumrundung hat er letztes Jahr gemacht.

Auf der Höhe der Felsenoberkante bin ich schon. Fehlt nicht mehr viel.

13.20 Uhr – Auf 272 m Höhe. Der steile Anstieg ist geschafft. Jetzt geht es etwa fünfzehn Kilometer bergab. Ich freue mich drauf!

13.28 Uhr – Ganz schwach kann ich eine Wasserfläche ausmachen. Das sollte der Firth of Forth sein. Bei guter Sicht kann man wahrscheinlich Edinburgh von hier aus sehen.

Vielleicht eine weitere Weihnachtsbaum-Plantage.

Weiter runter.

13.54 Uhr – Die wunderbar schnelle Abfahrt musste ich abrupt für das Abbiegen auf diese Bahntrasse unterbrechen. Immerhin bin ich nicht daran vorbei gerast.

14.16 Uhr – Dunfermline. St. Margaret’s Memorial Church. Sieht romanisch und damit sehr alt aus.

East Port mit weiteren Kirchen.

14.28 Uhr – Das Rathaus, nur wenige Meter von der Abtei.

Das Gatehouse der Abtei. Dort bekommt man die Eintritttickets für 0£. Wird sicher einen Grund dafür geben.

Vom Gatehouse aus schaut man in das dachlose Refektorium und auf die Südseite der Kirche.

Gatehouse und Refektorium von außen.

St. Margret, die Ehefrau von König Malcom III. hat im 11. Jhd. einige Reformen in der schottischen Kirche angestoßen. In Dunfermline hat sie ein kleines Benediktinerkloster gegründet. Sie und ihr Mann wurden hier begraben. Ihr Sohn, König David I., hat es 1128 neugegründet und reichlich mit Besitztümern ausgestattet. Unter anderem gehörte die Abtei St. Andrews in Perth zu dieser Abtei. Auch David I. hat sich hier begraben lassen. Die Blütezeit erlebte die Abtei unter Robert the Bruce im 14. Jhd. Später verlor sie in den Wirren der Kriege an Bedeutung. Zur Zeit der Reformation 1560 lebten nur noch 25 Mönche hier.

Die ersten sechs Joche des Langhauses sind noch romanisch, aus dem 12. Jhd. Massive Strebepfeiler sichern die Mauern.

Dann folgen vier Joche und ein Querhaus im modernen Perpendicular Style aus dem 19. Jhd.

Auf dem Turm steht King Robert The Bruce. Damit es auch wirklich jeder mitbekommt.

Das aufwändige romanische Westportal.

Im romanischen Teil. Die meisten Säulen wurden erst später als Ersatz gebaut. Der alte Teil ist durch eine Wand mit einem großen Fenster von der neuen Pfarrkirche getrennt. Warum und seit wann die Wand dort ist konnte der nette junge Mann am Eingang nicht erklären. Ansonsten haben wir eine Weile gefachsimpelt.

In der Mitte des Mittelschiffs sind auf dem Boden die Umrisse der ersten kleinen Kirche markiert, die St. Margaret hier gebaut hat. Man hat Fundamente von ihr hier gefunden.

Blick zum Westportal. Man beachte das auffällige Ornament der Säule rechts.

Blendarkaden an der Seitenschiffwand.

Das sind wirklich ungewöhnliche Verzierungen in den noch erhaltenen Säulen aus dem 12. Jhd. In der Kathedrale von Durham findet man sie auch. Beide Kirchen wurden vom gleichen Baumeister errichtet.

Die neue Pfarrkirche aus dem 19. Jhd. mit Empore, Heizung, Kanzel hinter dem Altar. In diesem Bereich der früheren Kirche, als sie noch vollständig und viel länger war, lagen die Gräber.

Unter der Kanzel liegt die Grabplatte für Robert the Bruce.

Hinter der Holzwand ist die Ecke für die Kinderbetreuung, dann folgen Infotafeln. Die Kirche wird als Museum und Gemeinderaum genutzt.

Es ist sehr kalt hier drin.

Vom Rand des Abteigeländes kann ich zwei Brücken über den Firth of Forth sehen.

15.45 Uhr – Ins nahe Café oder ins etwas weitere Hotel?

16.04 Uhr – Die Cafés schließen fast alle um 16.00 Uhr, aber das Fresh gegenüber vom Rathaus ist eine halbe Stunde länger geöffnet. Hier wärme ich mich etwas auf. Dann noch gut zwei Kilometer fahren zum Hotel.

16.17 Uhr – Weiter ins Hotel.

Jetzt sehe ich, wo die ganzen Bänke stehen, die mir unterwegs am Wegesrand fehlen.

Meist finde ich in den städtischen Parkanlagen eine Bank zum Pausemachen. Bei Regen suche ich nach Bushaltestellen. Ich mag nicht immer ins Café gehen, zumal die auf dem Land auch selten sind. Mauern und Zäune verhindern den Zutritt zu kleinen Wäldchen, in denen ich bei Regen oder Sonnenschein auf Baumstümpfen oder Steinen unter dem Blätterdach sitzen könnte. Mauern, Hecken, Zäune machen den freien Raum an den Straßen, großen wie kleinen, sehr eng. Wenn ich Hunger spüre, fahre ich manchmal noch lange, bis ich eine gute Stelle finde. Da ist es in Deutschland mit den offenen Wäldern und den vielen Bänken für Wanderer und Spaziergänger einfach ein Luxus.

16.33 Uhr – Ankunft. Das letzte Stück ging sehr schnell.

19.35 Uhr – Kleiner Salat und Guiness alkoholfrei. Ja, das gibt es! Schmeckt mir gut.

Ich habe vor dem Essen zu Sterling recherchiert und den Krimi weitergelesen. Das Zimmer ist zur Straße und etwas laut. Wird sicher nachts leise sein.

Ich esse Chicken Balmoral, königlich also, wenn auch englisch, aber Balmoral liegt ja in Schottland. Wie auch immer!

21.35 Uhr – Es gab zur Feier des Tages (drittletzter Fahrtag), einen leckeren Nachtisch und anschließend Kaffee auf dem Zimmer.

Der Mobilfunkempfang ist auch hier mit nur einem oder zwei Balken mal wieder kaum zum Telefonieren geeignet.

Morgen könnte es trocken und nachmittags sogar ein bisschen sonnig werden. Am Donnerstag dann wieder bewölkt und regnerisch. Auch für den Pausentag am Freitag in Edinburgh ist die Vorhersage eher trübe. Dagegen helfen nur schöne Begegnungen, interessante Besichtigungen, ein schönes Café, ein gutes Zimmer, viel Kaffee, und langsam die Vorfreude auf den Sommer zu Hause.

Mi. 17.06. – Dunfermline – Bannockburn – 45 km/360 Hm

6.21 Uhr – Leichte Kopfschmerzen. Kann nicht vom Alkohol kommen, da das Guinness alkoholfrei war. Vielleicht vom Wetter. Es zieht ein Tiefdruckgebiet durch. Es regnet. Dazwischen soll es aber mal trocken sei. Wir werden sehen.

Der vorletzte Fahrtag der Reise. Vielen Dank für die aufmunternden Kommentare oder Nachrichten bezüglich des Wetters. Manchmal hinterlässt das trübe Wetter doch eine kleine Spur in der allgemeinen Stimmung, auch wenn ich mich wirklich davon nicht unterkriegen lasse!

7.14 Uhr – Zusammen mit einigen aus einer weiteren deutschen Reisegruppe nehme ich das Frühstück ein. Ich nehme allerdings nur den Bacon aus dem englischen Repertoire. Es regnet. Ich lasse mir Zeit.

7.47 Uhr – Zwei Scheiben Toast mit Marmelade gehen noch rein. Der größte Regen ist durchgezogen, etwas kommt noch nach. Die Etappe ist sehr kurz heute, also frühstücke ich weiter mit Capitaine Roger Blanc.

8.47 Uhr – Wurde noch nett von einem nordfriesischen Ehepaar angesprochen. Haben über das Radfahren in England gesprochen, das ich ja wirklich gut finde. Die allermeisten Autofahrer sind sehr rücksichtsvoll, vor allem auf den engen Straßen. Und beim Überholen wird immer ganz rechts auf die andere Spur gewechselt, das machen auch fast alle. Jetzt Abfahrt. Neblig, ohne Regen.

Heute fahre ich wieder nach Westen, parallel zum Firth of Forth, hinauf bis nach Stirling. Dort fahre ich zuerst zum Wallace Denkmal. Wallace war der Vorgänger von Robert the Bruce als Guardian of the Realm. Er hat zusammen mit Andrew de Moray 1297 die Truppen des englischen Königs Edward I. bei der Stirling Bridge, unterhalb des Monuments, vernichtend geschlagen und die englische Administration anschließend aus Schottland vertrieben. Wallace und Moray wurden vom schottischen Adel daraufhin mit dem Titel Guardians of the Realm als Regenten im Namen des in englischer Gefangenschaft sitzenden Königs John Balliol proklamiert. 1298 wurde Wallace bei Falkirk von Edward I. besiegt, trat als Guardian zurück und floh zeitweise nach Frankreich. Robert the Bruce und John Comyn, ein Neffe Balliols, wurden daraufhin zu den neuen Guardians ernannt.

Wallace wurde gegen eine hohe Belohnung vom Burgherren von Dumbarton Castle (siehe 4.6.) verraten und 1305 in Glasgow von englischen Soldaten gefangen genommen. Seine Hinrichtung als Hochverräter war äußerst grausam. Wallace ist in Schottland ein Volksheld.

Dann fahre ich zum Stirling Castle, das von 1100 bis 1685 eine der Hauptresidenzen der schottischen Könige war. Die meisten Gebäude der Anlage stammen aus dem 15. und 16. Jhd. Die Burg wurde sechzehnmal belagert oder angegriffen. 1543 wurde Maria Stuart hier gekrönt. Drei wichtige Schlachten gegen die Engländer fanden in seiner Nähe statt: Stirling Bridge, Bannockburn und Falkirk, oder eine andere, deren Name ich vergessen habe.

Man muss Tickets für eine bestimmte Besuchszeit vorher kaufen. Da ich nicht genau sagen kann, wann ich dort bin und dort auch noch eine Müslipause einschieben könnte, versuche ich das Ticket vor Ort zu kaufen. Im Internet gibt es für alle Zeiten morgen noch Tickets. Alternativ schaue ich mir die Church of the Holy Rude an, wo Jakob VI. zum schottischen König gekrönt wurde. Neben Westminster ist es die einzige noch genutzte Kirche Großbritanniens in der eine Krönung stattgefunden hat.

Meine Unterkunft ist direkt am Bannockburn Battlefield. Mal sehen, ob es mich spätnachmittags noch interessiert.

9.00 Uhr – Wieder auf 100 m Höhe mit toller Aussicht.

9.05 Uhr – Ich wechsle auf die Bahntrasse.

Gut geteert, flach und vor mir wird es langsam etwas heller.

9.42 Uhr – Einerseits kann ich meinen Schatten sehen, andererseits ist der Himmel vor mir sehr dunkel. Ich komme sehr schnell voran.

9.55 Uhr – Die dicken Nebel hängen in den Bergen. Jetzt sieht es vor mir wieder eher hell aus.

Links liegt Clackmannan.

Der Kreisverkehr vor dem Ort.

10.13 Uhr – Morgengruß im Wind: Gelassenheit, Freundlichkeit, Neugierde, Muße.

Die meisten Leute, die heute auf dem Weg getroffen habe, haben es geschafft, nicht zurück zu grüßen, nicht einmal das Gesicht zu verziehen. Irgendwas in dieser Gegend ist merkwürdig.

10.26 Uhr – Der Alloa Tower in Alloa.

Mindestens fünf Kirchen in Alloa.

Die braune Tonne stand einer E-Rolli-Fahrerin im Weg. Ich habe sie für sie an die Seite gestellt. Was man halt so macht.

10.52 Uhr – Ich komme den Bergen kurz ziemlich nahe.

Das Wallace-Denkmal ist schon zu sehen. Es wurde im 19. Jhd. mit Spendengeldern finanziert.

11.11 Uhr – Gleich geht es rauf. Oben Brotpause.

Ok, habe ich das tatsächlich so gewollt?

Breiter, was man sieht, steiler, was man nicht sieht, und extrem rutschig wegen der nassen Steine. Aber ok, komme ja vorwärts.

Es gibt eine Kehre als Alternative zu den Stufen. Garantiert gibt es auf der Nordflanke eine wunderbar geteerte Straße.

Endlich oben, mit einigen Schiebepassagen. Die Frau mit den zwei Hunden arbeitet im Castle.

Sie hat mir etwas zu der King’s Colour auf der Außenwand der Great Hall erklärt. Der Anstrich mit der teueren Farbe wurde im Jahr 2000 durch Spenden finanziert.

Der Blick ist fantastisch. Das Wallace Monument liegt hinter mir. Ich nehme den Kaffee gleich hier.

11.59 Uhr – Der Regen kommt näher, habe noch etwa 25 min laut RainToday. Also zum Monument und dann auf der Teerstraße runter.

12.07 Uhr – Der Wind wird böig, gleich geht es los. Ich schaue doch von hier aus noch etwas zu.

12.14 Uhr – Das Wallace Monument.

Auf Schottisch wird hier die Geschichte von Wallace erzählt. Der Führer tut so als sei ihm der Regen egal. Ich stehe hinter einem Busch gut geschützt vor dem Regenschauer.

Man kann auch in das Monument und bis oben auf den Turm. Das erspare ich mir. Die Teerstraße ist sehr steil. Die Frau vom Castle hat mich vor den Kleinbussen gewarnt, die auf der Straße unterwegs sind. Es gibt einen kostenlosen Shuttleservice vom Parkplatz am Fuß des Berges.

12.23 Uhr – Der Regen ist durch. Der nächste kommt bestimmt. Erstmal vorsichtig runterfahren.

12.45 Uhr – Auf dem Weg in die Stadt.

Ich überquere den River Forth.

Church of the Holy Rude unterhalb der Burg auf der Hälfte des Anstiegs.

Die rechte Flanke des Berges, auf dem das Wallace Monument steht, ist schon weniger steil als die linke. Aber Matschweg ist halt immer blöd.

13.06 Uhr – Am Stirling Castle. Die Pflasterstrasse war unproblematisch, obwohl die Frau vom Castle meinte, sie sei für Radfahrer gesperrt, manche Verkehrswächter würden das aber nicht so eng sehen.

Kein Problem mit dem Ticketkauf. Außer dem kurzen Schlucken.

Queen Anne’s Garden aus dem 18. Jhd. Sie hat die Burg um einen Verteidigungsring erweitert hinter dem dieser Garten liegt.

Es kommen jetzt einfach viele Fotos.

Blick Richtung Aberfoyle. Auf den großen Wiesen unter der Burg fanden Turniere statt.

Chapel of the Holy Rude ist von hier gut zu sehen.

Die goldfarbene Great Hall von 1503 schaut hinter den Mauern raus. In dem neueren Renaissance-Gebäude im Vordergrund hat Maria Stuart gelebt. James V. hatte 1530 mit dem Bau begonnen. 1534 unterzeichnete er ein Friedensabkommen mit Heinrich VIII. , heiratete 1538 in zweiter Ehe Mary of Guise, die 1542 Mary zur Welt brachte. Sechs Tage nach ihrer Geburt starb der Vater und sie wurde zur Queen of Scotts gekrönt.

Besonders der reiche Figurenschmuck ist sehr aussergewöhnlich. James V. wurde wohl von den französischen und italienischen Schlössern inspiriert.

Das neue Café, auf das ich mich schon freue.

Prächtig restaurierter Audienzsaal im Renaissance-Bau. Auf allen Teppichen, die Reprodktionen der Originale aus dem 15. Jhd. sind, findet sich ein Einhorn. Maria Stuart hatte von ihrem schottischen Vater das Einhorn im Wappen, den Adler von ihrer Mutter.

Auch hier im formellen Schlafzimmer der Queen ist eine kostümierte Frau, die Geschichten erzählt und Fragen beantwortet. und parallel dazu gibt es die gleichen Räume für den König.

Blick über einen Spiegel an die Decke in der King’s Private Chamber.

James IV. hat die Great Hall bauen lassen. Für die Besichtigung gehe ich hinauf in den großen Innenhof.

Im inneren Hof. Links die Chapel Royal, geradeaus die Great Hall, rechts der Renaissance-Bau.

Nach Norden wird der Hof von den alten Wohnräumen des Königs James IV. von 1496 abgeschlossen. Es ist heute das Museum des Argyll and Sutherland Highlanders Regiments. Die Argyllshire Highlanders haben als erste Aufgabe mit gegen Napoleon gekämpft. Ich bin nur oberflächlich durch einen kleinen Teil des Museums gegangen, zu viele Schlachten und Waffen.

Die Great Hall ist eines der ältesten Gebäude der Burg und wurde 1503 fertig gestellt.

Sie gilt als der prächtigste mittelalterliche Saal in Schottland. 500 Menschen konnten hier bewirtet werden. Zur Taufe des Sohns von James VI. hat man 1594 ein voll aufgetakeltes und mit 36 Messingkanonen bestücktes Schiff in den Saal gerollt. Etwas extravagant, vielleicht.

Nach dem Umzug des Hofs nach London unter James VI. wurde der Saal bis 1964 als Kaserne genutzt. Danach hat man ihn rekonstruiert und die aufwändige Eichendecke eingezogen.

Sehr lebendig dargestellte Küchenszenerie.

14.31 Uhr – Bald geht es ins Café! Das Museum für Wandteppiche spare ich mir.

15.10 Uhr – Carrot Cake und Flat White im Café. Jetzt noch eine der zahlreichen Toiletten finden und dann runter nach Bannock Burn rollen. Leider macht sich gerade ein Herpesbläschen an der Lippe bemerkbar. Dabei habe ich so konsequent den 50er Sonnenschutz-Lippenstift verwendet.

15.26 Uhr – Ich stehe vor dem Tor der Burg und laufe jetzt zu Rosinante.

«Stop all traffic. There’s a bicycle coming down!», sprach der Verkehrswächter ins Funkgerät und ich hatte den schmalen Teil der Straße für mich.

Großartiger Service, der eigentlich für Autos und Busse ist.

Sehr langsam und gemütlich steil runter.

Von irgendwoher pfeift ein Dudelsack.

15.49 Uhr – Der sehr junge Mann steht am Anfang der Fußgängerzone.

16.18 Uhr – Wie die Frau am Wallace Monument sagte kann man von Bannockburn auf die Burg schauen.

16.20 Uhr- Ankunft.

16.29 Uhr – Alle Versuche mit der EC-Karte oder der Kreditkarte zu zahlen sind fehlgeschlagen. Also muss ich jetzt zum nächsten Geldautomaten radeln. Ich hoffe, der nimmt die Karte. Also eine wenigstens.

16.45 Uhr – Gar kein Problem am Geldautomaten beim Home Bargain, außer den Zusatzkosten, weil die Terminals im Hotel nicht funktionieren. Was es alles gibt.

17.38 Uhr – Daten sind erfasst und die morgige Strecke grob angeschaut und im Entwurf für den morgigen Beitrag abgelegt. Da ich den Tisch im Restaurant schon um 18.30 Uhr habe, einen späteren Termin gab es nicht mehr, habe ich auch heute kein Müsli mit Joghurt gegessen. Der Joghurt wird wohl auch bis morgen halten.

21.21 Uhr – Mit einem Pint Guinness sitze ich vor em Spiel England vs. Kroatien. Kane durfte zweimal versuchen, einen Elfmeter zu schiessen. Beim zweiten Versuch hat es geklappt. 1:0 in der 23. Minute.

Das Essen war sehr lecker. Das Bezahlen des Essens mit der Karte hat problemlos funktioniert, das des Guinness auch.

Die schnelle Fahrt und die beide. Sehr interessanten Besichtigungen haben meine Laune sehr gesteigert, der nur kurze Regen auch. Morgen könnte ich wieder nass werden. Die Etappe ist länger, ich werde den Regen nicht aussitzen können. Es ist der letzte Fahrtag, da ist es dann auch egal, wenn ich nochmal nass werde.

21.51 Uhr – Kroatien hat zum zweiten Mal ausgeglichen. Am Ende der ersten Halbzeit steht es 2:2. Ein sehr schönes Spiel, wie ich finde. Die Bar leert sich, die Schotten haben tatsächlich wenig Interesse.

22.28 Uhr – Es steht 3:2, ein wirklich spannendes Spiel.

Do. 18.06. – Bannockburn – Edinburgh 76 km/600 Hm

6.58 Uhr – Ich habe gut geschlafen, nicht unterbrechungsfrei, aber gut. Keine Kopfschmerzen. Es ist nass draußen, der Himmel ist wolkenverhangen. Regen fällt derzeit aber keiner.

8.56 Uhr – Nach ganz entspanntem Frühstück mit viel Toast und Krimi, breche ich jetzt mal auf. Es ist trocken.

Ich fahre auf der Südseite des Firth of Forth nach Edinburgh. In Falkirk, nach 18 km, schaue ich mir das Schiffshebewerk Falkirk Wheel an. Nach 43 km komme ich am Blackness Castle vorbei und sehe die ikonische rote Firth of Forth-Stahlbrücke. Dann geht es auf verschlungenen Wegen in die Innenstadt von Edinburgh und weiter zum Universitätscampus, wo meine letzte Unterkunft ist.

Schlachtfeld von Bannock Burn. Robert the Bruce, der hier am 24. Juni 1314 Edward II. besiegt hat. Queen Elizabeth II. hat 1964 die Statue enthüllt.

Der Bannock Burn ist ein kleiner Bach, der um den Hügel herum fließt.

Und dort, wo die Fahne weht, soll Robert the Bruce seine Standarte in den Boden gerammt haben. Ein weites Panorama hat man von hier.

9.25 Uhr – Blick zurück zum Wallace Monument und den Highlands, denen ich jetzt den Rücken kehre.

9.52 Uhr – Morgengruß mit selten weitem Panorama: Loslassen, Dankbarkeit, Vorfreude, Präsenz.

10.02 Uhr – Ich habe angehalten, weil mir auf dem kleinen Sträßchen ein Auto entgegenkam.

Dann erst sah ich die Burg neben mir.

10.39 Uhr – Am Falkirk Wheel, dem ungewöhnlichen Schiffshebewerk.

Eine Schleuse gibt es zusätzlich für die letzten Meter runter zum Kanal.

24 m Höhe überwindet das Hebewerk. Die früher dafür notwendigen Staustufen sind mit dem Bau der Eisenbahnen verfallen und zugeschüttet worden.

Gebaut wurde das Falkirk Wheel 1998 bis 2002 im Zuge der Revitalisierung der Kanäle. Queen Elizabeth II. hat es anlässlich ihres goldenen Thronjubiläums am 24. Mai 2002 eröffnet.

Das Schiff mit den zahlenden Besuchern fährt ein.

Das Tor der unteren Wanne schließt sich.

Dann kommt Bewegung in das Gerät. In beiden Wannen muss immer im Leerzustand der Wasserspiegel exakt gleich sein, damit die Motoren für die Drehung nicht überlastet werden. Ein Boot verdrängt dann nur das eigene Gewicht aus der Wanne und beide Wannen bleiben gleich schwer. Somit muss die Motorkraft nur die Reibung überwinden. Für eine halbe Umdrehung werden nur 1,5 kWh benötigt.

Es dreht sich gegen den Uhrzeigersinn.

Und dann ist das untere Becken mit Schiff drin oben und das andere Becken mit Schiff unten. Ein tolles Schauspiel!

Mit Hupen versucht der Kapitän die Schwäne mit ihren Jungen zu vertreiben.

11.27 Uhr – Währenddessen habe ich meine Brote gegessen. Jetzt muss ich auch den Berg hinauf.

Das kleine Zahnrad links von der Wanne läuft über das starre Zahnrad in der Mitte und dreht auf der anderen Seite das Zahnrad an der Wanne, damit diese immer waagerecht bleibt.

11.33 Uhr – Weiter.

Das obere Becken und der Trog, der zum Wheel führt.

Jetzt fahre ich doch noch durch einen Tunnel.

Nochmal zwei Staustufen, dann bin ich oben.

Am Kanal entlang Richtung Edinburgh geht es hier über eine Straße hinweg.

11.52 Uhr – Nördlich, bei Stirling, regnet es ordentlich. Zieht wohl nicht hierher. Bei mir ist es weiterhin trocken. Finde ich gut! Mit 19° C ist es merkwürdig schwül.

Der nächste Tunnel.

Länger und mit nassen Steinplatten. Es tropft massiv von oben. Etwas heikel.

12.10 Uhr – Ui, war das aufregend! Es wurde gleich sehr dunkel und meine Augen haben sich nicht so schnell dran gewöhnt. Also habe ich das kurze Stück zurück geschoben und die Stirnlampe angezogen. Damit ging es. Nur zweimal ist das Vorderrad etwas weggerutscht. Puh. Jetzt pedaliere ich dieses kleine Abenteuer wieder aus der noch etwas angespannten Muskulatur.

12.30 Uhr – Blick zurück. Hier fahre ich vom Kanal runter. Mir kamen kurz nach dem Tunnel mehrere Spaziergänger, ein Rennradler und ein Boot entgegen. Bin froh, dass ich den engen Tunnel für mich hatte.

12.45 Uhr – Am Fuß der Berge, nahe am Firth, sind große Industrieanlagen.

12.53 Uhr – Im Hintergrund meine ich, das Wallace Monument erkennen zu können.

Sieht wie eine große Müllkippe aus, die man jetzt abdeckt. Und die giftige Brühe fließt unten raus.

Links von dem einzelnen weißen Schornstein in der Mitte ist Stirling zu sehen.

13.42 Uhr – Sehr schöne Pausenbank am kleinen Stausee mit vielen Wasservögeln. Erste Tropfen erst jetzt, wo ich aufbreche. Nette Leute kamen vorbei.

Kinneil House aus dem 17. Jhd. mit einer sehr bewegten Geschichte.

14.01 Uhr – Im Kinneil Foreshore am Firth of Forth. Hier befand sich bis 1983 Kinneil Colliery, die letzte Kohlengrube in Bo’ness mit 1.200 Arbeitern.

14.12 Uhr – Blick Richtung Sterling. Mal wieder kein Mobilfunkempfang. Wird später hochgeladen.

Bo’ness. Im Vorbeifahren.

In der Ferne sind jetzt die Brücken zu sehen.

Hier bei Bo’ness begann die römische Antonine Wall, gebaut 142 n.Chr. unter Kaiser Antoninus Pius. Es regnet.

14.39 Uhr – Da lohnt sich wohl doch die Regenhose.

Blackness Castle.

14.58 Uhr – Nur Kaffeeautomat im Ticketoffice, keine Sitzplätze drinnen.

Die Burg sieht aus wie ein Schiff.

Marinewerft Rosyth auf der anderen Seite des Firth, die 1916 gebaut wurde und Kriegsschiffe und U-Boote baut. Sie liegt etwa fünf Kilometer südlich von Dunfermline, wo ich vorgestern war.

15.24 Uhr – Es schüttet.

Hopetoun House, ein großes Schloss aus dem 18. Jhd.

In diesem kleinen Tal blühen sehr viele Fingerhut-Pflanzen.

Ich nähere mich den Brücken. Meine Finger sind nass, das Wasser läuft von der Jacke in die Lenkradtasche, wenn ich sie aufmache. Das Touchdisplay des Handys lässt sich nur schwer bedienen. Ich versuche trotzdem Fotos zu machen.

Queensferry Crossing für die M90, 2017 fertiggestellt.

Schrägseilbrücke wie die Bonner Nordbrücke.

16.07 Uhr – Unter der mittleren Brücke, der Forth Road Bridge von 1964, ist es trocken. Habe die Handschuhe ausgewrungen, die Hände minimal getrocknet, die Schutzbrille mit dem Rest Toilettenpapier getrocknet. So kann ich mal auf das Regenradar schauen.

Wird wohl noch mehr als eine Stunde weiter schütten. Da brauche ich bald ein Café. Mist, die schließen normalerweise um 16 Uhr.

South Queensferry. Kirchencafé ist heute nicht auf.

Im nächsten wird gerade das Schild umgedreht auf Closed. Ich frage den Mitarbeiter, wer vielleicht noch geöffnet ist. Er sagt, nebenan vielleicht.

16.32 Uhr – Ja!!!!! San Pellegrino Lemon, Flat White und Carrot Cake.

Die Forth Bridge wurde 1890 als Eisenbahnbrücke fertiggestellt und hatte bis 1919 die größte Spannweite aller Brücken der Welt. Der mittlere Pfeiler steht auf der Insel Inchgarvie. 6 m Gezeitenunterschied machten den Bau schwierig.

16.40 Uhr – Es klart auf, man kann das Kreuzfahrtschiff jetzt gut sehen. Das Rot der Brücke wird aber wohl nur bei Sonne so richtig leuchten.

Foto mit Zug auf der Brücke und Schiff darunter.

16.53 Uhr – Es regnet wieder mehr.

17.19 Uhr – Ich bin etwas getrocknet. Das Handy ist wieder bei 86% Akku. Es regnet etwas weniger. Aber ich fahre voll in den Regen in Edinburgh rein. Noch zwanzig Kilometer Regen. Egal. Hilft ja nichts.

Rad, Café, Brücke, ich.

Plötzlich kein Regen mehr.

Die beiden Straßenbrücken.

Unter dem Zubringerviadukt.

17.42 Uhr – Bahntrasse parallel zur Brückentrasse

Blick zurück.

18.00 Uhr – Parallel zur A90.

18.21 Uhr – Mir kommen ständig Radler entgegen. Gegrüßt wird sehr wenig. Sind vielleicht schon zu viele Radler hier, was ja echt toll ist, trotz Regen und Hügeln.

Noch fünf Meilen bis zur Innenstadt.

18.31 Uhr – Wieder Bahntrasse.

18.39 Uhr – Was ich jetzt sehe, ist ein endloses Häusermeer.

Donaldson Hospital, das einst eine Schule für Gehörlose war. Jetzt beherbergt sie Luxusappartements

Es wird moderner.

Seitenstraße.

18.52 Uhr – St. Mary’s Episcopal Cathedral.

Vom Ende des 19. Jhd.

Das Netz an geschützten Radspuren ist wirklich beeindruckend.

George Street.

Castle.

Blick zum Forth

Der hintere Turm gehört zur Tolbooth Kirk, die Doppeltürme davor zum New College der Universität von Edinburgh. Der Säulenportikus unten auf meiner Straßenebene gehört zu Royal Scottish Academy.

Burgberg und blauer Himmel.

Links National Galleries of Scotland. Der Turm rechts ist das Sir Walter Scott Denkmal.

Links das New College, rechts die Burg.

19.25 Uhr – Auf der Royal Mile in Edinburgh. Hinter mir die St. Giles Cathedral.

Ankunft am Ziel nach 2509,64 km. Jetzt aber mal zur Unterkunft.

Da, unterhalb des Berges, müsste das Unigebäude sein.

19.41 Uhr – Ankunft!

19.52 Uhr – Habe die Schlüsselkarte für das Zimmer und ein paar spärliche Infos. Jetzt muss ich das Gebäude, das Zimmer und den Platz für das Fahrrad erstmal noch finden. Abendessen wird ziemlich spät.

Im Zimmer finde ich keinen Fön. Also kommt mein mitgebrachter zum ersten Mal auf der Reise zum Einsatz, wie auch die Stirnlampe.

22.01 Uhr – Im Pub auf dem Campus ist die Küche bis 21.30 Uhr geöffnet. Also konnte ich.m noch in Ruhe essen. Die Wäsche habe ich noch nicht gemacht. Aber ich habe noch Durst und Hunger und gehe nochmal zur Bar.

23.59 Uhr – Bin doch zurück zum Zimmer, habe die Radkleidung gewaschen und bei einem Kaffee den Blogbeitrag ergänzt. Jetzt bin ich sehr müde.

Fr. 19.6. – Edinburgh

7.33 Uhr – Ich müsste mal aufstehen. Der Wind pfeift um das Gebäude.

Ich sollte mich beeilen, damit ich in der jetzigen Regenlücke trocken zum Frühstücksraum im Nachbargebäude komme.

Reichhaltiges Büffet mit allem, was ich brauche. Jetzt lasse ich mir ganz viel Zeit und lese den Krimi weiter.

9.28 Uhr – Ich bin wieder auf dem Zimmer im dritten Stocks dieses modernen Gebäudes und fühle mich sehr schön satt. Ich lese noch etwas und plane dann meinen Weg nach und durch Edinburgh.

Danke für die Glückwünsche zum Tourabschluss! Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass die große England-Schottland-Runde so gut verlaufen ist, Regen hin oder her. Jedesmal, wenn ich am Empfang einer Unterkunft stand, hatte ich kurz Sorge, dass ich mich vielleicht bei der Planung mal vertan haben könnte. Aber, das mehrmalige Prüfen im Januar und April reduziert die Gefahr für solche Fehler sehr. Nur einmal hatte ich nicht die exakten Koordinaten der Unterkunft, was sich aber mit netten Leuten und Google schnell klären ließ.

Edinburgh ist seit der Ermordung von König Jakob I. in Perth 1437 die Hauptstadt Schottlands. Das religiöse Zentrum bildete lange die, dem Heiligen Ägidius, engl. St. Giles, geweihte Kirche, die an der Royal Mile steht, siehe Ankunftsfoto gestern. Die Burg liegt am westlichen Ende der Royal Mile, am östlichen Ende steht der Holyrood Palace, der offizielle Sitz des britischen Monarchen. Die Heilig Kreuz (Holyrood) Abtei, nach der der Palast benannt wurde, ist nur noch eine Ruine. Die Royal Mile hat tatsächlich etwa die Länge einer schottischen Meile, also 1,8 km. In Holyrood befindet sich auch der Sitz des schottischen Parlaments.

10.12 Uhr – Ich habe mir jetzt einen gut zehn Kilometer langen Besichtigungsspaziergang auf OutdoorActive geplant. Unterwegs gehe ich auch in den Bahnhof und schaue mir an, wie ich morgen am besten mit dem Rad in das Gebäude und in meinen Zug komme, der kurz nach zehn Uhr fährt. Das Ticket muss ich mir dort noch ausdrucken, sollte ich nicht vergessen.

10.34 Uhr – Abmarsch. Regen beginnt in etwa einer Stunde.

111.14 Uhr – Trocken auf der Royal Mile. Blick zum Forth.

Chor von St. Giles.

Westportal mit Statue von Sir Walter Francis Scott davor.

Nach einem Brand 1385 wurde die Kirche im gotischen Stil wiederaufgebaut. Der Hl. Ägidius ist einer der vierzehn Nothelfer. Hier das Mittelschiff mit leuchtend blauer Decke. Es gibt nur zwei Geschosse, kein Triforium. Es gibt auch keine Chorschranke und man blickt direkt auf das große Chorfenster im Osten.

Die Seitenschiffe sind sehr breit und vermitteln den Eindruck einer großen Halle.

Modernes Fenster im nördlichen Querhaus.

Decke der kleinen Thistle Chapel von 1911 im Perpendicular Style.

Sie wurde vom Order of the Thistle gestiftet. Für jeden der 16 regulären Ordensritter gibt es einen markierten Sitzplatz.

Blick aus dem Chorraum zum Westportal mit dem Robert Burns Fenster.

11.47 Uhr – Es nieselt ein bisschen. «Enjoy the rain», sagte der junge Ordner am Ausgang der Kirche. 3,6 km bin ich schon gelaufen.

Das Andenken habe ich hier gekauft.

Schöne alte Häuser.

Belohnung für das erste Drittel der Runde.

12.26 Uhr – Ein Blick auf das wenig einladende Wetter für einen Pausen- und Belohnungstag. Gegen 18 Uhr könnte es aufhören. Also im Regen raus.

Das Café von außen.

Die Talbooth Kirk wird nicht mehr als Kirche genutzt.

Burgtor von Edinburgh Castle.

Der Hof ist von großen Tribünen umgeben. Heute und morgen wird «Die drei Musketiere» gespielt. Tickets für heute für die Burg gibt es keine mehr. Also, alles richtig gemacht, weil ich in Stirling Castle war.

Auf dem Weg entlang der Südflanke nach Westen.

12.51 Uhr – Die Burg steht auf einem mächtigen Felsen. Die Bäume und das Parkhaus stehen in einem tiefen Graben oder Tal, durch das auch die Bahnlinie verläuft.

13.07 Uhr – Der Hut ist gar nicht mal so übel. Sowohl St. John als auch St. Cuthbert sind gerade wegen Veranstaltungen geschlossen.

Also weiter Regenfotos. Nächste Station ist die Waverly Station.

Wojtec Bear.

Noch eine Bühne. Es werden gerade die Stühle aufgestellt. Dann hoffe ich mal für alle, dass es heute Abend nicht mehr regnet. Die Bahnlinie verläuft hinter der unteren Bühne.

Der Castle Hill ist vulkanischen Ursprungs. Später darüber abgelagerte Deckschichten wurden durch Gletscher und Erosion wieder abgetragen. Der harte Basaltfelsen blieb stehen. Gleiches gilt für den Calton Hill, auf den ich noch steigen werde, und Arthur’s Seat hinter der Uni-Unterkunft.

13.26 Uhr – Unter dem Portikus der Art Gallery. Es regnet noch heftiger. Noch fünfhundert Meter bis zum Bahnhof.

National Galleries of Scotland.

Runterschieben darf ich. Aber ein Sicherheitsmann, den ich gefragt habe, meinte, ich solle die North Ramp nehmen. Die schaue ich mir auch noch an.

Hier muss ich die Ticket-Nummer eingeben.

Tickets für mich und Rosinante für morgen 10.08 Uhr.

Transpennine Express. Dieser Zug fährt gleich nach Newcastle, also genau meine Strecke.

Mit gut markiertem Fahrradeinstieg.

Mit Dudelsack-Begleitung fährt der Royal Scotsman aus dem Bahnhof.

14.11 Uhr – Ich sitze gemütlich im trockenen Bahnhofsgebäude und lese beim Essen und Kaffeetrinken. «Bitte füttern Sie die Tauben nicht. Wir versuchen, sie zu ermuntern, sich ein besseres Zuhause zu suchen.»

15.36 Uhr – Blick zum National Monument auf dem Calton Hill. Ich nutze die kurze Regenlücke.

Dugald Stewart Monument im Vordergrund.

Das sind die beiden klassischen Fotomotive für Edinburgh. Bei regnerischem Wetter ist es natürlich etwas farblos.

Am Horizont kann ich die Forth Bridge ausmachen.

Hafenanlage und Kreuzfahrtschiff mit russig qualmendem Schornstein.

Toller Panoramablick über den Firth of Forth.

National Monument of Scotland als Denkmal für die in den Napoleonischen Kriegen gefallenen schottischen Soldaten und Matrosen.

Rechts die Collective Gallery mit moderner Kunst.

Der schottische Regierungssitz.

Holyrood Abbey links, links am Rand der Gebäude erkennt man die Kirchenruine.

Nahe der Uni-Unterkunft gibt es eine St. Leonard-Kirche.

Whiskey gibt es hier auch.

16.49 Uhr – Zurück am Gebäude. Dahinter befindet sich der dritte markante Hügel der Stadt, Athur’s Seat.

Ich esse jetzt Müsli, dann putze ich das Rad, das gestern im Dauerregen im Wald und auf den Bahntrassen viel Dreck gesammelt hat .

21.01 Uhr – Ich sitze im Uni-Pub. Es steht 2:0 im Spiel USA vs. Australien. Für morgen ist trockenes Wetter mit etwas Sonne vorhergesagt. Auf dieser Basis habe ich schon mal die Kleidung sortiert und alles, was ich im Zug und auf der Fähre nicht brauche, weggepackt, also Regensachen und Radhose.

Das Radputzen hat fast eine Stunde gedauert. Ich habe es wirklich sehr gründlich gesäubert, auch, damit ich mir keinen unnötigen Schmutz an die Kleidung reibe. Geölt habe ich es aus diesem Grund nicht. Das mache ich dann zu Hause. Natürlich nieselte es auf dem Weg zum Fahrradschuppen und zurück.

Etwa eine knappe Stunde möchte ich morgen vor der Abfahrt des Zuges im Bahnhof sein. Ich sitze lieber dort und warte, als auf dem Zimmer.

Um elf heute Abend spielt Schottland gegen Marokko. Vielleicht schaue ich mir die erste Hälfte noch an.

Sa. 20.6. – Edinburgh – Newcastle – Fähre

6.63 Uhr – Etwas öfter wachgeworden als sonst. Trotz der relativ üppigen Chips-Zufuhr haben ich keinen schlechten Geschmack im Mund. Ich fühle mich aber noch sehr satt. Schade, dabei ist das Frühstück hier doch so richtig reichhaltig. Das Fußballspiel Schottland vs. Marokko habe ich nur zur Hälfte gesehen. Das Tor fiel nach zwei Minuten, dann wurde es langweilig. Und tatsächlich ging es 0:1 aus.

Blauer Himmel mit kleinen Resten von Regenwolken: geht doch!

9.04 Uhr – Abfahrt in einen sonnigen Tag.

Zuerst radle ich die zweieinhalb Kilometer zur Waverly Station, fahre um 10.08 Uhr mit dem Zug nach Newcastle upon Tyne und muss dann mit dem Rad fünfzehn Kilometer zum Fährterminal zurücklegen. Bis 16.15 Uhr muss ich durch den Check-In sein. Um 17.00 Uhr legt die Fähre ab.

Caldon Hill im Sonnenschein.

Nochmal Caldon Hill.

Waverly voraus.

9.21 Uhr – Am Bahnhof. So stellt man sich Schottland vor, sonnig, eher frisch und etwas windig.

9.28 Uhr – So schön es noch wäre, für mehr Fotos mit blauem Himmel noch eine kleine Stadtrundfahrt zu machen, für meine Nerven ist es jetzt besser, ich sitze am Bahnhof. Hier, auf der North Ramp, ist der Radweg klar markiert.

Der Zug steht schon da.

9.43 Uhr – Das Fahrradabteil ist an der erwarteten Stelle. Noch sind alle Türen zu.

Geplante Ankunftszeit in Newcastle upon Tyne ist 11.52 Uhr, on time!

Während ich hier sitze, kam ein Mann und schaute auf mein Rad. Der Neuseeländer war vor zwei Wochen mit dem Mountainbike in den Highlands, hatte Regen, Hagel, aber auch viel Spaß. Sie sind den höchsten Pass in Schottland gefahren, habe den Namen vergessen.

10.05 Uhr – Rosinante muss ein bisschen den Bauch einziehen, aber es passt. Das Einhängen ging deutlich besser als gedacht. Die Felge und der Reifen dürften aber auch kaum größer sein, da der Haken ziemlich eng ist. Je Wagen gibt es also nur zwei Plätze. Es gibt eine Tür zum Verschließen des kleinen Abteils.

Das Batterie-schwache Handy hängt an der Steckdose an meinem Sitzplatz. Gleich geht es los.

10.08 Uhr – Abfahrt auf die Sekunde pünktlich.

Es wurde dazu eingeladen, die mit grüner Lichtern als nicht reserviert markierten Plätze zu nutzen, wenn man mehr Platz haben oder woanders sitzen möchte. So sitze ich nicht mehr neben dem intensiv riechenden Bagel und habe zwei grüne Plätze für mich.

Blick zum Forth. Ich wäre durch diese Gegend noch geradelt, wenn mir nicht mehrere Leute von den Highlands vorgeschwärmt hätten. Natürlich hätte ich heute auch mit dem Rad weiterfahren können, und bei solchem Wetter wäre das toll gewesen, aber es wären weitere vier Tage gewesen und 41 Tage ist doch schon eine Menge. Also lasse ich die sonnige Landschaft entspannt an mir vorbeiziehen.

10.32 Uhr – Sea, Sun, Surf – Dunbar. Stand am Bahnhof.

Kohletagebau?

Im Vorbeifahren sehe ich viele Solarpaneele auf den Dächern, wie ich auch relativ viele E-Autos mit grünem Rechteck auf dem gelben Nummernschild gesehen habe. Fast alle Hotels hatten Ladensäulen für ihre Gäste.

Nur für die Farben.

10.55 Uhr – Kurz vor Berwick upon Tweed.

Wir fahren direkt am Rand der Klippen.

Berwick upon Tweed.

Wir sind über diesen Viadukt gefahren.

Für alle Klatschmohn-Liebhaberinnen.

Alnmouth.

Bei der Einfahrt in den Bahnhof Newcastle upon Tyne.

11.56 Uhr – Perfekt. Auch das Aushängen hat gut geklappt. In dem ICE auf der Fahrt nach Brüssel hatte ich damit irgendwie Schwierigkeiten.

Immer etwas aufregend, aber es war eine wirklich sehr angenehme Fahrt mit ScotRail.

12.09 Uhr – Ich habe den Ausgang nicht gleich gefunden und nicht gesehen, dass ich unter der Fußgängerbrücke durchschieben konnte. Ein Mitarbeiter hat es mir dann erklärt. Man muss am Ausgang durch eine Sperre, die man nur mit dem Ticket öffnen kann. Im Zug wurden wir nicht kontrolliert

Ich hole mir hier am Bahnhof noch Joghurt und Apfel, falls es das gibt.

12.17 Uhr – Greek Joghurt 500 ml, aber mit Deckel, und vier Äpfel. Das reicht dann auch für morgen.

Sunny Newcastle.

12.46 Uhr – Egal, was es ist, Bonn braucht dringend eine neue Oper!

Und eine neue Rad-Fuß-Brücke.

Eine Brücke mit Sky-Walk-Feeling

13 km bis zum Fährterminal.

13.01 Uhr – Schattige Bahntrasse.

13.27 Uhr – Hier sind schon Hafenanlagen.

Klar, in Newcastle endet ja der Hadrianswall.

Auch hübsch, muss aber wahrscheinlich öfter neu gestrichen werden, als eine Steinbrücke.

13.51 Uhr – Das Schild und zwei beladene Reiseradler sprechen dafür, dass ich hier richtig bin.

13.59 Uhr – Ich kann das Schiff schon sehen. Jetzt suche ich den Terminaleingang. Ein Wegweiser für Radfahrer steht so, dass ich zurück müsste. Mal sehen.

Ich habe einen Spaziergänger gefragt. Er hat mir diesen Weg genannt. Mal sehen, ob ich durch den Fußgänger-Eingang darf.

Ist ja gar nicht der Fußgängereingang. Hier bin ich richtig und bekomme für das Vorzeigen meines Reisepasses die Karte zum Öffnen der Kabine.

14.12 Uhr – Ab und zu darf einer losfahren. Vor mir stehen die zwei Reiseradler.

Abendessen um 19 Uhr Ship Time, das ist MESZ, also schon um 18 Uhr. Da lohnt sich das Müsli nicht mehr wirklich. Egal, dann ist es ein Andenken.

Die Aufstellfläche ist erheblich kleiner als die in Dünkirchen.

Zwei sehr nette Niederländer, die zehn Tag Zelten waren. Einem ist in den Galloways das Schaltauge gebrochen. Dann kann man nicht mehr schalten. 30 km hätte er bis zum nächsten Ort schieben müssen. Nach einigen Kilometern schieben kam ein Forstauto, das ihn und sein Rad mitgenommen hat bis zum Bike Shop. Der Mechaniker dort hat ihm umsonst ein vorrätiges Schaltauge passend gefeilt, auch umsonst. Wow, was man alles erleben kann. Vor dem Galloway-Tag hatte ich ja auch echt Respekt.

Die niederländischen Reiseradler lassen die meisten Sachen am Rad. Kann ja keiner mehr auf dieses Deck. Abgeschlossen hat auch keiner, also ich auch nicht.

15.33 Uhr – Klein, aber mein. Das Duschen hat sehr gut geklappt, nur dass der Boden im Mini-Bad jetzt nass ist. Trocknet sicher schnell wieder. Ich habe meine Dinner Time auf 20.15 Uhr MESZ geändert. So kann ich jetzt in Ruhe mein Müsli essen.

16.20 Uhr – Ein paar Autos und Motorräder mussten noch an Bord.

Die erste Rampe bzw. das erste Tor ist schon geschlossen. Abfahrt ist um 17.00 Uhr.

16.52 Uhr – Wir haben abgelegt. Auf See habe ich keinen Mobilfunkempfang und bin einfach mal offline.

Ich lade mir aber noch ein Buch auf den Tolino, solange ich noch Empfang habe.

Tynemouth.

17.33 Uhr – Wir sind auf See und entfernen uns immer weiter von der Küste. Das Runterladen des Buchs hat noch geklappt. Damit kann ich mich gleich in eine stille Ecke hocken.

18.26 Uhr – Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel Zeit das Schreiben und ​anschließende Korrekturlesen kostet. Ich habe zwischendurch auch mal mit der Diktierfunktion gearbeitet. Da muss ich einen Satz aber schon komplett formuliert haben, wenn ich anfange zu sprechen, sonst muss ich doch wieder viele Änderungen über die Tastatur machen. 

Sehr viel Zeit einplanen zu können ist ein Luxus, macht mir das Reisen mit Bus und Bahn, aber viel angenehmer. Im Grunde musste ich heute dreimal umsteigen: vom Fahrrad in den Zug, vom Zug aufs Fahrrad, vom Fahrrad auf die Fähre. Morgen habe ich drei weitere Umstiege: von der Fähre aufs Fahrrad, vom Fahrrad in den Zug, vom Zug auf das Fahrrad. Auch morgen habe ich für die dreißig Kilometer von Ijmuiden nach Amsterdam viel Zeit eingeplant, nämlich sechs Stunden. Vier hätten gereicht, aber so habe ich einen durchgehenden Zug bis Siegburg. 

20.56 Uhr – Ich schaue auf die weite, mit winzigen Wellen gemusterte Nordsee. Die Sonne ist jetzt exakt hinter dem Schiff, das in erträglicher Lautstärke vor sich hin wummert. Beim acht Gänge Menü habe ich den sehr interessanten neuen Krimi gelesen. Acht Gänge wurden es, weil ich erst Salat, dann Nudeln mit Gemüse, dann Fritten mit Kibbeling, dann Spaghetti Bolognese, dann Brot mit Käse, dann cremige Nachspeise und schließlich Kuchen gegessen habe. Ok, ich komme nur auf sieben, kann mich nicht mehr erinnern, was der achte Gang war. Zu den ersten sechs habe ich ein Heineken getrunken, zu den letzten beiden Café Americano. 

Jetzt ist es wohl fast windstill und das Meer ist fast glatt. Man erkennt deutlich Flächen, wo der Wind es etwas anraut. Neben mir Spiel ein niederländisches Paar Rummicub.

Ich gehe mal an Deck, schauen, wie es da ist, dann vielleicht zum Fussball. Deutschland spielt gegen die Elfenbeinküste. 

Ein tolles Schauspiel für alle  

21.55 Uhr – Wir fahren durch eine Nebelbank. Auf der Nordseite des Schiffes geht ein feuchter, eiskalter Wind. Auf der Steuerbordseite ist es nicht viel besser. Wir fahren wohl genau gegen den Wind. 

22.29 Uhr – Kein Fußball gefunden. Wir fahren an Ölbohrplattformen vorbei. Ich gehe gleich, wenn Sterne auftauchen, nochmal kurz raus, dann ins Bett. 

So. 21.6. – Ijmuiden – Amsterdam – Zug – Bonn

8.12 Uhr – Ich habe bis um 6.40 Uhr durchgeschlafen. Da sich das Handy im Schiff nicht orientieren kann, war es noch auf UK-Zeit. Um 8.00 Uhr gab es dann eine Weck-Meldung über Lautsprecher. Jetzt sitze ich schon beim Frühstück und schaue auf das Meer. Bis auf etwas Dunst ist der Himmel wolkenlos. Mal sehen, was ich nachher am besten anziehe. 

Wir sind kurz vor der Küste.

Frühstück mit Meerblick.

9.35 Uhr – Wir fahren in den Hafen von Ijmuiden ein und parken jetzt rückwärts am Terminal ein.

Einen Terminalparkplatz sehe ich noch nicht. Kein strahlend blauer Himmel, aber warm und wenig Wind.

9.42 Uhr – Ah, wir legen seitlich an. Dann muss es da also auch noch eine andere Rampe zum Rausfahren geben. Ach, klar, wir fahren ja sowieso vorne raus.

Jetzt ist Parkdeck 4 dran, wo mein Rad steht.

10.00 Uhr – Vorne geht es raus.

Wir sind etwa zehn Reiseradler auf dieser Seite von Deck vier.

10.11 Uhr – Die Passkontrolle, die ziemlich lange dauert. Ich fange mir einen lauten Ruf des Ordners ein, als ich zu den anderen Reiseradlern unter dem EU-Schild will.

10.19 Uhr – Passkontrolle ging schnell. Dann noch sehr schön mit einem schottischen Bike-Packer erzählt, der eine Charity-Tour nach Italien fährt.

Jetzt mal tief Luft holen, alles für eine Fahrt bei 26° C umziehen und dann los.

Oh, huch, alle fahren auf der falschen Seite. Ich muss schnell den Spiegel nach links montieren, vielleicht hilft mir das beim Umgewöhnen.

10.39 Uhr – Letzter Blick auf die Fähre, die jetzt mit schwarz qualmendem Schornstein am Pier liegt, weil es auch hier keinen Landstromanschluss für Schiffe gibt.

Komoot hat mich zur Begrüßung einen sandigen Pfad auf eine Düne hoch schicken wollen. Da nehme ich doch lieber den perfekten Radweg.

10.49 Uhr – Die Kette war fast so laut, wie die Möwen. Als Mittel gegen meine Aufregung, weil bald alles wieder ganz anders sein wird als in den letzten knapp sechs Wochen, habe ich angehalten und die Kette geölt. Was man so macht.

Steht vor einem Hallenbad, sieht aus, wie Water-Contact, was die zwei da machen.

Einfach genial, glatt, rollt super, Kette surrt leise, viel Platz für die vielen Radlerinnen.

11.15 Uhr – Jetzt ist es etwas ländlicher. Der Wind weht mir entgegen, was bei der Temperatur auch angenehm ist.

Spaarndam.

11.30 Uhr – Auf dem Spaarndammerdijk.

Ich bin an dem blauen Punkt, radle also noch ein paar Kilometer durch die Weidelandschaft.

Picknickplatz wäre jetzt schön.

Schwimmende Häuser.

12.28 Uhr – Keine gute Bank im nahegelegenen Park gefunden.

12.43 Uhr – Ob das noch etwas wird?

12.54 Uhr – Also, nicht der allerschönste Platz, aber schattig, ohne viele Mücken. Der Kocher läuft, zum zweiten Mal auf dieser Tour. Das Espresso-Pulver hat ein französisches Etikett, vielleicht noch von 2023?

13.20 Uhr – Die Käsebrote und der Kaffee waren sehr lecker und stärkend. Müsli mache ich mir am Bahnhof oder im Zug. Mal entspannt weiter. Noch dreieinhalb Kilometer bis zum Bahnhof. Der Zug fährt um 16.16 Uhr.

13.34 Uhr – Eine tolle breite Piste mit viel Radverkehr, die parallel zur Bahnstrecke Richtung Innenstadt verläuft.

13.36 Uhr – Hier könnte ich mich also noch auf mein Handtuch in die Sonne legen.

Flaches Kinderbecken, wie toll!

Viel Verkehr auf der Fahrradstraße.

13.49 Uhr – Prinsen-gracht mit Grüßen an den niederländischen Kollegen.

Viele Radfahrer, fast keine Autos.

13.57 Uhr – Links die Bahnhofshalle, geradeaus die volle Fußgängerzone.

Amsterdam Centraal

Sehr viel Betrieb, auf Bürgersteigen, in der Bahn, auf dem Radweg und auf dem Wasser mit Kanalbooten.

14.06 Uhr – Erstmal ein bisschen erkunden. Dann habe ich noch fast zwei Stunden bis zur geplanten Abfahrt um 16.16 Uhr.

14.15 Uhr – Die Türen des ICE127, der um 14.16 Uhr abfährt, schließen sich. Wir rollen.

Ich sah den Zug auf der Abfahrttafel, hatte vorher die Nachricht der DB gelesen, dass die Zugbindung für meinen ICE129 mit Abfahrt um 16.16 Uhr aufgehoben ist. Da war es 14.08 Uhr. Dann habe ich probiert, eine reine Fahrradreservierung für den früheren Zug zu kaufen. Es ging noch. Ausnahmsweise hat der Kauf problemlos funktioniert, was bei der App nicht selbstverständlich ist. Dann musste ich durch die Kontrollgitter über Stufen. Polizisten, die ich noch gefragt habe, meinten, der Aufzug sei im anderen Tunnel. Dafür hatte ich keine Zeit mehr. Also schnell mit dem Ticket-QR-Code durch die Schranke und mit der Rolltreppe auf Gleis 2. Der ICE stand am anderen Ende des Bahnsteigs. Da war es 14.12 Uhr. Also bin ich ein bisschen gelaufen, habe am Zug die neue Reservierung gecheckt und gesehen, dass es der erste Wagen war. Nur das Fahrradsymbol habe ich nicht gleich gesehen. Der Schaffner auf dem Gleis wies mich dann auf die erste Tür an der ich schon vorbei war. Lieber fragen als nachdenken, ist ja auch ok. Dann war ich drin und es war noch Platz für drei Räder, mein Platz war nicht belegt. Ich war noch beim Ausatmen, da fuhr der Zug los.

Neue Ankunftszeit in Siegburg ist 17.33 Uhr, also zwei Stunden früher!

Das hätte ich natürlich vorher so buchen können, aber dann wäre ich die ganze Zeit unruhig gewesen und hätte mir Gedanken gemacht. Vielleicht hätte ich die Fahrradreservierung schon gestern oder vorgestern machen können, einfach aus Spaß. Egal, jetzt sitze ich auf einem Platz, der bis Duisburg frei ist und habe das Rad und die hinteren Taschen daneben einigermaßen gut im Blick. Der Zugführer warnt ständig vor Taschendieben.

15.07 Uhr – Utrecht liegt schon hinter uns. Das Müsli habe ich auch schon gegessen. Die sehr gesprächigen Nachbarn sind auch erstmal fertig mit Reden. Jetzt wieder Nerven beruhigen, Krimi lesen. Reisen!

16.26 Uhr – Gleich halten wir in Oberhausen, erster Stopp in Deutschland.

16.50 Uhr – Wir werden zwischen Oberhausen und Düsseldorf umgeleitet, was zu einer Verspätung von etwa 25 Minuten führt. Bin sehr entspannt und sitze mit einem jungen Mann zusammen im sehr ruhigen Fahrradabstellbereich. Ich saß auf einem Platz, der ab Oberhausen reserviert war.

17.26 Uhr – In Düsseldorf sind die Schwaben und viele andere ausgestiegen. Es ist jetzt merklich leerer und ich sitze wieder im Abteil. Neue Ankunftszeit ist jetzt 18.08 Uhr.

17.48 Uhr – Wir sind in Köln. Noch knapp zwanzig Minuten bis Siegburg.

18.07 Uhr – Ankunft in Siegburg. 35° C. Welch eine Hitze!

18.35 Uhr – Ich rolle auf den «Hof»!

Vielen Dank, dass Ihr dabei wart und mich mit Eurem Interesse und Euren guten Wünschen begleitet habt! Ich bin sehr dankbar für all das Erlebte, die vielen Menschen, die ich getroffen habe, für die gesunde und unfallfreie Fahrt. Wahnsinn, dass alle Buchungen und die gesamte Streckenplanung, bis auf wenige kleine Stellen, so reibungslos geklappt haben.

Bis zum nächsten Mal! – In den Alpen vielleicht?

Nachgedanken

Schon ein bisschen Sonnenschein und der ganze Regen ist vergessen. So war das unterwegs auch. Und viel Regen hatten Martina und ich 2023 in Frankreich und 2024 in Süddeutschland auch. Den Regen will ich also Schottland nicht anlasten. Die vielen hohen Hecken in England waren schon eher ein Beschränkung bei der Sicht auf die Landschaft und die fast immer vorhandenen Hecken, Zäune und Mauern lassen ein Halten am Wegrand nicht ohne Weiteres zu. Die Radwege in den Städten sind ziemlich wie bei uns, also Flickwerk mit toll ausgebauten Abschnitten auf der einen Seite und minimal breiten Randstreifen, die durch die Abflussrinne laufen, auf der anderen Seite, inkl. häufigen Seitenwechseln mit Drückampeln etc. Das nervt, egal wo es ist. Auf den schmalen und auch breiteren habe ich mich anfangs unwohl gefühlt, später bin ich aber gut zurecht gekommen. Sehr viele Autofahrende bleiben hinter einem, wenn Gegenverkehr kommt oder eine nicht einsehbare Kurve. Und sie überholen indem sie blinken und vollständig auf die Gegenfahrbahn fahren.

Das viele zwanglose Reden mit Leuten am Wegesrand, im Hotel, bei Fragen, die ich hatte, oder aus Neugierde war sehr schön, zur Unterhaltung für die Stimmung und zur Einholung von Informationen. Das hatte ich im Süden natürlich sehr viel seltener.

Mit dem Wind hatte ich echt Glück. Selbst wenn es geschüttet hat, schmiss der Wind mir den Regen eher auf den Rücken als ins Gesicht. Den Rückenwind am furchtbar nassen Drumochter-Pass habe ich noch in sehr positiver Erinnerung.

Die wunderbaren Kathedralen in England waren auf jeden Fall eine Reise wert.

Ausrüstung

  1. Die Hinterradbremse muss dringend repariert werden. Entweder ist der Bremszylinder undicht, oder der Bremsschlauch
  2. Die Lenkradtasche lässt sich nach dem Aufnähen der großen Klettstreifen sehr gut verschließen. Sie muss aber wieder in Form gebracht werden und die Löcher in den vorderen oberen Ecken müssen verschlossen werden.
  3. Die 2025 neu eingesetzten Felgen von DT-Swiss sehen schon abgefahren aus. Vor allem die hintere Felge hat schon eine leichte Wölbung nach innen. Das muss ich nachmessen und im Auge behalten.
  4. Die Bremsklötze hinten müssen ersetzt werden.
  5. Die Kette muss nachgemessen und wahrscheinlich sofort ersetzt werden.
  6. Das Garmin hat, bis auf den Schock in Inverness, wieder sehr zuverlässig funktioniert. Ich bin weiterhin begeistert.
  7. Handtuch und Badehose habe ich nicht gebraucht.
  8. Ersatzradhose habe ich nicht gebraucht
  9. Die Laufhose war an den ersten kalten Tagen sehr angenehm.
  10. Das Mulit-Ladekabel mit Aufsetz-Steckern hält im iPhone nicht gut. Besser wären einzelne Kabel, also eines mit USB-C-Stecker für das Garmin-Gerät und eines mit Mikro-USB-Stecker für Tolino, Tablet und Powerbar.
  11. Das Handy-Akku hält keinen Tag mehr durch. Entweder muss der Akku getauscht werden, oder, nach sechs Jahren, das Gerät ersetzt werden.
  12. Die Powerbank sollte USB-C-Anschluss haben und größer sein. Zumindest, so lange ich das aktuelle iPhone weiter nutze.
  13. Gaskocher für Espresse habe ich nur zwei Mal benutzt. Trotzdem würde ich ihn auf die nächste Reise wieder mitnehmen.
  14. Die Wasserkocher mit Instant-Kaffee auf fast allen Zimmern waren zusammen mit dem Emsa-Thermo-Becher extrem praktisch.
  15. Lappen und Bürste zum Reinigen des Fahrrads waren sehr nützlich bei den vielen Tagen mit Regen und Schotterpisten.
  16. Der Schwalbe-Marathon-Plus-Mantel hinten ist auf der Lauffläche schon deutlich abgefahren. Ausserdem hatte ich damit den Platten kurz vor Rochester. Vielleicht wechsle ich doch wieder auf Schwalbe-Marathon ohne Plus, dafür mit Anti-Platt-Einlage.

Kommentare

11.5. – Eva: Gute Fahrt, mein Lieber!
Die Vorbereitungen sehen, wie immer perfekt aus!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

12.5. – Uschi: Lieber Leonhard.
Wir wünschen Dir eine wunderschöne Fahrt und sind gespannt auf deine Berichte und Fotos.
Liebe Grüße aus Mariaroth

12.5. – Nicole: Hab einen schönen Urlaub, Leonhard!
Ich freu mich bei Deiner Tour mitlesen zu können. Uschi hat mir den Link geschickt!
Gute Fahrt und liebe Grüße
Nicky
PS: Und toll, was Ihr schon für andere Reisen gmacht habt! Gerade die mit dem Tandem, super!!

12.5. – Eva: Lieber Leonard, Eile mit Weile, in der Ruhe liegt auch der Genuss.
Ich freue mich schon auf die täglichen News

12.5. – Mou: Lieber Leonhard. Danke, dass ich wieder „mitfahren“ darf. Ich wünsche dir wunderschöne Reiseerlebnisse! Lg Mou

12.5. – Doro: Lieber Leonhard,
Ich wünsche Dir eine wunderschöne Zeit, interessante Begegnungen, immer genug Luft in den Reifen 😉 und nicht zuletzt das beste Reise-Wetter!
Viele Grüße Doro

15.5. – Sandra: Lieber Leonhard, jetzt lerne ich dank dir auch virtuell England kennen und was soll ich sagen, bei so viel schlechtem Wetter zieht es mich noch nicht. Allerdings die Bilder der Kirchen sind wundervoll. Ich wünsche dir besseres Wetter, mehr Joghurt, weniger Dornen und viele besinnliche Momente. Ich hoffe, der Start am Freitagmorgen verlief besser. Alles Liebe Sandra

15.5. – Ad: Mal wieder sehr schön um deine Radreise-Erlebnisse so intensiv und zeitnah verfolgen zu können!
Selber bin ich heute auf meine Radtour über Belgien in die Niederlande gestartet

15.5. – Lisa: Good evening Leonhard,
vielen Dank für die herrlichen Bilder aus London. Und auch überhaupt von Deiner Reise.
Ich freue mich, Deine Tour mal wieder «begleiten» zu dürfen.
Good luck! 🚴
Lisa

16.5. – Anja: Super Leonhard ! Letztes Jahr stand ich mit Lena und Wolfgang auf der gleichen Stelle auf der Tower Bridge !
Danke für deine Eindrücke ! Weiter so viel Power und Freude !
LG Anja

16.5. – Lisa: Lieber Leonhard,
es freut mich, dass Du noch noch ein warmes Abendessen bekommen hast. Und dass Du die gekauften Lebensmittel statt auf dem Radl nun höchstens im Bauch weiter mitschleppst. Bei Deinem Kalorienverbrauch allerdings wohl nicht allzu lange 😄

17.5. – Eva: Ich beneide Dich ein bisschen

18.5. – Uschi und Hermann: Lieber Leonhard
John o»Groats und Lands End können wir dir auch empfehlen. Allerdings sind wir damals ohne Muskelkraft dahin gefahren.
Wir freuen uns schon auf deine Fotos aus den Highlands.
Dank deines Blogs kommen viele Erinnerungen zurück und wir werden unsere alten Fotoalben (damals noch Papier 😀) nochmal raus kramen.
Weiterhin eine gute Fahrt und besseres Wetter
Liebe Grüße Uschi und Hermann

19.5. – Eva: Ich fahre mit und freue mich mit

19.5. – Hannah: Mit Müsliriegel und Nüssen hoffst du die letzten 10km noch zu schaffen…oh Mann! Anstrengender Tag! (Tage…)
Ich finde beim Wandern, dass der 3. Tag der schwierigste ist, danach hat sich der Körper daran gewöhnt, dass er einfach immer weiter leisten muss. Ich drück dir die Daumen, dass sich dein Körper auch bald in sein Schicksal ergibt und die Muskeln so aufpumpt, dass die Strecken leicht werden.
Gute Erholung!

23.5. – Eva: keep calm and carry on!

23.5. – Gudrun: Hallo Leonhard, das sind Fackellilien, auch Raketenblumen genannt.
VG aus der Heimat

23.5. – Karl: Lieber Leonhard, ein paar Tage habe ich gebraucht bis ich zumindest in der Phantasie mitradeln konnte und bin jetzt in swinscoe angekommen, einem mir unbekannten Ort in einer fremden Gegend. Weil ich noch nie in England war, konnte ich gespannt das neue Land mit deinen Beschreibungen erkunden. Und mich an alte radreisen erinnern. Sehr gut gefällt mir, dass du uns Begleiter auch mitnimmst zum chinesischen morgengruß und zu vielen Begegnungen. Ich freue mich auf weitere Tage Radtour mit dir und wünsche dir noch viele schöne Orte und Begegnungen in England und schottland

24.5. – Ad: Lieber Leonhard, es freut mich dass es in good old England auch einen wohlgesonnen Wettergott gibt. Immer wieder schöne Bilder. TOP

24.5. – Hannah: «Loverpool» gefällt mir 😃. Und Rosinante darf wieder mit aufs Zimmer. Gute Erholung, Enjoy!

25.5. – Joachim: Lieber Leonhard
Tolle Fotos und schönes Wetter! Ich wünsche dir eine gute weitere Fahrt, liebe Grüße Joachim

27.5. – Hannah: Voll cool dass deine Lieblingstaschen jetzt repariert sind! Gratuliere! 😀

28.5. – Eva: Der Lake District erfreut mein Anglistenherz

29.5. – Angelika: Lieber Leonhard, ich musste heute doch lachen über Hadrians Plan zum Schutz vor den Pilzen!
Die Landschaften sind herrlich und abwechslungsreich. Ich stelle es mir für dich schön vor, in einem Land unterwegs zu sein, dessen Sprache du sprichst.
Weiter viel Freude, schöne Begegnungen und gutes Wetter

31.5. – Ad: Das mit den Schafen am Strassenrand lieber Leonhard hast du offenbar nicht verstanden. Die Schafen schon – die haben das Schild gelesen und wollten dir schlichtweg passieren lassen 😉
Ich wünsche dir weiterhin eine wunderbare Tour mit guter Gesundheit und ohne Pannen

1.6. – Lisa: Ich wünsche Dir viel Kraft für heute, Leonhard. Besonders auch mental.
LG Lisa 💁

1.6. – Eva: Ich freue mich jeden Tag auf und über Deinen Blog

1.6. – Uschi und Hermann: Lieber Leonhard
Je weiter du nach Norden fährst desto schöner wird es.
Liebe Grüße Uschi und Hermann

3.6. – Doro: Lieber Leonhard,
Ich freue mich immer Deinen nächsten Blogeintrag zu lesen, der Text ist so anschaulich und die Bilder auch sehr schön! Danke dafür!
Liebe Grüße und weiterhin gute Fahrt und inspirierende Begegnungen!

3.6. – Eva: Robert Burns ist Pflicht für Anglisten

4.6. – Hannah: Sehr interessant, was du über Glasgow schreibst. Danke, für die vielen Bilder, auch über architektonische Besonderheiten! Du könntest aus deinen Reisen glatt einen Reiseführer für Kultur- Biker zusammenstellen 🙂

4.6. – Bettina: Lieber Leonhard,
Sehr schöne Fotos und Reisetagebuch von Dir! In Loch Lemond war Thomas auch schon! Und auch sehr begeistert von Schottland und das Wetter war bei seiner Tour auch immer so 😊
Dir noch viele schöne Eindrücke!
Liebe Grüße aus Aachen von Bettina und Thomas

5.6. – Ad: Hoffentlich hat dein Radl das Schlagloch gut überstanden??
Dieses eine «Loch» war wohl nicht bei Komoot ersichtlich?? #dadjoke 😉

8.6. – Eva: Hoffentlich siehst Du auch Nessie

13.6. – Lisa: Lieber Leonhard,
ich bin immer wieder überrascht, was für interessante und total verschiedene Unterkünfte Du auf Deiner Tour hast .
Nur eine Nebensache vielleicht. Oder doch nicht?
Alles Gute weiterhin. Lisa

14.6. – Uschi und Hermann: Lieber Leonhard,
Heute kommen liebe Grüße von Monika aus Mariaroth. 😃 wir haben fast eine Stunde telefoniert, und hoffen, dass du es noch rechtzeitig nach Hause schaffst, denn euer Urlaub in Holland ist ja nicht mehr fern. 😂
Ausserdem Dankeschön für die vielen schönen Fotos und Eindrücke aus Schottland bzw den Highlands. Liebe Grüße Uschi und Hermann

16.6. – Ad: Die (männlichen) Camper haben für solche nächtliche Probleme Lösungen. Das hilft sehr wenn es draussen kalt und/oder nass ist 😆
Deinen Rad Urlaub lieber Leonhard neigt sich dem Ende zu. Ich wünsche dir dass du um so mehr auf die letzten Etappen deine Fahrt genießen wirst. Ad

16.6. – Eva: In Bonn wird das Wetter langsam besser

17.6. – Catherine: Hallo, lieber Leonhard! How is Life? Bald kommst Du zurück? Dir noch ein paar gute Tage. Renate und ich sitzen im Zug nach La Rochelle und dann weiter mit dem Bus auf die Ile de Ré, wo wir auch ganz viel Fahrrad fahren möchten. Da denken wir an Dich! Liebe Grüße Catherine

18.6. – Lisa: Der letzte Fahrtag heute 🚴
Ich wünsche Dir nochmal beeindruckende Erlebnisse. Und dass Du möglichst trocken durchkommst. LG Lisa

18.6. – Eva: Lieber Leonhard, vielen Dank, daß Du mich auf diese tolle Reise mitgenommen hast.
Mein Anglisten- und Freundesherz hat jeden Tag gejubelt.

18.6. – Angelika: Lieber Leonhard, Glückwunsch zur Vollendung deiner Tour! Und noch dazu Herausforderungen wie den Tunnel und Schüttregen am letzten Tag. Welche Leistung!
Und toll, dass du bisher deine Etappen bei allen Touren wie geplant machen konntest.
Ich wünsche dir morgen einen schönen Tag in Edinburgh, eine problemlose Heimreise und ein freudiges Wiedersehen mit deinen Lieben

19.6. – Hannah: You made it! Herzlichen Glückwunsch, lieber Leonhard! Du hast dich vom Regen nicht schrecken lassen und bist nicht nur über 2000km über die große Insel geradelt, sondern hast auch beinahe ebensoviele Kathedralen besichtigen können ;-).
Danke fürs Teilhabenlassen! Genieße Edingburgh und dann gute Heimreise und gutes Wieder-Daheim-Ankommen.
Herzensgrüße, Hannah

19.6. – Lisa: Genieße den Tag in Edinburgh – Wetter hin oder her 😉
Du hast es Dir verdient nach dieser langen Tour! 👍
LG Lisa

19.6. – ChristophL: Lieber Leonhard,
eine tolle Tour! Ich wünsche Dir eine gute Rückreise und bis bald.😊
Viele Grüße aus Hennef
Christoph

19.6. – Ad: Lieber Leonhard. Ich wünsche dir eine gute Rückreise. Vielleicht bist du flexibel und du radelst nach der Fähre dochh durch Belgien. Ich kann es dir wärmstens empfehlen!! Oder du hebst diese Idee auf für nächstes Jahr 😉. Komme gut nach Hause !! Ach ja, und nicht vergessen: in Bonn nicht die Nordbrücke nehmen. Aber das Drama hast du gewiss schon mitbekommen…LG, Ad

21.6. – Ad: Willkommen daheim Leonhard !!!

21.6. – Lisa: Es war wieder toll, Dich «begleiten» zu dürfen.
Vielen Dank für all die Zeit und Mühe, die Du in Deine Berichte und Bilder gesteckt hast 😘
Ich habe viel über England und Schottland erfahren, was mir bisher nicht bekannt war.
Nun wünsche ich Dir ein entspanntes Wiederankommen zuhause 😌
Große Anerkennung für das, was Du auch dieses Jahr wieder geschafft hast 🚴
Best wishes
Lisa 💁

21.6. – BerndG: Tolle Reise, die wir beide da gemacht haben.
Danke. Bernd

22.6. – Eva: Welcome back my friend. I am glad that you made it